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Photovoltaik: Preise von Solaranlagen sinken 2014 um 11,59 Prozent

Triefenstein, 03. Januar 2015 – Der durchschnittliche Preis für eine schlüsselfertige Photovoltaikanlage betrug im vergangenen Jahr 1.335 Euro netto je installiertem Kilowattpeak (kWp). Das entspricht einer Preissenkung von rund 11,59 ...

Top-Thema | Samstag, 3 Januar 2015 | Kommentare

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Sicherheitsrisiko: aleo solar warnt vor mangelhaften Anschlussdosen bei Solarmodulen

  Oldenburg, 08. Oktober 2014 - Wichtige Sicherheitswarnung! Der Solarmodulhersteller aleo solar AG i.L. (in Liquidation) warnt vor mangelhaften Anschlussdosen an bestimmten Solarstrommodulen: Bei abgebrochenen Steckverbindungen oder abgefallenen Dosendeckeln liegen elektrische ...

Top-Thema | Mittwoch, 8 Oktober 2014 | Kommentare

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Österreich: Preise von Solarstromanlagen gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent gesunken

Triefenstein, 02. April 2014 – Das Unternehmen PhotovoltaikZentrum – Michael Ziegler hat in Kooperation mit dem Beratungsunternehmen Dachgold e.U, bereits zum zweiten Mal die durchschnittlichen Preise von Photovoltaikanlagen in Österreich ...

Marktentwicklung | Mittwoch, 2 April 2014 | Kommentare

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Gehaltsstudie: Gehälter und Löhne der Solarbranche erstmalig veröffentlicht

Triefenstein, 17.10.2013 - Das Marktforschungsunternehmen PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler veröffentlicht erstmals die Daten der jährlich erscheinenden Gehaltsstudie "Das verdient die Solarbranche wirklich". Bisher konnte die Studie ausschließlich kostenpflichtig erworben werden ...

Marktentwicklung | Donnerstag, 17 Oktober 2013 | Kommentare

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Photovoltaik aktuell - Die TOP-Headlines der Woche!

-- Marktbelebung: Defibrilator-Hersteller entdecken Solarunternehmen als neue Zielgruppe -- -- Langeweile: Wechselrichter sucht neuen Wirkungsgrad -- -- Vermarktungszwang: BDEW wegen unheilbarer Neurose in Psychiatrie eingeliefert -- -- Hoch, runter, links rechts, ja was ...

Top-Thema | Montag, 30 September 2013 | Kommentare

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Photovoltaikstudie: Gehälter leicht gestiegen, Stimmung bei Arbeitnehmern auf dem Tiefpunkt

Triefenstein, 04. Juni 2013 – Die Gehälter in der Photovoltaikbranche sind gegenüber dem Vorjahr nur um 1,63% gestiegen. Die Beschäftigten sind im Vergleich zum Vorjahr unzufriedener mit ihrem Gehalt und ...

Marktentwicklung | Dienstag, 4 Juni 2013 | Kommentare

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Gehälter in der Solarbranche: Wie erfolgsversprechend sind variable Entgeltbestandteile überhaupt?

Triefenstein, 21. Mai 2013, Wie aus den aktuellen Daten der Gehaltsstudie des Unternehmens PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler hervorgeht, gehen immer mehr Solarunternehmen über auf variable Entgeltbestandteile. Machte das Grundgehalt eines ...

Marktentwicklung | Dienstag, 21 Mai 2013 | Kommentare

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Neue Photovoltaikstudie: Die bekanntesten Wechselrichterhersteller Deutschlands

Triefenstein, 02. Mai 2013, Die populärsten Wechselrichterhersteller in Deutschland sind laut einer aktuellen Studie des Marktforschers PhotovoltaikZentrum – Michael Ziegler die SMA Solar Technology AG, die Fronius International GmbH und ...

Marktentwicklung | Donnerstag, 2 Mai 2013 | Kommentare

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Wartung und Service bei Photovoltaikanlagen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Berlin/Triefenstein, 05. April 2013, Der Online-Marktplatz Milk the Sun und das Marktforschungsunternehmen PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler stellen erste Ergebnisse ihrer Marktstudie zum Thema Wartung, Instandhaltung, Pflege und Betrieb einer Photovoltaik-Anlage, ...

Marktentwicklung | Freitag, 5 April 2013 | Kommentare

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PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler ermittelt erneut den Bekanntheitsgrad von Wechselrichterherstellern

Triefenstein, 12. Dezember 2012, Das PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler wiederholt nach über drei Jahren die Onlinebefragung, bei der der Bekanntheitsgrad von Wechselrichterherstellern in Deutschland ermittelt werden soll. Neben dem Bekanntheitsgrad ...

Umfragen | Mittwoch, 12 Dezember 2012 | Kommentare

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Photovoltaik: Wenn Versager die Notbremse ziehen

photovoltaik-guide.de / Michael Ziegler |Mittwoch, 06. Juni 2012

(27 Stimmen)

Berlin, 05. Juni 2012, Sie versagen auf voller Linie. Die Politiker der CDU/CSU und FDP. Die Energiewende ist nicht mehr als eine hohle Phrase. Mit dieser Bundesregierung ist die Energiewende nicht mehr in diesen Jahrhundert zu schaffen. Dummes Gerede über drastische Strompreiserhöhungen, die angeblich nur durch die Photovoltaik verursacht werden. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler fordert nun mehr Ehrlichkeit in der Diskussion um den Ausbau der erneuerbaren Energien. Dann sollte Rösler bei sich damit anfangen und den Bürgern endlich die Wahrheit sagen. Mit dieser Aussage kreidet der Minister lediglich dem Erneuerbaren Energiesektor an, eben nicht ehrlich zu sein und die Wahrheit zu sagen. Rösler sollte den Bürgern die Wahrheit darüber mitteilen, warum die Kosten so enorm sind und der hohe Strompreis zu Lasten der Verbraucher geht.

Wie Rösler während der Veranstaltung "Ein Jahr Energiewende" zudem meinte, dass das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) ein reines Subventionsgesetz wäre. Deswegen müsse man sich überlegen, "ob wir das bezahlen wollen oder das eine oder andere System ändern". Das EEG ist ein Problem für die Regierung, denn Photovoltaik und Wind führen dazu, dass konventionelle Kraftwerke auf einmal unrentabel sind. Um diesen Missstand zu verhindern, muss das EEG verschwinden. Erst dann werden konventionelle Kraftwerke wieder rentabel. Die Regierung hat versagt, denn mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit wurde die EEG-Novelle in den Vermittlungsausschuss geschickt. Zugeständnisse in Form von Verbesserungen sind von dieser Regierung bezüglich der EEG-Novelle nicht zu erwarten. Genau deshalb ziehen die Versager jetzt die Notbremse. Besser das EEG abschaffen als weitere Diskussionen darüber führen. Aus den Augen aus dem Sinn.

Bundesumweltminister Peter Altmaier mutiert hingegen zum Arschkriecher. Auf der Veranstaltung war er der Ansicht, dass die Reiberein zwischen dem Umweltministerium und dem Wirtschaftsministerium nun vorbei seien müssen. Man habe nun beschlossen, sich zu mögen. Was eigentlich nichts anderes bedeutet, als das Altmaier immer weiter im Hintern von Rösler verschwindet.

Rösler und Altmaier mögen sich jetzt

Bild: Ach wie schön, sie mögen sich jetzt.

Der Bundesverband Erneuerbare Energien e.V. (BEE) begrüßt das Vorhaben des Bundeswirtschaftsministers Philipp Rösler, endlich die wahren Kostentreiber der Energiewende offenzulegen und transparent zu machen.

BEE-Präsident Dietmar Schütz: „Der Stromkunde hat ein Recht darauf zu erfahren, was er unter dem Deckmantel der Erneuerbaren-Energien-Förderung mittlerweile alles bezahlt – und für welche Unternehmen und Industriezweige er die Kosten der Energiewende mitträgt.“

Auf diese Weise würden die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nur die wahren Kosten der Erneuerbaren-Energien erfahren, sondern auch den Mythos entlarven können, die Förderung der regenerativen Energien führe zu steigenden Kosten für die Industrie und gefährde die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

„Auf diese Weise kann der Stromkunde auch erkennen, dass der aktuelle Börsenstrompreis mithilfe der Erneuerbaren Energien einer der niedrigsten in ganz Europa ist – wovon viele Unternehmen zwar profitieren, private Verbraucher aber nichts haben, weil die Vorteile nicht an sie weitergegeben werden“, stellt Schütz fest.

Das internationale Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) aus Münster hat in einer Untersuchung festgestellt, dass die fallenden Börsen-Strompreise die Stromkosten für Verbraucher weiter in die Höhe treiben.

Die Stromkosten für die deutschen Verbraucher in Deutschland steigen weiter an, weil die erneuerbaren Energien die Strompreise an der Börse immer stärker purzeln lassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des IWR zur Entwicklung der Strompreise an der Börse und der Umlagekosten nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch: "Wenn der starke Preisverfall an der Strombörse in diesem Jahr so weiter geht, rechnen wir mit einer Mehrbelastung für die Verbraucher von bis zu 1 Mrd. Euro. Und das nur deshalb, weil die erneuerbaren Energien die Börsen-Strompreise kräftig senken. Das ist schon paradox."

Der gesamte Mechanismus zur Vermarktung des Ökostroms an der Börse gehört nach Ansicht des IWR deshalb auf den Prüfstand. Allnoch: "Es kann nicht sein, dass die Stromverbraucher wegen fallender Börsen-Strompreise bestraft werden und dafür am Ende über eine höhere EEG-Umlage teuer bezahlen müssen."

Die Börsen-Strompreise in Deutschland sind nach einer IWR-Auswertung der Daten an der Strombörse in den ersten fünf Monaten des Jahres 2012 trotz der im letzten Jahr stillgelegten Atomkraftwerke kräftig gefallen. Von Januar bis Mai 2012 sank der Basispreis am Spotmarkt der Strombörse in Leipzig im Durchschnitt auf 4,37 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Das sind 17,3 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (2011: 5,28 ct/kWh). Ursache für die drastisch gesunkenen Börsen-Strompreise ist der kräftig steigende Anteil erneuerbarer Energien, der an der Börse verkauft wird.

Der politisch vorgegebene Mechanismus zur Vermarktung des EEG-Stroms führt derzeit im Ergebnis dazu, dass sich fallende Strompreise nur für den Stromeinkäufer an der Börse positiv auswirken. Dem Verbraucher kommt der Preisrückgang an der Strombörse nicht zu Gute, sondern löst genau das Gegenteil aus: Je niedriger die Börsen-Strompreise, umso höher steigt die EEG-Umlage und damit die Belastung für die Stromkunden.

Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Rainer Brüderle schrieb für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Dienstagsausgabe) einen Gastbeitrag, in dem er sich für ein Quotenmodell auspricht. Für Rainer Brüderle hat das  EEG ausgedient.

"Das Gegenteil von gut ist oft gut gemeint. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) war gut gemeint. Wenn es weiter so läuft, schadet es unserem Land. Es führt zur Überförderung, lähmt Innovationen, treibt Kosten, riskiert die Versorgungssicherheit und gefährdet die Energiewende.

Aus dem Samenkorn ist ein Baum geworden, der nicht mehr ins Gewächshaus passt. Es kann nicht darum gehen, das Dach zu erhöhen. Nein, der Baum muss endlich nach draußen verpflanzt werden.

Die Zeit des EEG ist vorbei. Als Alternative bietet sich ein marktwirtschaftliches Mengenmodell an, das die Energieversorger verpflichtet, einen bestimmten Anteil ihres Stroms aus erneuerbaren Quellen zu liefern. Das Ziel muss bleiben, bis 2030 einen Anteil von 35 Prozent am Energieverbrauch zu erreichen. Die Versorger könnten entscheiden, aus welcher Quelle der Strom kommt. Dann würde nicht die Subventionshöhe, sondern die Effizienz über die Art der Energieerzeugung und über den besten Standort entscheiden. Das wäre ökonomisch und ökologisch sinnvoll.

1991 gab es bei uns nur wenige Windräder und die waren kaum höher als Bäume. Solarzellen kannte man vom Taschenrechner. Gülle von Kühen und Schweinen kam auf Felder, nicht in Biogasanlagen. Erneuerbare Energien waren etwas für Tüftler und Forscher. Die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung erkannte das Potential neuer Energietechnologien, förderte sie mit dem Stromeinspeisegesetz und holte sie aus der Nische. Fortan waren die Energieversorgungsunternehmen verpflichtet, Strom aus erneuerbaren Energien abzunehmen und zu vergüten. Diese Subventionen wurden durch das EEG im Jahr 2000 präzisiert und ausgeweitet. Zu Beginn lag der durchschnittliche Strompreis bei knapp unter 14 Cent pro Kilowattstunde, davon gingen 0,2 Cent als Umlage an Erneuerbare Energien. Heute liegt der Strompreis bei 25 Cent, davon 3,5 Cent für die EEG-Umlage. Wenn wir nichts ändern, werden Preis und Umlage weiter deutlich steigen. Für Familien sind Energiepreise die modernen Brotpreise. Für Betriebe sind sie das Standortkriterium, das über Investitionen und Arbeitsplätze entscheidet.

Von Flensburg bis Freiburg stehen heute mehr als 22.000 riesige Windkraftanlagen in der Landschaft. Über eine Million Solaranlagen sind auf Dächern, Scheunen und Feldern installiert. Und der Zubau geht kräftig weiter. Die Betreiber haben für 20 Jahre eine garantierte Vergütung. Das gibt es in keinem Wirtschaftszweig. Kein Bäcker hat eine Abnahmegarantie für seine Brötchen. Auf mindestens 100 Milliarden Euro summiert sich die heute garantierte Fördersumme, je nachdem, welche Wind- und Sonnenstundenzahl man prognostiziert. Zum Vergleich: Der Etat des Bundesministeriums für Forschung und Bildung beträgt für 2012 ganze 12 Milliarden Euro.

Die Erneuerbaren Energien treiben nicht nur die Stromkosten, sie sind auch eine Herausforderung für die Versorgungssicherheit. Über Pfingsten schien die Sonne so kräftig, dass zeitweise ein großer Teil des Energiebedarfs von Solarzellen gedeckt wurde. An anderen Tagen herrschen Wolke und Flaute. So kommt es, dass die in Deutschland installierten Solar- und Windkraftanlagen trotz hoher Nennleistung auf dem Papier nur 3 Prozent bzw. 8 Prozent der tatsächlichen Stromerzeugung liefern. Und das zu Kosten von mindestens 14 Milliarden Euro pro Jahr. Die Grundlast muss weiter durch konventionelle Kraftwerke gesichert werden. Und je mehr volatile Energieerzeugung wir haben, desto höher wird der Bedarf an Ausgleichsenergie. Windräder und Solardächer ersetzen keine Kraftwerke, sie erfordern neue. Dieses Paradoxon lässt sich so lange nicht auflösen, wie es keine adäquate Speichertechnologie gibt. Davon sind wir aber weit entfernt. Für Unternehmen gibt es auch kaum Anreize, viel Geld in die Forschung von neuen Technologien zu investieren, wenn nicht der Wirkungsgrad und die Kosten über die Höhe der Subventionen entscheiden.

Der kräftige Ausbau der Erneuerbaren Energien geht nicht einher mit dem nötigen Netzausbau. Das Netzt ist überlastet. Gefährliche Spannungsschwankungen häufen sich. Im Februar ist Deutschland nur knapp an einem Blackout vorbeigeschrammt. Es ist richtig, dass die Bundesregierung auf einen schnelleren Ausbau der Netze drängt. Der Windstrom von der Nordsee muss in die Verbrauchszentren im Süden kommen.

Den Atomausstieg stellt niemand infrage. Er ist gesellschaftlicher Konsens in Deutschland. Dieser Konsens darf uns aber nicht dazu führen, die Augen vor der Realität und vor den Herausforderungen der Energiewende zu verschließen. Wir sollten uns nicht damit abfinden, dass wir jetzt vermehrt Kernenergie importieren und im Notfall auf ein altes österreichisches Dieselkraftwerk mit verheerender CO2-Bilanz angewiesen sind. Wir brauchen leistungsfähige Netze, wir brauchen moderne Gas- und Kohlekraftwerke, die die Grundlast sichern, und wir brauchen Erneuerbare Energien, die sich für alle nachhaltig rechnen und nicht für wenige Betreiber schöngerechnet werden. Dann können wir hoffentlich in Zukunft über die Energiewende sagen: Gut gemeint und gut gemacht."

Ein Quotenmodell ist nichts anderes als eine weitere Möglichkeit, die Energiewende zu bremsen. Bisher haben Quotenmodelle in der Praxis nicht funktioniert. Zudem lagen die Kosten immer höher als es beim EEG der Fall ist. Nicht ohne Grund haben Länder wie Italien und das vereinigte Königreich (UK) dieses Modell abgeschafft und das deutsche EEG als Vorbild genommen.

Ist die Quote einmal erreicht, so können Erneuerbare-Energien-Anlagen keinen Strom mehr vorrangig ins Netz einspeisen. Kein Wunder also, dass Brüderle und sein Busenkumpel Rösler dieses Modell forcieren. Ein Quotenmodell bietet keine Investitionssicherheit, da Marktpreise für Zertifikate schwanken. Somit ist auch eine Planungssicherheit nicht gegeben. Letztlich ist eine Quote ein Deckel, der den Ausbau von Kapazitäten uninteressant erscheinen lässt. Nicht zu vernachlässigen ist der bürokratische Aufwand, der mitunter wieder Kosten verursacht und für Betreiber von kleinen Anlagen absolut uninteressant ist. Ein Quotenmodell schützt lediglich die großen Energiekonzerne, und das ist das Ziel von Brüderle und Rösler.

EUROSOLAR e.V. vertritt den Standpunkt, dass es sich um eine scheinheilige Debatte bezüglich des Erneuerbare-Energien-Gesetzes handelt.

Das EEG und sein Vorläufer, das Einspeisegesetz von 1991, zählen zu den erfolgreichsten Gesetzen, die der deutsche Gesetzgeber geschaffen hat. Aus diesem Grund ist das EEG auch in mehr als 60 weiteren Staaten übernommen worden. Kein anderer Mechanismus erlaubt ein so kostengünstiges Wachstum der Erneuerbaren Energien. Gerade das jetzt von Rainer Brüderle vorgeschlagene Quotensystem hat sich dem gegenüber als teuer und ineffizient erweisen und ist in Großbritannien gescheitert.

Schon heute profitiert die deutsche Volkswirtschaft vom Ausbau der Erneuerbaren Energien, sowohl durch fast 400.000 neue Arbeitsplätze wie auch durch die Steuer- und Deviseneinnahmen in Milliardenhöhe. Doch leider hat die derzeitige Bundesregierung es versäumt, das Erneuerbare-Energien-Gesetz weiterzuentwickeln. Die nach der Rückkehr zum Atomausstieg beschlossene Novelle hat eine ganze Reihe von hausgemachten Problemen neu geschaffen, die das Gesetz strukturell geschwächt haben. Diese Fehler werden dem Gesetz nun von denen vorgehalten, die sie verursacht haben, dieses falsche Spiel ist durchschaubar und unehrlich.

Insbesondere über zwei Stellschrauben ist das EEG künstlich verteuert worden:

Die eine ist die Einführung der völlig nutzlosen Marktprämie. Sie leistet weder einen Beitrag zur Marktintegration der Erneuerbaren Energien noch einen Beitrag zur Einführung von virtuellen Kraftwerken und Energiespeichern. Stattdessen hat sie nur zu Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe geführt. Bereits im Frühjahr hat sich das bewahrheitet, was Kritiker schon vor der Einführung bemängelten: Die Integration fluktuierender Erzeuger ohne Grenzkosten in einen für fossil-atomare Stromerzeugung konzipierten Markt kann wegen des preisdämpfenden Effektes von Wind- und Solarstrom gar nicht gelingen und greift viel zu kurz.

Trotzdem hat man das Instrument unverändert bestehen lassen, während man gleichzeitig eine neue Kostendebatte um die Photovoltaik lancierte, deren Vergütung man zum 1. Januar 2012 gerade erst um 15 Prozent gesenkt hatte. Insbesondere Produzenten von Windenergie haben die Marktprämie aus betriebswirtschaftlichen Gründen gerne angenommen, sie entpuppt sich nun immer mehr als vergiftetes Geschenk.

Die andere Stellschraube sind die zahlreichen Ausnahmeregelungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Sie treiben die EEG-Umlage weiter nach oben, in dem man sie auf weniger Schultern verteilt. Dadurch schafft man einen Teufelskreis: Immer mehr Unternehmen und Gewerbe verlangen nun nach neuen  Ausnahmen, wodurch die Umlage weiter steigen würde.

Insbesondere Großabnehmer von Strom sind von der EEG- Umlage und Netzentgelten völlig befreit. Dabei profitieren gerade sie davon, dass Wind- und Solarstrom die Strompreisspekulation an der Leipziger Börse durch ihre preissenkende Wirkung deutlich einschränken. Doch wer Nutznießer ist, der muss auch einen Kostenbeitrag für den Umbau unserer Energieversorgung leisten. Die bestehenden Ausnahmeregelungen müssen dringend auf den Prüfstand.

Wer sich die Strompreisentwicklung für Privatkunden in Deutschland anschaut, der wird zudem feststellen, dass der Strompreis deutlich stärker gestiegen ist, als die EEG-Umlage, die dennoch oft als Sündenbock angeführt wurde. EUROSOLAR und andere haben in diesem Zusammenhang regelmäßig auf die Sondergewinne der vier Stromkonzerne hingewiesen, die eindeutig zu Lasten der finanziell Schwächeren in unserer Gesellschaft gegangen sind.

Statt jetzt von Planwirtschaft zu sprechen, hätte man in den vergangenen Jahren eher von Oligopolwirtschaft sprechen können. Jahrelang hat die Politik nämlich tatenlos dabei zugesehen, wie vier marktbeherrschende Unternehmen ohne Gegenleistung auf Kosten der Allgemeinheit Sondergewinne eingefahren haben. Es darf nicht vergessen werden, dass man stattdessen durch die Aussetzung des Atomausstieges sogar versucht hat, die Position dieser Akteure noch zu stärken und über das Jahr 2020 hinaus zu konservieren. Es sind nun genau diese Oligopolisten, die dem EEG den Garaus machen wollen, weil das EEG massiv den Wettbewerb im Energiemarkt gefördert hat.

Wind- und insbesondere der Solarstrom haben der Spekulation an der Strombörse einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wenn gerade zu dem Zeitpunkt, an dem sich die Machtverhältnisse im Energiesystem verschieben, sozial schwächere Menschen dafür herhalten müssen,  um zu begründen, warum das Wachstum der Erneuerbaren Energien zugunsten fossiler Stromerzeugung ausgebremst werden soll, so ist es doch offensichtlich, dass hier zu allererst die Interessen der fossil-atomaren Energiewirtschaft gewahrt werden sollen. Insbesondere das Vorgehen der Bundesregierung gegen stärkere Energieeffizienz-Vorgaben durch die Europäische Union zeigt ganz deutlich, dass es hier gar nicht um die Interessen der Stromkunden geht.

Mittelfristig werden auch Stadtwerke und andere Versorger beim Strombezug von sinkenden Börsenpreisen profitieren und dies dann auch an die Endkunden weitergeben können, doch bevor dieser Punkt erreicht ist, versucht man nun die Stimmung der Menschen gegen die Energiewende zu kippen. Damit wiederholt sich, was bereits bei den Sonderkürzungen für die Photovoltaik geplant war: eine Entwicklung zu stoppen, bevor ihre Vorteile für alle unübersehbar sind, und sie damit unaufhaltsam wird.

Der Bundesverband Solarwirtschaft legt auf Grund der erneuten Diskussion um die Energiewende eine Analyse von Prognos vor. Dabei soll sich die Stromrechnung der Verbraucher lediglich um 2,5 Prozent erhöhen, sollte die Solarstrom-Menge bis 2016 verdoppelt werden.

In der gegenwärtigen Diskussion um die Energiewende wird zuweilen versucht, die Strompreiserhöhung dem Ausbau von Solarstrom anzulasten. Eine aktuelle Berechnung des Marktforschungsinstituts Prognos widerlegt nun diese These. Demnach würde auch eine Verdoppelung des Anteils der Solarenergie am deutschen Strom-Mix von 3,2 Prozent im Jahr 2011 auf rund sieben Prozent private Stromtarife bis zum Jahr 2016 um lediglich 2,5 Prozent steigen lassen.

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V.: „Solarenergie taugt nicht als Schwarzer Peter für steigende Strompreise. Sie war einmal teuer, inzwischen sind durch eine beispiellose technologische Entwicklung ihre Kosten aber unter Kontrolle.“

Um einen Markteinbruch und eine Insolvenzwelle in der Solarbranche zu verhindern, fordert der Bundesverband Solarwirtschaft in Übereinstimmung mit dem Bundesrat gegenwärtig Nachbesserungen an den vorliegenden Plänen des Bundestages, die Solarstrom-Förderung bis Anfang 2013 um bis zu 45 Prozent zu kürzen. Die Prognos AG untersuchte auch die Mehrkosten für Verbraucher, die mit den geforderten Nachbesserungen am Fördergesetz verbundenen sind. Die Stromrechnung eines Durchschnittshaushaltes erhöht sich dadurch in den nächsten vier Jahren um lediglich ein halbes Prozent.

Die Kosten für den weiteren Ausbau der Photovoltaik sinken rapide. Die Umstellung von einem Prozent des herkömmlichen Strom-Mix auf Solarstrom hätte im Jahr 2005 einen Durchschnittshaushalt noch rund 2 Euro im Monat gekostet. In diesem Jahr zahlen Verbraucher für jeden weiteren Prozentpunkt Solarstrom-Anteil nur noch etwa 60 Cent pro Monat.

Körnig: „Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, den Ausbau von Solarstrom durch überzogene Einschnitte bei der Solarstromförderung zu drosseln und damit die Existenz von hunderten Solarunternehmen aufs Spiel zu setzen.“

Der Branchenverband hatte in den vergangenen Monaten gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Umweltverbänden, Gewerkschaften und wissenschaftlichen Einrichtungen wiederholt vor zu drastischen Einschnitten bei der Solarstrom-Förderung gewarnt und für einen weiteren kraftvollen Ausbau der Solarenergie geworben, um die Energiewende und die Existenz tausender Solarjobs in Deutschland zu sichern.

Die Solarbranche darf hoffen, dass die im Deutschen Bundestag am 29.3.2012 beschlossenen, drastischen Einschnitte bei der Solarstrom-Förderung jetzt im Vermittlungsverfahren zwischen Bundesrat und Bundestag nachgebessert werden. Der Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und Bundesrat tagt am 13. Juni in Berlin.
 
Sollte es zu keinen Nachbesserungen bei den geplanten Förderkürzungen kommen, wird der deutsche Photovoltaik-Umsatz nach einer jüngsten Unternehmensbefragung des BSW-Solar im nächsten Jahr um rund 60 Prozent einbrechen. Dies hätte verheerende Auswirkungen auf die Solarbranche und die Energiewende.

MdB Hans-Josef Fell (Bündnis 90/Die Grünen) nimmt ebenfalls Stellung zu den Forderungen, das EEG endgültig abschaffen zu wollen.

Die Aufrufe zum Abschaffen des EEG häufen sich. In den vergangenen Tagen meldeten sich mit Warnungen gegen das EEG oder gar mit klaren Abschaffungsforderungen die Koalitionspolitiker Brüderle, Rösler und Kauder zu Wort.

Selbst Bundespräsident Gauck ließ sich von seiner Administration gefährliche Fehleinschätzungen zum EEG aufschreiben und forderte indirekt zum Abschaffen des EEG auf. All die Politiker aus FDP und Union, die den Atomausstieg nie wollten und immer gegen das EEG gestimmt haben, fordern heute dessen Abschaffung.

Dabei steht nicht nur das weltweit über 60-mal kopierte erfolgreichste Gesetz für den Klimaschutz auf dem Spiel, sondern auch das Gelingen der Energiewende mit einer Umstellung auf Erneuerbare Energien. Auch die weitere Entwicklung der Branche in Deutschland mitsamt ihren hundertausenden Arbeitsplätzen ist gefährdet.

Besonders Unlauter ist von Schwarz-Gelb, das zunächst viele unnötige Sonderfaktoren in das EEG eingebaut wurden, die die EEG-Umlage deutlich nach oben treibt. Dazu gehören unter anderen die Marktprämie, die Befreiung immer weiterer Industriezweige und die Befreiung von Eigenstromerzeugung aus Kohlekraftwerken. Dagegen steigert der Ausbau der Erneuerbaren Energien die Umlage nicht nennenswert. Und nun nehmen Koalitionspolitiker die selbst verschuldete Erhöhung der EEG-Umlage als Begründung um das EEG an sich in Frage zu stellen.

Dass sich die schwarz-gelbe Koalition nicht von Insolvenzen und Arbeitsplatzverlusten beeindrucken lässt, wenn es um den Bestandschutz der fossilen Energiewirtschaft geht, zeigen ihre unaufhörlichen Attacken gegen die Photovoltaik und die längst in den Konkurs getriebene Branche der reinen Biokraftstoffe.

Offensichtlich geht das erfolgreiche Wachstum der Erneuerbaren Energien  vielen schwarz-gelben Politikern viel zu schnell. Sie scheinen zu befürchten, dass das Regierungsziel von 35 Prozent Erneuerbare Energien im Stromsektor bis 2020 bei bisherigem Ausbautempo weit übererfüllt wird.

Die Branche der Erneuerbaren Energien und die Umweltbewegung müssen ihre Aktivitäten verstärken, damit die Argumente wieder zurecht gerückt werden. Hier ist noch viel Arbeit nötig.

Die Gefährdung unseres Wirtschaftsstandortes kommt doch nicht von der erfolgreichen Branche Erneuerbare Energien, sondern von den zunehmenden Schäden durch die Erderwärmung, externe Umweltschäden und die steigenden Preise der fossilen Rohstoffe, durch deren Importabhängigkeit immer mehr europäische Staaten in immer größere Wirtschaftprobleme gedrängt werden.  

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

Kommentare 

 
+1 #3 die Quittung kommt noch. 2012-06-07 13:50
Das passiert wenn die Politiker korrupt sind !
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+2 #2 Thomas Gerach 2012-06-07 09:48
Es ist offenbar, dass weder Union noch FDP an erneuerbaren Energien interessiert sind. Allerdings ist bei dem Rest der Parteien auch Vorsicht geboten, hatte doch damals Rot-Grün den Grundstein für den Atom-Wiedereinstieg gelegt. Es scheint so, als wenn diese Branche keiner Bundesregierung je besonders wichtig war.

Das EEG war ein Erfolg, stand allerings immer unter dem Vorbehalt der Politik und das ist Gift für die Wirtschaft.
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+5 #1 mstachen 2012-06-06 19:48
Warum kann eine Partei wie die FDP die von einer Minderheit gewählt wurde, nichts gegen diese Wähler, solchen Einfluss auf die gesamte Entwicklung und die Zukunft dieses Landes ausüben. Egal wo man hinschaut, ob die Klientel Hotelbesitzer, Versicherer, Netzbetreiber etc heißt drücken sie mit erpresserischen Mitteln durch was gut für ihren Geldbeutel zu sein schein. Wo es nicht interessant ist, lässt man die freie Marktwirtschaft walten (Schlecker). Wann wird Korruption wirklich bekämpft und wann wird man endlich den Fachleuten (und zwar den nicht bezahlten) das Wort geben und die Probleme lösen lassen? Was hier zur Zeit passiert ist weder ein demokratischer Prozess, noch ist es nachhaltiges Wirtschaften.
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