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Berlin, 18. April 2011, Mehr als 1.000 Teilnehmer haben vom 12. bis 14. April 2011 in Berlin über die Perspektiven der Photovoltaik diskutiert. Die Veranstaltung "PHOTON's Solar Terawatt-hours Conference Series 2011 Europe" gliederte sich in sechs einzelne Konferenzen.

Mehr als 1.000 Experten trafen sich in Berlin und diskutierten nur ein Thema: die Erzeugung von Strom mittels Sonnenlicht (Photovoltaik). Eingeladen hatte PHOTON, Fachverlag und Herausgeber von weltweit 8 Magazinen zur Solarstromerzeugung in 6 Sprachen. »PHOTON's Solar Terawatt-hours Conference« findet zweimal jährlich in Berlin sowie in San Francisco statt. PHOTON bietet damit den Fachleuten und Führungskräften der Solarbranche aus aller Welt eine Plattform, um zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen, aber auch, um Visionen zu entwickeln und umzusetzen. Wir haben für Sie die Kernpunkte der sechs einzelnen Konferenzen knapp zusammengefasst.

Solarstrom wird konkurrenzfähig

Solarstrom kann schon in wenigen Jahren mit fossilen Kraftwerken konkurrieren - auch an Standorten mit gemäßigter Sonneneinstrahlung. Das ökonomisch darstellbare Marktvolumen bis 2020 beträgt mindestens 2.700 Gigawatt. Zu seiner Erschließung müssen aber auch die technischen, rechtlichen und finanziellen Probleme der Netzintegration angegangen werden. Zu diesen Ergebnissen kamen die Teilnehmer der PHOTON-Utility-Konferenz in Berlin. In zehn Jahren könnten nach Einschätzung von Christian Breyer vom Solarkonzern Q-Cells SE die Gestehungskosten für eine Kilowattstunde Solarstrom in Deutschland bei ungefähr zwölf Cent liegen, in Südeuropa bei sieben Cent und an noch besseren Standorten beispielsweise in Afrika bei fünf Cent. Das Potenzial zur Kostensenkung in der Photovoltaikbranche wäre damit jedoch noch längst nicht ausgeschöpft.

Wechselrichterhersteller: Power-One rückt auf und wird zur Nummer 2 Auf der Wechselrichterkonferenz zeigte sich allerdings, dass der Markt kurzfristig auch zurückgehen kann. Die Nachfrage für Inverter ist innerhalb von vier Monaten um 45 Prozent eingebrochen, die Lager füllen sich: Es liegen bereits Geräte mit einer Gesamtleistung von drei Gigawatt in den Regalen. Diese Zahlen stellte Ash Sharma vom britischen Marktforschungsinstitut IMS Research auf »PHOTON's 2nd PV Inverter Conference« am Dienstag in Berlin vor. Die Produktionskapazitäten beliefen sich 2010 weltweit nach Einschätzung von IMS Research auf 34,5 Gigawatt bei einer Produktion von 23,2 Gigawatt. Das Gros davon entfiel mit 9,6 Gigawatt auf die SMA Solar Technology AG. Auf Platz zwei rückte überraschend die amerikanisch-italienische Firma Power-One vor - sie steigerte die Produktion von 570 Megawatt im Jahr 2009 auf 3,4 Gigawatt im Jahr 2010. In diesem Jahr sollen es 6,4 Gigawatt werden. Damit rückt Power-One Inc. auf Sichtweite zu SMA vor, dessen Produktion stabil bei zehn G igawatt bleiben soll.

 

Sicherheit: Feuerwehr muss geschützt sein Auf der »PV Safety«-Konferenz am vergangenen Mittwoch (PHOTON's 2nd PV Safety Conference) in Berlin war Brandschutz das bestimmende Thema. Den Auftakt machte Gregor Pfafferott von der Berliner Feuerwehr und gab für sich und seine Berufskollegen die Losung aus: »Es gibt keinen Grund, einen Brand nicht zu bekämpfen.« Von der Photovoltaikbranche fordert er zwei Dinge: Die Feuerwehrleute müssten am Einsatzort wissen, womit sie es zu tun haben, und sie sollten vor gefährlichen Spannungen geschützt werden. Das »Wie« wurde in 15 Vorträgen kontrovers diskutiert. Fest steht: Seitdem PHOTON das Thema vor fast zwei Jahren mit einem Experten-Workshop aufgriff und eine Matrix der verschiedenen Sicherheitslösungen mit ihren Vor- und Nachteilen entwickelte, hat sich viel getan.

Investoren: Italien gedeckelt? 10 Gigawatt nach Deutschland Der italienische Photovoltaikmarkt wird 2011 ein Volumen von nicht mehr als zwei Gigawatt erreichen und danach wahrscheinlich auf drei Gigawatt jährlich begrenzt. In Deutschland könnten dagegen in diesem Jahr bei weiter sinkenden Modulpreisen bis zu zehn Gigawatt installiert werden. »Ob es uns gefällt oder nicht, wir werden in diesem Jahr einen Deckel bekommen«, sagte Averaldo Farri, Vorstandsmitglied des Wechselrichterherstellers Power-One Inc. und Vertreter des italienischen Solarindustrieverbandes Gifi bei der PHOTON-Photovoltaik-Investorenkonferenz (PHOTON's 6th PV Investors Conference) in Berlin.

 

Silizium: Kosten drücken

Hersteller von Solarsilizium, die auch in Zeiten eines Überangebots wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen ihre Produktionskosten in den Bereich von 20 Dollar (14 Euro) je Kilogramm drücken. Die Folge könnte ein Konsolidierungsprozess sein, weil 2012 wahrscheinlich die vier größten Hersteller - OCI, Hemlock, GCL und Wacker - den weltweiten Bedarf nahezu allein decken können. Die Preise, die aktuell noch nachfragedominiert sind und auf dem Spotmarkt bei bis zu 80 Dollar (55 Euro) je Kilogramm liegen, dürften infolgedessen auf ein kostenbasiertes Niveau fallen. So lautete die Einschätzung von Vertretern führender Unternehmen dieses Sektors der PHOTON-Siliziumkonferenz (PHOTON's 9th Solar Silicon Conference) in Berlin.

Produktionsequipment: Viele technische Neuheiten Technologische Fortschritte und neue Produktionsmaschinen werden die Herstellungskosten eines vollintegrierten Solarkonzerns in China mit einer Kapazität von 1 Gigawatt für kristalline Solarmodule von heutigen 81 Eurocent (1,10 Dollar) pro Watt auf bis zu 61 Eurocent 2013 senken. Das war das Fazit des Eröffnungsvortrages von Centrotherm, des deutschen Marktführers für PV Produktionsequipment. In 19 Vorträgen wurden die neuesten Produktionsprozesse vorgestellt - von der neuartigen Herstellung kombinierter mono-/multikristalliner Blöcke durch JA Solar aus China zu einem neuen rückseitenkontaktierten Modul von Applied Materials aus den USA.

»Die Konferenzen haben eindrucksvoll gezeigt, dass die Photovoltaik schon heute deutlich leistungsfähiger ist als gemeinhin angenommen und eine tragende Rolle beim Ausstieg aus der Atomenergie übernehmen kann«, sagt Michael Schmela, Leiter der »Solar Terawatt-hour«-Konferenzserie. »Nun ist es an der Politik Solarstrom auch entsprechend in ihren Szenarien zu berücksichtigen.«

Quelle: PHOTON

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