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Erfurt, 15. November 2010, Drei Wochen vor dem Klimagipfel in Cancún hat der in Erfurt beendete Kongress Bauhaus.SOLAR bewiesen, dass die Herausforderungen des Klimaschutzes international gelöst werden können. Mehr als 350 Experten aus 10 Ländern diskutierten unterschiedliche Aspekte nachhaltigen Bauens und stellten konkrete Lösungen und übergreifende Konzepte vor.

Effiziente Technologien, Produkte und Konzepte für klimagerechtes und wirtschaftliches Bauen sind vorhanden. Allein ihre notwendige breite Anwendung fehlt. Ein besonderes Anliegen des Kongresses Bauhaus.SOLAR ist es deshalb, den Nachwuchs dabei zu unterstützen, Solararchitektur innovativ weiter zu entwickeln und umzusetzen. Denn nur wenn langfristig eine energetische Architekturästhetik entwickelt wird, werden auch die Technologien die notwendige Akzeptanz bei Planern, Gestaltern und Nutzern finden.

Dass für quasi alle Fragen des nachhaltigen Bauens konstruktive und innovative Lösungen existieren, zeigten die Referenten auf dem 3. internationalen Kongress Bauhaus.SOLAR in Erfurt: sowohl für die Planung, Bautechnik, Stadtentwicklung, Landschaftsarchitektur als auch für das Design der Stromversorgung bzw. -netze. Nachhaltiges Bauen verlangt neben finanziellen Investitionen auch die Bereitschaft, gewohnte Denk- und Vorstellungsmuster zu verlassen.

Dr. Hubert Aulich, Vorstandsvorsitzender des Veranstalters SolarInput e. V., rief zu mehr Beweglichkeit auf Seiten von Architekten und Solarindustrie auf, denn, so Aulich: „Die Akzeptanz der Solartechnik im Gebäude wird steigen, wenn neue Wege des Designs gefunden und umgesetzt werden. Alle Beteiligten müssen sich einsetzen, Architektur und Energie in Harmonie zu gestalten.“

Die hochgesteckten Ziele des politischen Energiekonzeptes, so der Rektor der Bauhaus-Universität Weimar Prof. Gerd Zimmermann, „... können erreicht werden, mit den Konzepten, die auf dem Kongress vorgestellt wurden. Das bedeutet aber auch, dass Schluss sein muss mit der Bastelarbeit der Applikationen. Gefordert sind neue Gebäude- und Stadtkonzeptionen.“

Die thematische Spannbreite der Vorträge reichte vom Kindergarten mit reduziertem Primärenergiebedarf über ästhetisches, umweltfreundliches und kosteneffizientes Design moderner Solarfabriken, schwimmende Multi-MW-Hybridkraftwerke bis hin zur energieräumlichen Stadtentwicklung in Leipzig. Gebäude und Siedlungsstrukturen, so das Ziel solaren Bauens, werden mehr und mehr vom Energieverbraucher zum Energieproduzenten, das Bauen ist auf dem Weg zum Plusenergie-Gebäude.

Bauhaus.SOLAR mit höchstem „Wirkungsgrad“: Auch 2010 konnte der Kongress seine Wirkung wieder deutlich steigern. Rund 350 Fachbesucher verfolgten die über 40 Veranstaltungen, was einen Zuwachs um fast 35 Prozent gegenüber 2009 bedeutet. Die gewachsene inhaltliche und mediale Bedeutung des Kongresses spiegelt auch die Beteiligung der Wirtschaft wieder: Sponsoren und Aussteller präsentierten in diesem Jahr innovative Baumaterialien und Technologien. Das entspricht einer Verdoppelung im Vergleich zu 2009. Auch die Kooperations- und Medienpartnerschaften wurden zahlreicher und internationaler.

Bauhaus.SOLAR AWARD geht nach Münster: Gewinner des erstmals vergebenen Bauhaus.SOLAR AWARDs ist das Projekt „POWER.plant“, eingereicht von Pascal Maas von der msa münster school of architecture. Der Entwurf erhält ein Preisgeld von 8.000 EUR. Er zeigt vorbildlich die Auseinandersetzung mit innovativer Technologie in der Fassade und die Nutzung von Mikroalgenkulturen in der (Solar-) Architektur. Über 90 Bewerbungen aus Europa und Japan rangen um den Preis, der den planenden und gestaltenden Nachwuchs fördert und ihn gleichzeitig an das energieeffiziente und solare Bauen und Sanieren heranführt.

Quelle: SolarInput

Kommentare   

#1 Andrea 2010-11-16 05:07
"Nachhaltiges Bauen verlangt neben finanziellen Investitionen auch die Bereitschaft, gewohnte Denk- und Vorstellungsmuster zu verlassen." - Ein interessantes Projekt in Taiwan sollte hier noch Erwaehnung finden. Auf der Flora Expo, die derzeit in Taipei stattfindet, wurde ein Pavillon aus 1,5 Millionen recycelten Plastikflaschen errichtet. Der sogenannte EcoARK sieht zudem auch schon schick aus. Strom wird durch integrierte Solarzellen erzeugt. Und in der Nacht wird der komplette Pavillon durch unzaehlige LED-Lampen erleuchtet. Wer haette gedacht, dass sich Plastiklfaschen als Baumaterial eignen. Sicherlich laesst sich argumentieren, dass wir eigentlich gar keine Plastikflaschen mehr benutzen sollten, doch sind die nun mal schon in Mengen auf unserer Erde vorhanden. Warum also die nicht gleich sinnvoll weiterverwenden? Ein interessantes Interview mit dem Architekten gibt es hier:

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