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Stuttgart, 09. Dezember 2009 - Die PV Crystalox Solar Silicon GmbH (PVC) hat ein neues Produktionsverfahren für Solarsilizium entwickelt. Seit Juni 2009 setzt das Unternehmen das Verfahren im neu gebauten Standort Bitterfeld erstmals in der Produktion ein.

Um sich während des Baus völlig auf das Verfahren konzentrieren zu können, Komplikationen zu verhindern und kostenintensive Nacharbeiten zu vermeiden, beauftragte PVC die DEKRA Industrial GmbH bereits über ein Jahr vor Baubeginn mit der Plausibilitätsprüfung der Bauplanung, der Baustellengesamtleitung und der Bauüberwachung.

„Durch die DEKRA Mitarbeit konnten wir den Zeitplan und die geplante Investitionssumme bezüglich der Bauarbeiten einhalten“, betont Dr. Hilmar Tiefel, Geschäftsführer bei PVC. Für PVC war die Umsetzung des neuen Produktionsverfahrens, eine optimierte Modifikation des sogenannten Siemens-Prozesses, eine interessante Herausforderung.

Das Verfahren war zuvor noch nicht im großtechnischen Maßstab angewandt worden. Um einen reibungslosen Bau zu ermöglichen, koordinierte und leitete DEKRA die Großbaustelle. Seit Baubeginn im Sommer 2007 überwachten die Experten mit drei Sachverständigen vor Ort die Baumaßnahmen und prüften baubegleitend die Qualität der Zufahrtswege, der Stromzufuhr, der Wasserversorgung, des Stahlbaus und der Gebäudehülle. „Das große Aufgabenspektrum und die hohen Sicherheitsanforderungen, die durch das neue Produktionsverfahren und die eingesetzten Chemikalien nötig wurden, waren für uns eine Herausforderung“, erläutert Thomas Möckel, DEKRA Projektleiter.

Der Neubau der Siliziumfabrik besteht aus Freiluft-Chemieanlagen, mehreren Funktionsgebäuden sowie einem Mehrzweckgebäude mit Büroräumen und einer großen Reaktorhalle. Bis zu 1.800 Tonnen hochreines Poly-Solarsilizium können in der neuen Produktionsanlage pro Jahr produziert werden. Das Poly-Solarsilizium wird zu Blöcken verarbeitet und an weiteren Produktionsstätten des Unternehmens in dünne Scheiben (Wafern) für Photovoltaikanlagen geschnitten. Bei der Produktion werden gefährliche Stoffe wie Chlorsilane verarbeitet. Weitere wie Wasserstoff oder Chlorwasserstoff werden im Produktionsprozess verwendet.

Zusätzlich zu den Erfordernissen des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes unterlag die Siliziumfabrik deshalb bereits während des Baus den erhöhten Sicherheitsanforderungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes und der Störfallverordnung.

Um diesen Erfordernissen gerecht zu werden, sicherten die Experten während des Baus zusätzlich das Baugelände und koordinierten die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen auf der Baustelle. Für die Inbetriebnahme der Produktionsanlage wurden bereits ab September 2008 verschiedene Chemikalien auf der Großbaustelle gelagert und verarbeitet. Damit änderte sich die Gefahrensituation auf der Baustelle. Jeder Arbeiter war deshalb verpflichtet, eine persönliche Schutzausrüstung zu tragen. Dazu gehörten eine Schutzbrille und ein Notatmungsgerät.

Vor der Betonage der Fundamente mussten auf dem Gelände rund 30.000 Kubikmeter Erdreich bis zu einer Tiefe von vier Metern ausgehoben und entsorgt werden. Der Neubau der Siliziumfabrik entstand auf einer Industriebrache, auf der bereits zu DDR-Zeiten Chemieunternehmen angesiedelt waren. Aus dieser Zeit war der Boden mit Schadstoffen verunreinigt.

Um den reibungslosen Bauverlauf vorzubereiten, hatte DEKRA vor Baubeginn die Bauplanung auf Plausibilität geprüft. Zusätzlich hatten die Experten die Vergabeverhandlungen für die Generalunternehmer-Verträge vorbereitet und begleitet. Während des Baus bewertete DEKRA zudem die Nachtragsforderungen der Bauunternehmen für Leistungen, die nach deren Meinung nicht Bestandteil des ursprünglichen Vertrages gewesen waren.

Quelle: DEKRA

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