photovoltaik-guide.de verwendet Cookies um Ihnen den bestmöglichen Service bereitzustellen. Indem Sie unsere Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bonn/Paris, 10. März 2011, Erst im Dezember 2010 verkündete Frankreichs Premierminister François Fillon den Beschluss eines Photovoltaik-Moratorium, demzufolge vorerst keine neuen PV Anlagen genehmigt werden sollten. Ausgenommen davon nur die privaten Kleinanlagen bis 3 kW. Diesem Moratorium folgte im Februar die Ankündigung einer strikten Begrenzung des jährlichen PV Zubaus auf 500 MW und schließlich die heute beschlossene Senkung der Förderung.

Künftig erhalten Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehr als 100 kW nur noch eine pauschale Vergütung von 12 €-Cent pro Kilowattstunde (kWh), das gab die französische Umweltministerin Nathalie Kosciuso-Morizet jetzt bekannt. Die heute in Kraft gesetzten Tarife gelten demnach unabhängig davon, ob die Anlagen auf einem Dach oder einer Freifläche installiert werden. Für Freiflächen bedeuten die Absenkungen einen massiven Einschnitt von mindestens 57 Prozent im Vergleich zu den Vergütungen vom September 2010. Für Aufdachanlagen liegt die prozentuale Kürzung gar bei 70 Prozent.

Die Einspeisetarife für kleine PV Systeme sollen dagegen vorerst um 20 Prozent sinken und im Verlauf des Jahres pro Quartal noch einmal um jeweils zehn Prozentpunkte gesenkt werden. „Damit werden die in Frankreich vergleichsweise hohen PV Tarife an die Vergütungen der Nachbarländer angepasst“, sagt Markus Monssen-Wackerbeck, Leiter des Kernbereichs Energy & Utilities bei EuPD Research. Diese Anpassungen seinen zwar ambitioniert, führten aber langfristig zu der dringend notwendigen Bereinigung von Ländermarkt spezifischen Verwerfungen im Preisniveau der PV Anlagen, so Monssen-Wackerbeck.

Insgesamt, so schätzen Marktexperten, lasse sich aufgrund dieser Änderungen in der französischen Solarförderung Teile der bislang geplanten Solarprojekte vorerst nicht mehr realisieren. Laut der Solarinitiative „Toche Pas à Mon Panneau Solaire“ waren bereits im Dezember, zu Beginn des von der Regierung verordneten Baustopps, Projekte von 5,3 GW in der Projektpipeline, für die teilweise schon Netzanschlüsse und Baugenehmigungen erteilt wurden. Andere Quellen sprechen von mehr als drei Gigawatt im Planungsvorlauf.

„Für diese Projekte wird es jetzt eng“, weiß Markus A.W. Hoehner, CEO des Bonner Marktforschungs- und Beratungshauses EuPD Research. „Die Anlagen wurden auf einer völlig anderen Berechnungsgrundlage geplant und müssen nun teilweise neu kalkuliert werden“, so die Einschätzung. Einen Abgesang auf den französischen PV-Markt stimmen die Marktforscher von EuPD Research trotz allem nicht an. „Diesen Druck muss die Industrie jetzt nutzen um die hohen Systempreise im Land auf ein wettbewerbsgerechtes, europäisches Niveau zu bringen“, ergänzt Markus A.W. Hoehner. Aktuell, so belegen die Zahlen des Europäischen Preismonitors von EuPD Research, kosten PV System unter 10 kW im Mittel rund 4.400 Euro, in der Spitze sogar 6.000 Euro. Für Systeme zwischen 10 und 100 kW zahlt man im Mittel immerhin noch 3.860 Euro.

Für die nächsten Monate prognostizieren die Marktexperten von EuPD Research dennoch eher sinkende Zubauten. „Der Markt bereinigt sich in den nächsten Monaten, doch gerade im Bereich der privaten Aufdachanlagen hat Frankreich noch ungehobene Potentiale. Hersteller die jetzt auf den sich verschärfenden Kostendruck reagieren und sich mit hoher Qualität, einer starken Marke und in einem passenden Segment aufstellen, können diese Änderungen verkraften“, so Markus Monssen-Wackerbeck, Leiter des Kernbereichs Energy & Utilities bei EuPD Research.

 

Quelle: EuPD Research

You have no rights to post comments