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Triefenstein, 21. Mai 2013, Wie aus den aktuellen Daten der Gehaltsstudie des Unternehmens PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler hervorgeht, gehen immer mehr Solarunternehmen über auf variable Entgeltbestandteile. Machte das Grundgehalt eines Beschäftigten im letzten Jahr noch etwa 85% aus, sind es aktuell nur noch rund 80%. Zwar setzen sich variable Entgeltbestandteile in vielen Unternehmen und Branchen durch, doch eine variable Vergütung nützt allen Beteiligten nur wenn sie auch richtig angewendet wird. Denn erfolgsversprechend sind die Vergütungssysteme nur dann, wenn Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen profitieren.

Photovoltaik - Gehälter in der Solarbranche - Variabler Entgeltbestandteil - Grundgehalt und Zusatzvergütung

Bild: Beschäftigte in der Solarindustrie mit variablem Entgeltbestandteil

Variabel heißt, dass zusätzlich zum Grundgehalt noch eine vorher vereinbarte Vergütung gezahlt wird, wenn gewisse Ziele in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden. Diese kann aus einer Gewinnbeteiligung, einer umsatzbasierten Provision sowie aus einer Bonus- oder Prämienzahlung bestehen. Auch Kombinationen zwischen den verschiedenen Systemen sind üblich und werden auch angewendet. Dazu werden mit den Beschäftigten in einem Gespräch Zielvereinbarungen getroffen. Werden die Ziele im vereinbarten Zeitraum erreicht, erhalten die Beschäftigten ihren entsprechenden Zusatzanteil.

Sind Zielvereinbarungen überhaupt noch erreichbar?

Die Frage die sich aktuell stellt, ist, ob denn die vereinbarten Ziele von den Beschäftigten in der Solarindustrie überhaupt noch erreicht werden können. Schließlich ist die Solarbranche vom Willen der Politik abhängig und davon hängt der Erfolg einer ganzen Branche ab. Derzeit ist die Situation in der Solarbranche überaus zugespitzt und eine Entspannung ist derzeit nicht zu erwarten. Immer mehr Unternehmen gehen den Schritt in die Insolvenz, ziehen sich komplett aus dem Solargeschäft zurück, bauen massiv Stellen ab und legen geplante Investitionen für unbestimmte Zeit auf Eis. Beherrscht wird die Solarbranche von Restrukturierungsmaßnahmen in Zeiten der Konsolidierungsphase.

Ob die vereinbarten Ziele überhaupt noch erreicht werden können, kommt ganz klar auf die Ziele und das damit verbundene Vergütungssystem an. In der anhaltend schwierigen Marktsituation, in der sich die Solarbranche noch immer befindet und in denen die meisten Solarunternehmen rote anstatt schwarze Zahlen schreiben, macht es daher keinen Sinn, Mitarbeitern weiterhin eine Gewinnbeteiligung anzubieten. Dennoch erhalten laut der Gehaltsstudie des Marktforschungsunternehmens PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler, 12,61% der Beschäftigten mit variabler Vergütung, eine Gewinnbeteiligung von ihrem Arbeitgeber. Im untersuchten Vorjahr lag der Anteil noch bei 11,92%. Ein derartiges Modell zahlt sich für Beschäftigte erst dann in barer Münze aus, sofern das Unternehmen auch einen Gewinn ausweisen kann. Jedoch kann das im Moment so gut wie kein Solarunternehmen. Umso erstaunlicher, dass das Modell "Gewinnbeteiligung" vermehrt zur Anwendung kommt.

Unternehmen die deshalb noch immer auf ein solches Vergütungsmodell setzen muss vorgeworfen werden, damit bewusst zu kalkulieren. Natürlich nur, sofern eine Gewinnbeteiligung vereinbart wurde und es zu diesem Zeitpunkt absehbar war, dass das Unternehmen - jetzt und in naher Zukunft - keinen Gewinn erwirtschaftet. Es handelt sich sonst um eine Gehaltskürzung durch die Hintertür. Beschäftigte die eine Gewinnbeteiligung vereinbart haben und deren Unternehmen nachweislich keinen Gewinn erzielen, sollten deshalb aktiv das Gespräch mit ihren Vorgesetzten suchen.

Leistung und Erfolg unterschiedlich betrachten

In erster Linie sollten sich die Ziele nicht nur an den strategischen Unternehmenszielen, sondern auch an den standortspezifischen Zielen und ganz individuell, an die persönlichen Zielen der Beschäftigten orientieren. Auch muss zwischen Leistung und Erfolg unterschieden werden. Wer viel leistet muss nicht zwangsläufig auch zum Unternehmenserfolg beitragen. Leistung ist relativ und liegt immer im Auge des Betrachters. Der Erfolg lässt sich zahlenmäßig viel einfacher ermitteln als die eingesetzte Leistung, die maßgeblich am Erfolg beteiligt war. Der Zeitraum, in dem Ziele erreicht werden sollten, müssen kurz gewählt werden. Hier hat sich das Stecken von Quartalszielen bewährt. Hingegen dürfen Ziele die Beschäftigen keineswegs überfordern, weshalb immer individuelle Ziele vereinbart und auch persönliche Qualifikationen mit eingebunden werden sollten. Ziele müssen für den Beschäftigten realistisch und für beide Seiten klar formuliert sein.

Photovoltaik - Gehaltsstudie 2012-2013

Besser geeignet sind an die Zielvereinbarung gekoppelte Zahlungen wie Bonus- bzw. Prämienzahlungen oder eine am Umsatz gekoppelte Provision. Fast ein Drittel der Beschäftigten in der PV-Branche - mit variablem Entgeltbestandteil - erhalten eine Bonus- oder Prämienzahlung. Bei über 17% ist die umsatzbasierte Provision Teil der variablen Vergütung. Variable Entgeltbestandteile können erfolgsversprechend für Beschäftigte und Unternehmen sein, wenn faire Vergütungssysteme mit entsprechenden umsetzbaren Zielen gewählt werden. Eine Zielvereinbarung mit der Aussicht auf eine Gewinnbeteiligung bei Erfolg, ist weder für das Unternehmen, noch für den Beschäftigten in der aktuellen Marktsituation ein förderliches System. Im Gegenteil: Es wirkt sich kontraproduktiv auf die Leistung des Beschäftigten und negativ auf die Glaubwürdigkeit des Unternehmens aus.  

Am Ende zählt jedoch nur eines; für die Beschäftigten muss immer ein verlässliches und kalkulierbares Einkommen stehen.

Die Ergebnisse stammen aus der aktuellen Gehaltsstudie des Unternehmens PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler. Die mittlerweile vierte "Gehaltsstudie 2012/2013: Die große Gehaltsumfrage - Das verdient die Solarbranche wirklich", erscheint in etwa zwei Wochen im Shop von Photovoltaikstudie.de. Die Studie richtet sich an Arbeitgeber, Personalverantwortliche, Führungskräfte und Branchenverbände. Solarunternehmen können die Studie schon jetzt zu einem vergünstigten Preis vorbestellen. Bezug und weitere Informationen zur Gehaltsstudie erhalten Sie unter:  http://www.photovoltaikstudie.de/gehaltsstudie

Quelle: PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler

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