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Interview

München, 07. Dezember 2010, Der Papst ist offenbar ein Freund von alternativen Energien. Frank Asbeck (51), Chef der SolarWorld AG, einem der erfolgreichsten Solarunternehmen der Welt, verrät im Interview mit der Peoplezeitschrift FRAU IM SPIEGEL, dass der Heilige Vater "auch eine Solaranlage auf einer Audienzhalle des Vatikans und auf seinem Privathaus in Bayern" hat. "Ich war schon beim letzten Papst, Johannes Paul II. Zu ihm sagte ich: ,Heiliger Vater, wir können aus Sand und Sonne Strom machen.' Er hat mich entrüstet angeschaut und gesagt: ,Mein Sohn, nur der liebe Gott kann alles'", so Asbeck.

Der Millionär, der Legastheniker ist, hat bereits in der Schulzeit Schreibarbeiten wenn möglich delegiert. "Ich hatte quasi seit meinem elften Lebensjahr eine Sekretärin." Auf die Frage, wer genau das war, antwortet er "die klassenbesten Mädchen". Obwohl er in der Klasse die meisten Fehler gemacht habe, habe er dank eines IQ-Test-Ergebnisses nie an sich gezweifelt. Asbeck: "Ich musste als Kind zum Oberschulamt, um dort einen Intelligenztest zu machen. Danach wusste man: Der ist nicht wirklich blöd. Das Resultat des IQ-Tests war 136, also sehr ordentlich."

Zum Thema Frauen hat Frank Asbeck "nachgerechnet und herausgefunden, dass ich in den letzten 25 Jahren sehr treu war. Ich war mit vier Frauen zusammen - nacheinander. Mit meiner zweiten Ehefrau bin ich 2011 fünf Jahre verheiratet. Susanne ist meine liebste und letzte Frau." Sie hätten sich entschlossen, 25-jährige Hochzeit zu feiern. "Weil Susanne alle positiven Eigenschaften der Frauen vereint, die mich ertragen haben." Außerdem bekomme man dafür viel einfacher eine Tischdeko. Ob seine Frau diese Idee gut findet? - "Natürlich. Das ist ja eines der Kriterien, warum sie mit mir zusammen ist. Ich will mich nicht selber loben, aber ich bin lustig. Mir fällt jeden Tag irgendein Quatsch ein."

Frank Asbeck hat eine Patchwork-Familie. Zwei Kinder stammen aus seiner ersten Ehe, eines hat seine Frau mitgebracht. "Das ist natürlich nicht immer einfach, aber wir kriegen es wunderbar hin", sagt er. "Die Kinder verstehen sich untereinander sehr gut." Weihnachten seien zumindest zwei der drei Omas immer dabei. "Großmütter haben ja unabhängig vom Charakter einen sehr dekorativen Einfluss. Weihnachten, ohne dass eine Oma im Stuhl sitzt, ist kein Weihnachten." Darauf angesprochen, dass er mal fünf Jahre lang nicht mit seinem Vater geredet habe, sagt Asbeck: "Ich glaube, es waren sogar zweimal fünf." Seine Begründung: "Weil jeder kleine Baum Sonnenperioden braucht, damit er unter einem großen wachsen kann."

Ob er immer schon vom SolarWorld-Erfolg überzeugt war? - "Natürlich gibt es Momente des Nachdenkens und Zauderns. Und auch Ängste: Schaffe ich den nächsten Schritt?" Hilfreich sei bei ihm in so einer Situation "Spazieren gehen". Er sei zwar kein Bäume-Umarmer, aber es gebe oberhalb von Remagen eine 500 Jahre alte Stieleiche mit schönem Blick übers Rheintal. "Da muss ich einfach nur hingehen und mich drunter setzen. Dieser Baum hat jeden Mist schon mal gesehen. Da relativieren sich Probleme und viele kriege ich dann im Kopf gelöst."

Eines seiner aktuellen Projekte ist die eigene Figur. "Wenn man 130 Kilo wiegt, muss man abnehmen. Sonst sind irgendwann die Knie durch."

Quelle: Frau im Spiegel

Frankfurt, 20. Oktober 2010, Der Bundesverband Christliche Demokraten gegen Atomkraft (CDAK) protestiert gegen den augenscheinlich lieblosen und wenig pietätvollen Umgang des Hessischen Rundfunks mit dem letzen Interview, das der am Donnerstag verstorbene Dr. Hermann Scheer, Präsident von EUROSOLAR, dem Sender auf der Buchmesse gab.

Petra Pauly, Pressesprecherin der CDU/CSU-Atomkraftgegner: „Unser Kritikpunkt ist nicht, daß  der Sender das Interview mit der Filmmusik aus ‚Spiel mir das Lied vom Tod‘ unterlegt. Das Interview wurde Dienstag, 19. Oktober 2010, um 12:05 Uhr von hr2-kultur ausgestrahlt und wird heute um 23:05 Uhr wiederholt. Wir kritisieren, daß der Sender das u.a. für Sigmar Gabriel brisante Scheer- Interview so gut versteckt. Das heißt, dieses wertvolle und aufschlußreiche Dokument der Zeitgeschichte ist schwer zu finden, noch dazu wenn eine Ankündigung durch sachfremde Texte vernebelt wird.“

Zum Interview

Quelle: CDAK

Hamburg, 14. juni 2010 - Zu Beginn ein kurzer Rückblick auf das Jahr 2009, das für die PV-Industrie alles andere als einfach war: zunehmender Konkurrenz- und Preisdruck besonders auch aus China, langsame Entwicklung neuer Märkte, globale Finanzkrise.

Executive Vice President Sharp Energy Solution Europe - Peter Thiele

Wo steht Sharp nach diesem turbulenten Jahr?

2009 hat den Unternehmen tatsächlich viel an Flexibilität abverlangt und eine Konsolidierung eingeleitet, die nicht ungewöhnlich ist für so junge Branchen wie die Photovoltaik. Mit der dynamischen Marktentwicklung hat sich in 2009 ganz klar gezeigt, dass nur derjenige Erfolg hat, der erstens: hochleistungsfähige Solarprodukte zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, zweitens: in modernsten Fabriken effizient und ökologisch produzieren kann und drittens: über eine etablierte und gleichzeitig flexible Vertriebsstruktur verfügt. Wir können auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken: Im Geschäftsjahr 2009 ist Sharp nach Umsatz der weltweit führende Solarzellenproduzent!* (* 208.7 Mrd. Yen (2.214 Mrd. US$) im Geschäftsjahr 2009 (1. März 2009 bis 31. März 2010))

Der PV-Markt befindet sich auch weiterhin im Umbruch: in Deutschland, dem weltweit größten Photovoltaikmarkt, stehen zusätzlich zu der turnusmäßigen Förderungsdegression zusätzliche Kürzungen an.  Was bedeutet das für Sharp?

Die außerplanmäßigen Kürzungen werden im zweiten Halbjahr wohl jeden Photovoltaik-Hersteller betreffen und auch wir erwarten im dritten Quartal 2010 einen leichten Nachfragerückgang. Dank unserer 50-jährigen Erfahrung im Aufbau neuer Photovoltaikmärkte und unserer internationalisierten Vertriebsstruktur werden wir unseren Erfolg fortsetzen können und andere europäische Märkte wie Frankreich, UK oder BeNeLux stärken. Deutschland bleibt allerdings unser wichtigster Markt – hier zahlen sich unsere guten und etablierten Geschäftsbeziehungen aus. Zudem wissen die Kunden, dass sie mit Sharp Modulen neben hochleistungsfähigen Produkten und guten Erträgen auch langfristig besten Service erhalten. Deshalb sehen wir erwartungsvoll der zweiten Jahreshälfte 2010 und dem Jahr 2011 entgegen.

„Energie- und wirtschaftspolitische Geisterfahrt“ oder „notwendige und angemessene Revision“ – wie beurteilt Sharp die Neuregelung des Erneuerbare Energien Gesetzes in Deutschland?

Ob die noch junge Branche Kürzungen der angekündigten Größenordnung verkraften kann, bleibt abzuwarten. Sollten sie sich als zu rigide herausstellen, wird die Branche über die gesamte Wertschöpfungskette empfindlich getroffen. Letztlich geht es hier aber um ganz grundlegende Fragen: Wie soll unser Strommix in Zukunft aussehen? Welche Weichen stellen wir, um zukünftig eine nachhaltige, klimafreundliche und sichere Energieversorgung zu gewährleisten? Ist unser Ziel die vollständig regenerative Stromerzeugung? Ein derartiger Strukturwandel im Energiesystem braucht langfristige Investitionen und eine Förderung, die allen Seiten gerecht wird sowie die Technologieführerschaft im internationalen Wettbewerb ermöglicht. Die angekündigte Unterstützung von 100 Millionen Euro für die deutsche Branche ist ein Schritt in die richtige Richtung – erscheint aber neben den 12 Milliarden Euro, mit denen China die Solarwirtschaft fördert, relativ gering.

Europa bleibt der größte PV-Markt und weist mit 5,6 Gigawatt neu installierter Leistung in 2009 erneut ein außerordentliche Wachstum aus: insgesamt sind laut der European Photovoltaic Industry Association (EPIA) hier schon fast 16 Gigawatt installiert. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?

Wir rechnen weiterhin mit einem stetigen Wachstum in Europa: Neben Deutschland und Frankreich sind auch UK und Belgien vielversprechende Märkte. Wir wollen die Photovoltaik auch in den Ländern stärken, die zwar gute Sonneneinstrahlungen haben, diese Technologie jedoch erst wenig nutzen, beispielsweise in Griechenland oder in der Türkei. Für ganz Europa geht es darum, die Klimaziele – 20 Prozent erneuerbare Energie bis 2020 – zu erreichen und über die Energieversorgung der Zukunft zu entscheiden. Solarenergie hat unter allen „Erneuerbaren“ die höchste Energiedichte und die Photovoltaik gehört zu den sichersten, ökologisch und ökonomisch bedeutsamsten Energietechnologien. Daneben ist sie eine der wenigen Branchen, die für steigende Beschäftigungszahlen sorgen. Sharp stellt in der Solarfabrik im britischen Wrexham und zukünftig auch in Italien Solarmodule für den europäischen Markt her.

Was sind Ihre Ziele für die kommenden Jahre und mit welcher Strategie wollen Sie sie erreichen? Welche Rolle spielt Sharps Photovoltaikfabrik in Sakai?

Bereits jetzt sind wir das weltweit umsatzstärkste Solar-Unternehmen und nach ausgeliefertem Volumen liegen wir auf Platz drei. Auch in Zukunft werden wir den globalen Markt mit anführen. Als innovationsgetriebenes Unternehmen setzt Sharp konsequent auf die Entwicklung effizienter Technologien und modernster Produktionsstätten: Seit März 2010 treiben wir mit der ersten Gigawatt-Dünnschichtfabrik im japanischen Sakai diese Technologie weiter voran und werden hier mittelfristig Dünnschichtzellen in Triple-Junction- Struktur mit zweistelligem Wirkungsgrad herstellen. Daneben erschließen wir auch neue Geschäftsbereiche und verlängern mit dem Einstieg in das IPP Business (Independent Power Provider) die Wertschöpfungskette. Gemeinsam mit Enel Green Power gründet Sharp das Unternehmen „ES Solar Farms S.r.l.“, das bis Ende 2016 Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 500 Megawatt im Mittelmeerraum installieren wird.

Quelle: Sharp Electronics (Europe) GmbH

Berlin, 20. September 2010, Klima- und Entwicklungspolitik sind nur dann nachhaltig, wenn sie besser aufeinander abgestimmt werden als bislang. Das betonen die Autoren des Buches "Global aber gerecht - Klimawandel bekämpfen, Entwicklung ermöglichen", das im Beck-Verlag erschien und in der letzten Woche in Berlin präsentiert wurde. Das Buch ist der Abschlussbericht eines dreijährigen Forschungsprojekts http://www.klima-und-gerechtigkeit.de/ des katholischen Hilfswerks Misereor, der Münchener Rück Stiftung, des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sowie des Instituts für Gesellschaftspolitik München (IGP).

pressetext sprach mit Berichtsautor Ottmar Edenhofer, Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Vermeidung des Klimawandels" im Weltklimarat IPCC und PIK-Chefökonom. Edenhofer fordert neue Lösungswege solange nicht absehbar ist, wann ein globales Klimaabkommen erreicht werden kann.

pressetext: Wie lauten für Sie als Wirtschafts- und Klimaforscher die Hauptprobleme, denen sich die Welt stellen muss?

  

Edenhofer: Da ist zuerst die Gefahr des gefährlichen Klimawandels, wenn sich die globale Mitteltemperatur um mehr als zwei Grad Celsius erhöht. Damit könnten großskalige Schäden wie die Ozeanversauerung, das Ausdörren des Amazonas-Regenwaldes und das Ende der Monsun-Dynamik einhergehen. In den Entwicklungs- und Schwellenländer ergeben sich durch den Klimawandel vor allem Probleme für die Trinkwasserversorgung, die Landwirtschaft und Ernährung und den Küstenschutz. Vor allem für die Schwellen- und Industrieländer erscheint jedoch auch eine drastische Emissionsreduktion risikoreich, da Wohlstand und wirtschaftlicher Aufschwung bislang stets mit Öl, Kohle und Gas verbunden sind. Und diese Denkweise ist in das historische Gedächtnis der Menschheit eingebrannt.

pressetext: Welche globalen Ziele lassen sich daraus ableiten?

  

Edenhofer: Das Ziel muss sein, wirtschaftliches Wachstum und die Nutzung fossiler Brennstoffe zu entkoppeln, ohne dass Entwicklungs- und Schwellenländer dadurch in ihren Entwicklungschancen beeinträchtigt werden. Nur so können wir die Erwärmung begrenzen. Das vorgeschlagene Limit von zwei Grad ist ein vernünftiger Anhaltspunkt. Aber der Klimawandel lässt sich nicht mehr aufhalten, er lässt sich nur begrenzen, daher müssen sich die Entwicklungsländer an den nicht mehr vermeidbaren Klimawandel anpassen.

pressetext: Der aktuelle Projektbericht fordert die gerechte Verteilung. Was heißt das konkret?

  

Edenhofer: Für das Ziel von zwei Grad darf die Menschheit in diesem Jahrhundert nur noch 400 Gigatonnen Kohlenstoff ausstoßen. Das bedeutet, dass ein Großteil der vorhandenen fossilen Ressourcen im Boden bleiben muss. Gerechtigkeit heißt, den knappen Deponieraum der Atmosphäre fair zu verteilen. Jeder Mensch sollte also den gleichen Anteil daran bekommen. Das kann man nicht sofort umsetzen, aber es ist eine Aufgabe für die kommenden Jahre.

pressetext: Welche Instrumente sollen das umsetzen?

  

Edenhofer: Der globale Emissionshandel soll sicherstellen, dass die Atmosphäre nicht übernutzt wird und die angestrebte gleiche Verteilung der Emissionsrechte pro Kopf soll der Fairness Rechnung tragen. Von Letzterer würde besonders Afrika profitieren, weil seine Länder die Emissionsrechte verkaufen könnten und Einnahmen erhielten, die die heutige Entwicklungshilfe bei weitem übersteigen. Der Umstand, dass man mit Emissionsrechten handeln kann, soll die Vermeidungsoptionen mögichst kostengünstig machen. Damit sich ein globaler Emissionshandels entwickelt, braucht es regionale Erfahrungen. Der europäische Emissionshandel braucht jedoch Reformen: Es müssen alle Sektoren - das heißt Stromversorgung, Transport und Wärmemarkt - integriert werden, um eine breite Suche nach den kosteneffizientesten Vermeidungsoptionen zu ermöglichen.

pressetext: Versuche wie etwa die Klima-Konferenz in Kopenhagen, einen globalen Emissionshandel vertraglich festzusetzen, schlugen bisher fehl. Glauben Sie weiter daran?

  

Edenhofer: Die Kopenhagen-Konferenz scheiterte unter anderem, weil wir glaubten, es sei eine Klimakonferenz. In Wirklichkeit war sie die wichtigste Weltwirtschaftskonferenz seit dem Zweiten Weltkrieg, da es letztlich darum ging, die Nutzungsrechte von Kohle, Öl und Gas neu zu verteilen. Auch war es eine Illusion zu glauben, dass alle 194 Staaten einem Abkommen zustimmen werden. Um die wichtigsten Klimaschutzziele zu erreichen reicht es aber, wenn zunächst die acht bis zehn Hauptemittenten kooperieren.

pressetext: Der größte CO2-Produzent China geht ja bisher stets eigene Wege. Welche Rolle hat das Land für den globalen Klimaschutz?

 

Edenhofer: Im Moment die entscheidende. China ist die Werkbank der Welt und will auch in den nächsten beiden Dekaden Nettoexporteur bleiben. In jedem Laptop, iPod oder Spielzeug, das etwa nach Europa exportiert wird, transportiert China seine Kohle nach außen. Wir sind an der CO2-Bilanz dieses Landes beteiligt. China scheut sich, sich durch internationale Verträge in Sachen Emissionen zu verpflichten. Allerdings hat sich die Regierung mit dem aktuellen Fünf-Jahres-Plan sehr ehrgeizige Ziele für die Emissionsreduktion gesetzt und ist auch in der Lage, sie zu erreichen.

pressetext: Wenn es keine globalen Verträge für Klimawandel- und Armutsbekämpfung gibt, wie lauten die Alternativen?

  

Edenhofer: Kleinere Schritte außerhalb eines weltweiten Abkommens sind nötig. Das wird zunächst auch ein Weg von Versuch und Irrtum sein. Aber die globale Klimapolitik steckt in einer Sackgasse und wir müssen uns von der Vorstellung eines sofortigen globalen Abkommens verabschieden. Viel realistischer ist eine Koalition der Willigen, die sich dann erweitern muss. Wir brauchen dafür auch ein System von Strafen und Anreizen, zu denen etwa der Austausch von Technologien untereinander zählen könnte.

pressetext: Sie fordern ökonomische und ökologische Lösungen, doch gehen Klima- und Armutsforschung bisher noch nicht Hand in Hand.

Edenhofer: Das stimmt. Klimaökonomen brauchen die Unterstützung anderer Politik- und Forschungsbereiche. In unserem Projekt haben wir diese Brücke geschlagen, unter anderem durch Dialogforen mit Menschen vor Ort. Wir haben gelernt, dass nicht alle unsere Ideen im Süden gut ankommen. Aber vor allem, dass Partner wie etwa Misereor oder die Münchener Rück Stiftung viel Know-how einbringen. Tragfähige Lösungen werden wir am besten finden, wenn wir zusammenarbeiten.

pressetext: Danke für das Gespräch.

Redakteur: Johannes Pernsteiner

Quelle: pressetext

Gerade ging die Weltwasserstoffkonferenz (WHEC) in Essen zu Ende, im September startet wieder das Brennstoffzellen-Fachforum f-cell (http://www.f-cell.de/) in Stuttgart. Peter Sauber, Geschäftsführer der Peter Sauber Agentur Messen und Kongresse GmbH, der die WHEC mit organisierte und die f-cell gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) veranstaltet, sagt im Interview: „Es besteht weltweit Einigkeit darüber, künftig verstärkt Wasserstoff als Energieträger zu nutzen.“ Schon Mitte des Jahrzehnts sollen erste wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Fahrzeuge und -Heizgeräte erhältlich sein. Jetzt sei die Information der Verbraucher eine wichtige Aufgabe.

Peter Sauber, Geschäftsführer der Peter Sauber Agentur Messen und Kongresse GmbH

Redaktion: Herr Sauber, Sie kommen gerade von der Weltwasserstoffkonferenz, WHEC, in Essen, die Sie im Auftrag der EnergieAgentur.NRW organisierten. Was nehmen Sie von der WHEC mit?

Peter Sauber: Besonders wichtig fand ich die starke Präsenz hochrangiger Politiker und Wirtschaftsvertreter. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers machten sich ebenso für eine künftige Wasserstoffwirtschaft  stark wie der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche und Wolfgang Reitzle, Vorstandsvorsitzender der Linde AG. Das setzt klare Signale, die auch in der Öffentlichkeit ankommen. Interessant war auch zu sehen, wie sehr sich das Land Nordrhein-Westfalen für Wasserstoff und Brennstoffzellen engagiert.

Die Voraussetzungen dort sind auch besonders gut: Jürgen Rüttgers betonte in seiner Rede, dass allein mit dem Wasserstoff, der in den Industrieunternehmen des Landes entsteht, rund 260.000 Autos betrieben werden könnten. Was außerdem kaum einer weiß: In NRW besteht bereits eine 240 Kilometer lange Wasserstoffpipeline, die von Leverkusen bis ins östliche Ruhrgebiet führt. Im Rahmen des Projekts NRW Hydrogen HyWay, für das Land, Bund und EU zusammen 200 Millionen Euro bereitstellen, sollen Infrastruktur, Fahrzeugflotte und stationäre Anlagen jetzt gezielt weiter ausgebaut werden.

Redaktion: Ist denn die Versorgung mit dem Energieträger Wasserstoff nicht hauptsächlich ein Projekt, das von einigen großen Unternehmen und Ländern vorangetrieben wird?

Peter Sauber: Nein, überhaupt nicht. Die WHEC in Essen hat einmal mehr deutlich gemacht, dass weltweit Einigkeit darüber besteht, dass Wasserstoff als Energiespeicher ein enormes Potenzial hat, das wir heben müssen. So berichtete beispielsweise der chinesische Wissenschaftsminister Gang Wan über dortige Aktivitäten. Aber die WHEC zeigte ebenfalls eindrücklich, dass unglaublich viele kleinere Länder und Unternehmen aktiv sind, um ihre Chancen in diesem Markt zu nutzen.

Überall dort, wo Energie aus Windkraft, Sonnenstrahlung oder anderen regenerativen Quellen gewonnen wird, die einen ungleichmäßigen Ertrag liefern, bietet sich Wasserstoff an, um Energie zwischenzuspeichern und zu transportieren. Brennstoffzellen verwandeln anschließend die im Wasserstoff vorliegende chemische Energie zurück in Strom bzw. Wärme. Im Fokus stehen Brennstoffzellen übrigens im September auf dem jährlichen, internationalen Brennstoffzellen-Fachforum f-cell in Stuttgart, für das wir auf der WHEC werben und Kontakte knüpfen konnten. Das hilft uns, das internationale Profil der f-cell weiter zu schärfen.

Redaktion: Auf welche Vortragshighlights können sich f-cell-Besucherinnen und -Besucher denn 2010 freuen?

Peter Sauber: Es wird in insgesamt über 70 Vorträgen hervorragende Einblicke in die Brennstoffzellen-Aktivitäten weltweit geben. Es geht um Projekte aus europäischen Nachbarländern, wie Dänemark und Italien, um asiatische Aktivitäten in China, Japan und Korea und um Beispiele aus den USA und Kanada. Er referieren Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, die schon Produkte am Markt haben oder die Praxistests durchführen und kurz vor dem Markteintritt stehen, aber auch solche die hauptsächlich mit der Weiterentwicklung der Technik beschäftigt sind. Besonders interessant versprechen die Vorträge unserer japanischen Redner von Toshiba und Panasonic für die stationären Brennstoffzellen in der Hausenergieversorgung zu werden.

Auch für die mobilen Anwendungen in Fahrzeugen haben wir bereits prominente Vortragende von Daimler, Toyota, Renault/Nissan und Mitsubishi gewinnen können. Es wird uns hierbei dieses Jahr übrigens um Elektromobilität allgemein und nicht allein um Fahrzeuge mit Brennstoffzellen gehen. Auch technisch gibt es weitere Fortschritte: Auf der f-cell berichtet zum Beispiel Ziv Gottesfeld vom israelischen Unternehmen CellEra über die Entwicklung einer platinfreien Brennstoffzelle. Das ist natürlich eine gute Neuigkeit, sorgt doch unter anderem die Verwendung von Platin in Brennstoffzellen für die – noch – hohen Kosten der Anlagen.

Redaktion: Herr Sauber, sie begleiten mit der f-cell die Branche seit nunmehr zehn Jahren. Was hat sich in dieser Zeit getan und wie wird es Ihrer Einschätzung nach weitergehen?

Peter Sauber: In dieser Zeit hat sich unglaublich viel getan. Es gab viele spannende Fortschritte in der Technologie, die aber an der Öffentlichkeit großteils vorbei gingen, so dass dort oft der Eindruck entstand, Brennstoffzellen seinen „vom Tisch“. Das hat sich 2008 mit der Einführung des nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellen­technologie (NIP) und der zu dessen Umsetzung gegründeten Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) schlagartig geändert. Einen weiteren Schub erhielt das Thema letztes Jahr als sich unter der Federführung von Daimler große Fahrzeughersteller darauf verständigten, bis 2015 einige 100.000 Brennstoffzellen-Fahrzeuge auf den Straßen zu haben.

Das bot die Grundlage für die Initiative H2 Mobility, die bis dahin an dem Aufbau einer entsprechenden Wasserstofftankstellen-Infrastruktur arbeitet. Jetzt ist es gemeinsame Aufgabe der Branche, Wasserstoff und Brennstoffzellen in der öffentlichen Diskussion zu halten und darüber aufzuklären. Wenn Kunden ab Mitte des Jahrzehnts erste Brennstoffzellenfahrzeuge und -heizgeräte kaufen sollen, müssen sie etwas über die Technik wissen, um ihr vertrauen zu können. Als Kongress-Veranstalter können wir dazu beitragen.

Quelle: f-cell