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Bonn/Blaubeuren 01. März 2010 - Solarworld hat sich an einem neuen Joint Venture mit Qatar Solar Technologies (QST) zur Siliziumproduktion auf der arabischen Halbinsel beteiligt. Das Investitionsvolumen seitens QST beträgt mehr als eine halbe Mrd. Dollar, an der Börse ist der Jubel darüber jedoch verhalten - zumindest bei Solarworld. Die Lorbeeren für den Großauftrag erntet hingegen der Zulieferer centrotherm photovoltaics. Das Unternehmen ist als Technologiepartner für den Aufbau der Produktionslinie vorgesehen und genießt die volle Aufmerksamkeit der Anleger. Die Solarworld-Aktien wurden von negativen Analysteneinschätzungen ins Minus gedrückt.

Solarworld ist mit 29 Prozent an der neuen Siliziumproduktion beteiligt. Ab 2012 soll das Joint Venture jährlich rund 3.600 Tonnen hochreinen Polysiliziums herstellen. In Katar stehe "eine ausgezeichnete Chemie-Infrastruktur" zur Verfügung. Zudem sei eine Vorwärtsintegration entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis hin zum fertigen Solarstrommodul denkbar. Gleichzeitig sichere Solarworld die eigene Versorgung mit Solarsilizium.

Schwache Zahlen

Analysten warnten jedoch vor dem problembehafteten Aufbau von Silizium-Anlagen. Zudem seien die zuletzt veröffentlichten Zahlen schwach. Gleich mehrere Experten senkten ihr Kursziel für die Aktie. Der Solarworld-Titel gab daraufhin deutlich nach und notiert in Frankfurt zu Redaktionsschluss dieser Meldung (13:14 Uhr) mit minus 2,66 Prozent bei 9,93 Euro.

Für centrotherm stellt der Bau der Siliziumfabrik aber einen Großauftrag dar. Das Unternehmen liefert nach eigenen Angaben Technologie und Equipment zur Produktion und übernimmt Engineering- und Projekt-Services bis hin zum Ramp-Up. Die centrotherm-Aktie kletterte um über sechs Prozent auf 31,23 Euro.

Umdenken in Katar

Für Katar, einen der weltgrößten Erdgaslieferanten, sei das Projekt ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Die arabische Halbinsel entwickle sich immer mehr zu einem wichtigen Wachstumsmarkt für die Photovoltaikindustrie. Hier finde ein Umdenken statt. Bisher wurde die Stromversorgung auf Basis von Erdgas sichergestellt. Mit der Umwandlung von Erdgas über Elektrizität in Solarsilizium verlängere sich nun die Reichweite des Gases, meint Solarworld-Chef Frank Asbeck.

Redakteur: Manuel Haglmüller

Quelle: pressetext

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