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Stuttgart/Kassel, 27. April 2010 - Wie sich Strom aus erneuerbaren Energiequellen auch langfristig speichern lässt, untersuchen Forscher schon lange. Ein System dafür hat nun ein Team vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES und vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)  entwickelt. Überschüssiger Strom aus Windkraft und Solarstrom soll künftig als klimaneutrales Methan in vorhandenen Gasometern und Gasleitungen gespeichert werden können.

"Wir haben nach Möglichkeiten gesucht, den Strom auch zwei, drei oder sogar vier Wochen lang zu speichern", erklärt der Michael Sterner, einer der Entwickler vom IWES, gegenüber pressetext. "Pumpspeicher sind eine gute Möglichkeit, allerdings haben unsere Berechnungen gezeigt, dass diese nicht ausreichen, um lange Windflauten zu überbrücken", so der Forscher. Als Vorbild des Modells diente die Photosynthese der Pflanzen.

Neue Wege der Stromspeicherung

"Bisher wird aus Gas Strom erzeugt, doch den umgekehrten Weg ist man noch nicht gegangen", erklärt Sterner. Das Verfahren zur Erdgasherstellung kombiniere erstmals die Technologien Wasserstoff-Elektrolyse und Methanisierung. In der Demonstrationsanlage in Stuttgart wird mit Hilfe der Elektrolyse Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt. "Durch eine chemische Reaktion des Wasserstoffs mit CO2 entsteht dann Methan."

"Der wesentliche Vorteil des von uns entwickelten Systems ist, dass man dabei das bereits bestehende Erdgas-Infrastruktur nutzen und erneuerbare Energien 'grundlastfähig' machen kann", erklärt der Experte. "Das Speicherreservoir des sich gesamten deutschen Erdgasnetzes beträgt über 200 Terawattstunden. Das entspricht dem Verbrauch von mehreren Monaten. Im Vergleich dazu verfügt das Stromnetz nur über 0,04 Terawattstunden Speicherkapazität.

Vielfältige Möglichkeit für Erdgas-Substitut

"Das Erdgassubstitut kann wie herkömmliches Erdgas in Versorgungsnetz, Pipelines und Speicher eingespeist werden, um dann Erdgasautos anzutreiben oder Erdgasheizungen zu befeuern", erklärt Sterner. Zudem bestehe auch die Möglichkeit, aus dem Gas erneut Strom herzustellen.

Der Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Strom zu Erdgas beträgt über 60 Prozent, haben die Forscher errechnet. Das sei definitiv besser als ein vollständiger Verlust, wenn man etwa die Windkraft überhaupt nicht nutzen kann. Ein Grund, warum man an der Weiterführung von Speicherkraftwerken arbeite, liege auch in der Tatsache begründet, dass die bisher vorherrschende Speicherform der Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland nur noch begrenzt ausbaufähig ist.

Derzeit bereitet das österreichische Partnerunternehmen Solar Fuel Technology die industrielle Umsetzung vor. Eine im Auftrag von Solar Fuel in Stuttgart errichtete Demonstrationsanlage läuft bereits erfolgreich. Ab 2012 soll eine deutlich größere Anlage im zweistelligen Megawattbereich entstehen.

Redakteur: Wolfgang Weitlaner

Quelle: pressetext

Kommentare   

#1 Laufzeitverl 2010-05-03 08:44
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