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Berlin, 12. Mai 2012, Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V., der zahlreiche Solarunternehmen unterstüzt, begrüßt die Anrufung des Vermittlungsausschusses durch den Bundesrat, hinsichtlich der Änderung des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz). Jetzt hofft die Solarbranche durch das Votum der Länder auf eine Schadensbegrenzung. Der Bundesverband sieht sich jetzt in seinen Forderungen bestärkt, die Kürzung der Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen weniger schnell zurückzufahren. Die Solarbranche kann nun hoffen, dass die im Bundestag Ende März 2012 beschlossenen, drastischen Einschnitte bei der Solarstrom-Förderung jetzt im Vermittlungsverfahren zwischen Bundesrat und Bundestag doch noch nachgebessert werden.

„Zur akuten Schadensbegrenzung muss jetzt schnell nachgebessert werden. Ein Entschärfen der überzogenen Förderkürzung ist unverzichtbar, um zehntausende Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Handwerk zu retten“, appelliert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar an die Politiker von Bund und Ländern.

Zahlreiche Solarunternehmen verzeichnen nach einer in dieser Woche veröffentlichten Umfrage des Bundesverbandes bereits jetzt einen starken Auftragsrückgang. Die befragten Handwerker, Großhändler und Produktionsunternehmen verdeutlichten die Ausmaße der geplanten Solarürzungen: Über 50 Prozent der Solarunternehmen haben in den letzten Wochen bereits Stellen abgebaut. Bis Jahresende werden es 65 Prozent sein, wenn die Kürzungen der Photovoltaik so wie vom Bundestag beschlossen umgesetzt werden. Bei den Umsätzen erwarten die Unternehmen 2012 gegenüber 2011 trotz eines starken, ersten Quartals Einbußen um 50 Prozent und 2013 rund 60 Prozent. Im April verzeichnete die Solarbranche bereits einen drastischen Umsatzeinbruch.

Nachbesserung durch die Bundesländer erhofft sich die Solarbranche insbesondere bei Solarstromanlagen in der Größenklasse 10-100 Kilowattpeak, in der bis Anfang 2013 mit bis zu 45 Prozent besonders starke Fördereinschnitte vorgesehen sind und sich der Betrieb neuer Solarstromanlagen andernfalls kaum noch rentieren dürfte. Dieses Marktsegment machte 2011 rund 50 Prozent des Photovoltaik-Marktes aus. Betroffen sind Solarstromanlagen auf Schuldächern, Mehrfamilienwohnhäusern, landwirtschaftlichen Gebäuden und Gewerbebetrieben.

Die Solarwirtschaft fordert deshalb die Politik auf, dieses Marktsegment zu erhalten und die Solarstromförderung nicht wie geplant von bislang 24,4 auf 16,5 Cent je Kilowattstunde (kWh) zu reduzieren, sondern in diesem Frühjahr zunächst auf maximal 18,5 Cent/kWh abzusenken. Nicht hinnehmbar sei zudem, dass Photovoltaik-Anlagenbetreiber in diesem Marktsegment zukünftig für zehn Prozent des erzeugten Solarstroms überhaupt keine Solarförderung mehr erhalten sollen. Dies komme einer zusätzlichen Förderkürzung gleich und erhöhe das Investitionsrisiko, da der Eigenverbrauch von Solarstrom oder eine Direktvermarktung hier im Regelfall nicht möglich ist.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e.V.

Kommentare   

#1 Eidelloth 2012-06-20 05:34
ZDF-Dokumentation:

"Unter Strom – Der Kampf um die Energiewende", am kommenden Mittwoch,

den 20.6.2012, um 22.45 Uhr in der ZDF-Reihe „ZOOM“

In dem 30minütigen Film geht es um die Chancen dezentraler
Energieerzeugung, um Probleme und Lösungsmöglichkeiten beim Netzausbau
sowie um die Konflikte der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie mit
fossilen Großkraftwerken. Die Dokumentation zeigt, wie überall im Land
Bürger und Stadtwerke die Energiewende selbst in die Hand nehmen und
fragt, warum die benötigten neuen flexiblen Gaskraftwerke bisher nicht
gebaut werden. Schließlich erklären die Autoren Hans Koberstein und
Steffen Judzikowski, in welchem Umfang sich Industriesubventionen in
der EEG-Umlage verstecken und welche Preis senkenden Effekte
erneuerbare Energie bereits heute auf den Strompreis an der Börse hat.

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