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Berlin, 05. März 2012, Wie der Bundesverband Solarwirtschaft berichtet, spart ein Durchschnittshaushalt - sofern die Solarkürzung wie geplant umgesetzt wird - in den kommenden zwei Jahren monatlich lediglich 30 Cent. In den Jahren 2014 bis 2016 würde sich der Einspareffekt auf 60 Cent pro Monat belaufen.

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar: „Diese Einsparungen stehen in keinem Verhältnis zu den fatalen Folgen überzogener Kürzungspläne: Eine drohende Insolvenzwelle, die Gefährdung zehntausender Arbeitsplätze sowie das Scheitern der Energiewende."

Massiver Protest gegen die geplanten Solarkürzungen hat sich unterdessen auch im Internet formiert. Laut BSW-Solar wurden bereits über 50.000 E-Cards an Politiker verschickt.

Auswirkungen auf Solarunternehmen

Schon jetzt bekommen die Solarunternehmen die Kürzungspläne massiv zu spüren. Über 70 Prozent der Unternehmen haben bereits Auftragsstornierungen in noch nie dagewesener Form zu beklagen. Auch rechnen fast 30 Prozent der deutschen Unternehmen mit einer Insolvenz, sollten die Pläne durch die Regierung durchgesetzt werden. Dies sind nur einige Ergebnisse aus einer Onlineumfrage des Panels Photovoltaikumfrage.de (Wir berichteten: Ergebnis der Kurzumfrage - Auswirkungen der Solarkürzung auf Solarunternehmen).

Fraktionen wollen Solarkürzung verschieben

Der Nachrichtendienst Reuters berichtet, die Fraktionen wollen die Solarkürzung auf den 01. April verschieben. Dies soll aus einem Positionspapier von Union und FDP hervorgehen, dass Reuters vorliegt. Gerüchten zufolge könne man bei Solarparks mit einer Übergangsfrist bis Juni rechnen.

Branche der Elektromobilität fürchtet folgen

Wie der Spiegel berichtet, befürchtet die Automobilbranche auf Grund der Solarkürzung auch Einschnitte bei der Förderung der Elektromobilität. Der Verband der Automobilindustrie wandte sich daher mit einem Brief an Bundeskanzlerin Merkel und bat darum, die zugesagten Zahlungen weiter sicherzustellen.

Bundesumweltminister Röttgen bleibt hart

Röttgen warnt davor, die geplante Kürzung der Solarförderung nicht nach hinten zu verschieben. Mit dem 09. März möchte Röttgen einen weiteren Solar-Ansturm zum Kürzungstermin vermeiden. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass jedes Kilowatt an weiteren Zubau dem Umweltminister gegen den Strich geht.

Franz Alt wendet sich an Angela Merkel

Franz Alt wendet sich mit einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und fordert, dass sie ihre zwei Jungs, die willigen Helfershelfer der alten Energiekonzerne Röttgen und Rösler, der Solarbranche aus der Sonne gehen. Zudem wünscht Alt, dass Merkel wieder die Klimakanzlerin wird, die sie einmal war.

Dr. Franz Alt: "Die Deutschen wollen keine Energiewende zugunsten der vier alten Energiebesatzungsmächte Eon, RWE, Vattenfall und EnBW, sondern eine dezentrale Energiewende zugunsten der Gesellschaft."

Große Demonstration und Protestaktion

Am heutigen Tag ist für 13 Uhr eine Protestveranstaltung am Brandenburger Tor geplant. Die Demonstration steht unter dem Motto „Stoppt den Solar-Ausstieg“. Über zehntausend Teilnehmer aus ganz Deutschland werden erwartet.

Angekündigt haben sich hochkarätige Redner, unter anderem:

  • Sigmar Gabriel (SPD-Parteivorsitzender)
  • Jürgen Trittin (Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen)
  • Gregor Gysi (Fraktionsvorsitzender Die Linke)
  • Dietmar Hexel (DGB-Bundesgeschäftsführer)
  • Günther Cramer (Präsident Bundesverband Solarwirtschaft)
  • Eicke Weber (Fraunhofer ISE)
  • Moderation: Shelly Kupferberg und Franz Alt (Journalist)

Weitere Informationen zur Protestaktion mit Liveticker beim Bundesverband Solarwirtschaft.

Der Solarsystemanbieter IBC Solar AG mobilisiert über 1.000 Teilnehmer. Das Solarunternehmen reist mit knapp 200 der in der Firmenzentrale Bad Staffelstein tätigen 300 Mitarbeiter nach Berlin. Weitere 800 IBC-Fachpartner haben ihre Teilnahme angekündigt.

Norbert Hahn, Vorstand der IBC SOLAR AG: „Die Pläne gefährden die Energiewende. Die Kürzungen sind zu hoch und kommen zu plötzlich. Wir möchten der Regierung zeigen, welche Gefahren von diesen Plänen ausgehen. Niemand kann wollen, dass die Arbeitsplätze in der Solarwirtschaft ohne Not aufs Spiel gesetzt werden. Kürzungen sind geboten und werden von uns umgesetzt, aber sie dürfen den Markt nicht gefährden. Wenn die Pläne 1:1 Gesetz werden, droht eine Vollbremsung für die Sonnenergie und die Energiewende. Das können auch Bundesregierung und Koalition nicht wollen. Daher hoffen wir, dass unsere Argumente mit dieser Aktion Gehör finden und wichtige Punkte auf jeden Fall noch angepasst werden."

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

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