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Ein Bericht von Versicherungsmakler Gerd Rosanowske

Photovoltaikanlagen werden immer effektiver und technisch zuverlässiger, jedoch sollte beachtet werden, dass Schäden durch äußere Einwirkung eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen. Die fachgerechte Installation kann sicherlich das Risiko mindern, aber keinesfalls gänzlich ausschließen. Deshalb sollte sich jeder Anlagenbetreiber um einen geeigneten Versicherungsschutz in Form einer Photovoltaik-Versicherung bemühen – so bleibt die Investition nachhaltig gesichert.

Die Versicherungsbedingungen

Die Photovoltaikversicherung basiert auf den Allgemeinen Bedingungen zu Elektronikversicherung (ABE) welche die Grundlage des Versicherungsschutzes bilden. Besondere Bedingungen, Besondere Vereinbarungen und Klauseln spezifizieren den Versicherungsschutz für Photovoltaikanlagen.

Der Versicherungsschutz – was gilt als versichert

Die Photovoltaikversicherung nach ABE ist eine sogenannte Allgefahrendeckung. Das bedeutet, dass alles das versichert ist, was nicht durch die Bedingungen ausgeschlossen ist. Daher ist es wichtig, zu wissen, welche Schäden, nicht versichert sind.

Keine Entschädigung wird geleistet, bei

·      Schäden durch Vorsatz des Versicherungsnehmers oder dessen Repräsentanten

·      Schäden durch Kriegsereignisse jeder Art und innere Unruhen

·      Schäden durch Kernenergie

·      Schäden die während der Dauer von Erdbeben oder als deren Folge entstehen

·      Schäden durch betriebsbedingte normale oder vorzeitige Abnutzung und

Alterung sowie Garantieschäden

Im Umkehrschluss sind demnach versichert, Beschädigungen und Zerstörungen

(Sachschäden), insbesondere durch

·        Brand, Blitzschlag, Explosion sowie Schwelen, Glimmen, Sengen, Glühen oder

Implosion

·        Kurzschluss, Überspannung, Induktion

·        Wasser, Feuchtigkeit, Überschwemmung

·        Raub, Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Sabotage, Vandalismus

·        Bedienungsfehler, Ungeschicklichkeit, Fahrlässigkeit

·        Naturereignisse wie z. B. Sturm, Blitz, Hagel, Schneedruck, Frost

·        Material-, Konstruktions- und Ausführungsfehler

·        Höhere Gewalt

·        ...

Zu beachten ist das vorab genannte Wort "insbesondere"! Die Liste der versicherten Sachschäden ist nicht abschließend, da auch weitere Sachschäden versichert sind, insoweit sie keine Zuordnung zu den "nicht versicherten Schäden" finden.

Versicherte Anlagenbestandteile

Der Versicherungsschutz erstreckt sich über alle Bestandteile der Photovoltaikanlage,

die für einen ordentlichen Betrieb erforderlich sind. Dies sind in der Regel

·        Einspeise- und Erzeugungszähler

·        Gleich- und Wechselstromverkabelungen

·        Hausverteilerkästen

·        Modultragkonstruktionen

·        Montageset

·        Solarmodule

·        Überspannungsschutzeinrichtungen

·        Wechselrichter

·        elektronische Leistungsanzeigetafeln

Zusätzliche Leistungen der Photovoltaikversicherung

Zusätzliche Leistungen der Photovoltaikversicherung können

·        Entschädigungen für

·        Aufräumungs-, Dekontaminations- und Entsorgungskosten

·        Dekontaminations- und Entsorgungskosten für Erdreich

·        Bewegungs- und Schutzkosten

·        Erd-, Pflaster-, Stemm- u. Maurerarbeiten

·        Gerüststellung, Bergungsarbeiten, Bereitstellung eines Provisoriums, Luftfracht

sein.

Welche Entschädigungshöhen vom Versicherer übernommen werden, ist von Tarif zu Tarif unterschiedlich. Eine gesonderte Beitragsberechnung erfolgt nicht.

Selbstbeteiligung je Schadenfall

Nahezu alle Photovoltaikversicherungen beinhalten einen Selbstbehalt (auch Selbstbeteiligung genannt) in Höhe von 100 bis 500 EUR je Schadenfall.

Die Ertrags-Ausfallentschädigung aufgrund eines Sachschadens

Kann die Photovoltaikanlage aufgrund eines versicherten Sachschadens keinen Strom einspeisen, greift die vereinbarte Ertragsausfallversicherung. Diese ist bei Versicherungen für kleinere Anlagen direkt mit einkalkuliert und wird nicht gesondert berechnet. Ab wann und in welcher Höhe eine Leistung erbracht wird, regeln je nach Versicherungsgesellschaft die Besondere Bedingungen, Besondere Vereinbarungen oder Klauseln. Die gängigste Regelung ist die Karenzzeit (Wartezeit), welche die Selbstbeteiligung ersetzt. Diese besagt, dass z. B. nach dem zweiten oder dritten Tag des Anlagenausfalles eine Ausfallentschädigung gezahlt wird. Die Höhe der Tages- Ausfallentschädigung orientiert sich bei einer Vielzahl von Photovoltaikversicherungen, an der Anlagenleistung (kWp) und der Jahreszeit des Ausfalles.

Der Versicherungsbeitrag

Die Prämienberechnung erfolgt, je nach Anbieter der Photovoltaikversicherung, auf Basis der Investitionssumme ohne Rabatte (zzgl. Montagekosten, einschließlich Frachtkosten und Zöllen), dem Installationsort, der kWp-Leistung (Kilowatt-Peak) und der Nutzungsart des Gebäudes oder Grundstückes.

Die Antragstellung

Bei Antragstellung ist zu beachten, dass die Photovoltaikversicherer unterschiedlichste Anforderungen an die zu versichernde Anlage haben. Neben den Fragen zu Anlagenart, Montageort und Hersteller, werden auch technische Fragen, wie z. B. zum Überspannungsschutz und Einhaltung der VDE-Norm gestellt. Da fehlerhafte Angaben dazu führen, dass der Versicherungsschutz teilweise oder auch gänzlich gefährdet ist, sollte im Zweifelsfall der Hersteller oder Errichter der Photovoltaikanlage kontaktiert werden.

© Versicherungsmakler Gerd Rosanowske – Rosa-Photovoltaik

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