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Triefenstein, 04. Juni 2013 – Die Gehälter in der Photovoltaikbranche sind gegenüber dem Vorjahr nur um 1,63% gestiegen. Die Beschäftigten sind im Vergleich zum Vorjahr unzufriedener mit ihrem Gehalt und zugleich hat die Sorge um den Arbeitsplatz auf Grund der schwierigen Marktlage erheblich zugenommen. Die Stimmung bei den Beschäftigten ist auf dem Tiefpunkt angelangt. Über 26% denken über einen Arbeitsplatzwechsel nach. Das sind nur einige zentrale Ergebnisse der aktuellen „Gehaltsstudie 2012/2013 – Das verdient die Solarbranche wirklich“ des Marktforschungsunternehmens PhotovoltaikZentrum – Michael Ziegler. Die Gehaltsstudie, in der die Gehälter von über 6.600 Beschäftigten aus der PV-Branche ausgewertet wurden, erscheint bereits zum vierten Mal. Die Daten gehen aus einer Onlineumfrage hervor, die über das Panel Photovoltaikumfrage® in einem Zeitraum von mehreren Monaten erhoben wurden.

Photovoltaikstudie: Gehälter von Vollzeitkräften nach Bundesländer

 

Bild: Gehälter von Vollzeitkräften nach Bundesländer

Wichtige Entscheidungshilfe nicht nur für Personaler

Die Gehaltsstudie, die jährlich die durchschnittlichen Einkommen von Beschäftigten verschiedener Bereiche und Positionen aus der Solarbranche offenlegt, ist mittlerweile eine wichtige Entscheidungshilfe für Unternehmen und Verbände in und außerhalb der Solarbranche. Auch in diesem Jahr wurde die Studie um relevante Daten und Grafiken erweitert. So liefert die Gehaltsstudie nun Antworten darauf, ob Beschäftigte eine Gehaltserhöhung erhalten haben oder erwarten, ob in den Unternehmen Tarifverträge existieren und ob der Wunsch besteht, den Arbeitsplatz wechseln zu wollen. Erstmals wurde auch die Motivation der Arbeitnehmer abgefragt und diese ist erschreckend niedrig.

Gehälter/Löhne leicht gestiegen

Insgesamt sind die Gehälter in der Photovoltaikindustrie um 600 Euro brutto auf 37.400 € im Median gestiegen (Median 2010/2011: 36.000 € / 2011/2012: 36.800 €). In Bezug auf die Gehaltssituation konnte gegenüber dem Vorjahr eine Gehaltssteigerung von lediglich 1,63% ermittelt werden. Diese Verbesserung der Vergütung kam vor allem höher qualifizierten Arbeitnehmern, gut ausgebildeten Fachkräften (beispielsweise aus den Bereichen Forschung und Entwicklung und Ingenieurwesen) sowie Führungskräften zugute. Auch Leiharbeiter konnten ihre Vergütung geringfügig steigern, die Gehälter von befristet Beschäftigten sanken jedoch leicht. Gehaltssenkungen mussten in diesem Jahr auch Mitarbeiter im Lohn-Mittelfeld, beispielsweise aus den Bereichen Einkauf, Marketing und Vertrieb, verkraften. Die Entlohnung von niedrig qualifizierten Arbeitnehmern (beispielsweise aus den Abteilungen Sachbearbeitung, Sekretariat, Lager und Versand) verschlechterte sich erneut.

Drastische Gehaltsunterschiede

Auch im Hinblick auf die Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen hat sich gegenüber dem Vorjahr eine signifikante Verschlechterung abgezeichnet. Die Einkommenskluft beträgt inzwischen knapp 20% (Vorjahr: 17,38%). Hinsichtlich der Bezahlung von Zeit- bzw. Leiharbeitern hat sich eine  leichte Verbesserung eingestellt, dennoch erhalten sie im noch immer am wenigsten Gehalt im Gegensatz zu Festangestellten. Auch das Ost-West-Gefälle hat sich weiter verschärft, wobei sich gerade die Gehälter im Osten sehr verschlechtert haben. In Brandenburg verdienen Beschäftigte noch immer am wenigsten und Hessen löst mit den höchsten Gehältern den Jahresvorreiter Rheinland-Pfalz ab.

Variable Entgeltbestandteile

Die Hälfte der Beschäftigten in der Solarindustrie erhält inzwischen variable Entgeltbestandteile. Der Anteil am Gesamtgehalt ist gestiegen und beträgt über 19% (Vorjahr: 15%). An vorderster Stelle der vom Arbeitgeber gewährten Zusatzleistungen rangierten auch in diesem Jahr Bonus- und Prämienzahlungen. Knapp 29% der Befragten konnten von dieser Leistung profitieren. Fast 13% erhalten als variablen Entgeltbestandteil eine Gewinnbeteiligung, was bei Beschäftigten von verlustbehafteten Solarunternehmen einer „Gehaltskürzung durch die Hintertür“ gleichkommen dürfte.

Gehaltsstudie 2012/2013 - Das verdient die Solarbranche wirklich

Arbeitsbedingungen werden schlechter

Die Arbeitsbedingungen haben sich tendenziell weiter verschlechtert, was von den Beschäftigten auch so wahrgenommen wird. Die subjektive Zufriedenheit mit der Jobsituation hat in nahezu allen untersuchten Punkten abgenommen, doch auch objektiv haben sich Verschlechterungen abgezeichnet. Zwar hat die Wochenarbeitszeit geringfügig abgenommen, lange Arbeitszeiten bleiben jedoch die Regel. Zudem sind inzwischen bei fast 70% der Befragten Überstunden im Gehalt inbegriffen, der Trend hin zu unbezahlter Mehrarbeit scheint sich folglich zu verschärfen. Lediglich ein Drittel der Beschäftigten hat in den vergangenen 12 Monaten eine Lohn- bzw. Gehaltserhöhung erhalten. Auch an Zusatzleistungen wird tendenziell gespart. Eine weitere Negativentwicklung ist die Zunahme befristeter Zeitverträge sowie der Zeit- und Leiharbeit insgesamt. Interessant ist, dass die Zahl der Geschäftsreisen ins Ausland stark gestiegen ist. Dies deutet darauf hin, dass sich die deutsche Solarindustrie zunehmend im Ausland engagiert. Im Hinblick auf das subjektive Empfinden der Beschäftigten fällt neben der wachsenden Unzufriedenheit vor allem die alarmierend niedrige Motivation auf. Fast die Hälfte der Befragten äußerte sich unzufrieden über das Betriebsklima. Der Job wird zunehmend als stressig wahrgenommen, auch die Sorge um den Arbeitsplatz steigt weiter (60%). Über 26% denken demnach über einen Arbeitsplatzwechsel nach.

„Durch den politischen Kurs in Sachen Energiewende wurde wieder einmal mehr deutlich, wie abhängig Solarunternehmen von politischen Entscheidungen sind. Die Aufgabe der Unternehmen sollte es deshalb in der momentan schwierigen Zeit sein, die Motivation und Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter wieder zu steigern. Gefragt sind innovative Geschäftsmodelle, die weit weniger von politischen Entscheidungen abhängig sind als bisher. Nur so ist garantiert, dass Unternehmen mit motivierten Mitarbeitern durch die Krise kommen“, so der Standpunkt von Geschäftsführer und Autor der Studie, Michael Ziegler.

Die Gehaltsstudie umfasst 85 Seiten und ist im Onlineshop von Photovoltaikstudie® erhältlich:
http://www.photovoltaikstudie.de/gehaltsstudie

Eine Leseprobe zur aktuellen Gehaltsstudie steht zum Download bereit.

Quelle: PhotovoltaikZentrum - Michael Ziegler

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