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Hohenstein-Ernstthal, 11. November 2011, Die erhebliche Verschlechterung des Marktumfeldes für Solarenergie in den vergangenen Monaten hat sich spürbar auf das operative Geschäft und die Ertragskennzahlen der Roth & Rau AG ausgewirkt. In den ersten neun Monaten 2011 belief sich der Konzernumsatz nach vorläufigen Zahlen auf 146 Mio. € (2010: 189,2 Mio. €) und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf -76 Mio. € (2010: 3,0 Mio. €). Dominierende Ursache für das hohe negative Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr waren Sondereffekte in Höhe von 58 Mio. €.

Die Roth & Rau AG war im ersten Halbjahr dieses Jahres noch von einer Stabilisierung des Marktes auf einem niedrigen Niveau ausgegangen. Jedoch führte die Verunsicherung über die künftige Ausgestaltung der Solarförderprogramme in den wesentlichen europäischen Märkten während des dritten Quartals zu einem weiteren drastischen Rückgang der Nachfrage nach Solarmodulen und -systemen. In Verbindung mit den bestehenden Überkapazitäten im Markt haben zahlreiche internationale Zell- und Modulhersteller ihre Produktionskapazitäten substanziell zurückgefahren. Darüber hinaus haben sich die Finanzierungsbedingungen für neue Solarprojekte durch die weltweit gestiegenen Konjunkturrisiken und die Unsicherheiten an den Finanzmärkten wesentlich erschwert, so dass geplante Investitionen in den Kapazitätsausbau verschoben oder gar storniert werden.

Vor diesem Hintergrund konnte ein Großteil der laufenden Projekte im dritten Quartal 2011 nicht planmäßig abgeschlossen werden, da einige Kunden die Endabnahmen verzögerten. Dies hat sich auf Umsatz und Ertragskraft ausgewirkt. Auch die für das dritte Quartal vorgesehenen Verkäufe von Lagerbeständen konnten im aktuellen Marktumfeld nicht wie geplant realisiert werden, woraus sich ein Wertberichtigungsbedarf ergab. Als weitere Folge der Marktturbulenzen hat sich die Bonität einiger Kunden deutlich verschlechtert, so dass Roth & Rau einzelne Forderungen neu bewerten und berichtigen musste. Nach vorläufigen Zahlen belief sich der Konzernumsatz im dritten Quartal 2011 auf 54 Mio. € und lag damit 24 % unter dem Vorjahreswert (2010: 70,4 Mio. €). Das vorläufige EBIT betrug -52 Mio. € und wurde durch Sondereffekte in Höhe von 45 Mio. € belastet. Darin enthalten waren Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und auf Lagerbestände sowie Rückstellungen für vertragliche Risiken und durchzuführende Strukturmaßnahmen. Außerdem mussten Wertberichtigungen bei den immateriellen Vermögensgegenständen vorgenommen werden.

Der Vorstand schließt im laufenden vierten Quartal weitere Ertragsrisiken nicht aus, was zu zusätzlichen Sondereffekten von etwa 15 Mio. € führen könnte.

Maßnahmen bereits in Umsetzung

Roth & Rau hat bereits auf den signifikanten Nachfragerückgang reagiert und in der Produktion Kurzarbeit eingeführt, die zunächst auf ein halbes Jahr befristet wurde. Damit ist das Unternehmen in der Lage, auch kurzfristig auf eine mögliche Erholung der Investitionsbereitschaft ihrer Kunden flexibel reagieren zu können.

Das Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP wird unterdessen vom neuen Vorstand der Roth & Rau AG überprüft und in seinen wesentlichen Teilen fortgeführt und beschleunigt. Das Programm wurde mit dem Ziel aufgesetzt, langfristig flexiblere Kosten- und Organisationsstrukturen zu schaffen, um damit die zunehmend auftretenden Nachfrageschwankungen in der Solarindustrie besser abfedern zu können.

Quelle: Roth & Rau AG

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