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München, 08. Juni 2010 - Siemens Energy hat zusammen mit PetroAlgae Inc., einem amerikanischen Unternehmen für alternative Energien, die kombinierte Verbrennung von Kohle und Biomasse mit Erfolg getestet. Unter Pilotmaßstab-Bedingungen wurde in einem Siemens-Brenner mit einer thermischen Leistung von rund 4 MBtu/h* geprüft, in welchem Verhältnis sich Kohlenstaub und Biomasse verbrennen lassen. Dabei wurden die Stickoxid (NOx)-Emissionen gemessen. Die an der Universität von Salt Lake City, Utah, USA, durchgeführten Tests ergaben, dass die Stickoxid- Emissionen bei der Verbrennung der Biomasse-Kohle-Mischung rund 20 Prozent niedriger waren als bei der Verbrennung von reiner Kohle.

Für die Tests der kombinierten Verbrennung von Kohle und Biomasse wurden die getrockneten und feingemahlenen Mikrokulturen von PetroAlgae mit dem Kohlenstaub getrennt in die Brennstoffdüse geblasen. Erst kurz vor der Verbrennung wurden beide Materialien vermischt, dabei erbrachte die Biomasse aus Mikrokulturen rund zehn Prozent des gesamten Heizwertes. Der neue Brennstoff wies gute Brenneigenschaften auf und war verglichen mit anderen Biobrennstoffen einfach zu handhaben. Siemens plant weitere Tests mit der Pilotanlage und mit höheren Mengen der speziellen Biomasse von PetroAlgae.

„Die Tests haben gezeigt, dass sich unsere Brenner sehr gut zur kombinierten Verbrennung von Biomasse und Kohlestaub eignen. Damit bieten sie dem Kunden eine nachhaltige und saubere Alternative zur reinen Kohleverbrennung”, sagte Tony DoVale, President Siemens Environmental Systems & Services.

Die Technologie von PetroAlgae zielt darauf ab, das Wachstum und die Produktivität von Mikrokulturen in offenen Bioreaktoren zu steigern und damit einen Biobrennstoff mit erheblichem Handelswert zu entwickeln. Die Mikrokulturen absorbieren rund das Doppelte ihres Eigengewichts an CO2 und können fortlaufend, im Takt weniger Stunden, geerntet werden. Aus dem Rohstoff können zwei Produkte erzeugt werden: ein hochqualitatives Protein und ein kohlenwasserstoffreiches Biomasse-Material. Letzteres kann sowohl zur Zusatzfeuerung in Kohlekraftwerken als auch zur Ergänzung von Ölbrennstoffen genutzt werden.

„Wir freuen uns, zusammen mit Siemens die kommerzielle Einsetzbarkeit unserer Mikrokultur- Biomasse als eine erneuerbare Zusatzfeuerung für Kohlekraftwerken zu testen“, sagte John Scott, Vorstandsvorsitzender von PetroAlgae Inc. „Die Tests zeigen, dass unser Produkt eine vielversprechende und nachhaltige Alternative zu fossilen Energieträgern wie beispielsweise Kohle ist. Ich bin zuversichtlich, dass wir dieses Material in Zukunft gewerbsmäßig produzieren können.“

Vor den Pilotanlagen-Tests mit Siemens hatte PetroAlgae die Verbrennung der Biomasse in einer Laborversuchsanlage an der Universität von Utah getestet. Dabei erbrachte die Biomasse bereits 100 Prozent des Heizwerts. Diese Tests wurden sowohl ohne als auch mit abgestufter externer Luftzufuhr durchgeführt. Dabei zeigten sich ähnlich positive Ergebnisse im Hinblick auf Handhabung, Einblasung und Verbrennung. Beim Verfeuern der reinen Biomasse wurden bereits weniger Stickoxid-Emissionen produziert als mit Kohle alleine. Die Stickoxid-Reduktion war unter stufenweiser externer Luftzufuhr ausgeprägter.

Technologien zur umweltfreundlichen Stromerzeugung sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von rund 23 Mrd. EUR erwirtschaftete. Das macht Siemens zum weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 210 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart, das ist so viel wie New York, Tokio, London und Berlin in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.

Quelle: Siemens AG

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