photovoltaik-guide.de verwendet Cookies um Ihnen den bestmöglichen Service bereitzustellen. Indem Sie den Button "akzeptieren" klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Erlangen, 13. September 2010, Der Solarkraftwerksentwickler Solar Millennium hat die Aussichten für das Gesamtjahr nach einem kräftigen Verlust deutlich gesenkt. Wie der Konzern mitteilt, rutschte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von November bis Juni auf minus 26,7 Mio. Euro. Noch im Vorjahr erwirtschaftete der Betrieb einen Gewinn von knapp 21 Mio. Euro. Ebenso schrumpfte der Umsatz. Der anhaltende Streit mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Utz Claassen belastet die Firma nach wie vor.

Prämie und Investitionen drücken Ergebnis

"Das Unternehmen ist klarerweise von den Geschehnissen um Utz Claassen betroffen, wie die Zahlen zeigen, obwohl das Thema hauptsächlich Sache von Herrn Claassen und des Aufsichtsrats ist", sagt Solar-Millennium-Sprecherin Susanne Krebs im Gespräch mit pressetext. "Beide Seiten sind aber an einer außergerichtlichen Einigung interessiert." Das Nürnberger Landgericht hat den für 17. September geplanten Anhörungstermin in dem Fall daher erst vor wenigen Tagen auf Ende November verschoben.

Claassen war bereits nach knapp drei Monaten als Firmenchef zurückgetreten, soll aber eine Antrittsprämie in Millionenhöhe erhalten haben, die Solar Millennium zurückfordert. Das negative Zwischenergebnis ist nach Angaben des Konzerns mitunter darauf zurückzuführen. Darüber hinaus haben "hohe Vorinvestitionen in Projekte und das Wachstum des Unternehmens, insbesondere in den USA", die Zahlen gedrückt. Bei der Umsetzung des spanischen Kraftwerksprojekts "Ibersol" kam es den Angaben nach aufgrund der vorübergehenden Unsicherheiten zur spanischen Einspeisevergütung zu Verzögerungen.

Nur eine "Momentaufnahme"

"Das Zwischenergebnis ist eine Momentaufnahme, die Fortschritte nicht sofort zeigt", betont Krebs gegenüber pressetext. Der Grund dafür liegt im Geschäftsmodell des Unternehmens mit Großanlagen. Projekterfolge können häufig erst später abgebildet werden - frühestens nach ihrer Genehmigung. Eigenen Angaben nach erreichte das Unternehmen bis Jahresmitte "wichtige Meilensteine", die die Zahlen jedoch nicht widerspiegeln.

Das ursprünglich angestrebte EBIT von 45 Mio. Euro hat der Vorstand um rund 15 Mio. auf nur mehr 30 Mio. Euro reduziert, das Umsatzziel hingegen bei 350 Mio. Euro belassen. Dabei sind die Erlöse bis Juni von 48,5 Mio. Euro im Vorjahr auf 37,1 Mio. Euro geschrumpft. Zu "deutlichen Abweichungen" von der Umsatz- und EBIT-Prognose kann es jedoch kommen, sollten plangemäße Projektfinanzierungen nicht bzw. mit weiteren Verzögerungen erreicht werden.

Redakteur: Manuel Haglmüller

Quelle: pressetext

You have no rights to post comments