photovoltaik-guide.de verwendet Cookies um Ihnen den bestmöglichen Service bereitzustellen. Indem Sie den Button "akzeptieren" klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Auf der ehemaligen Mülldeponie des Landkreises Freudenstadt nahe Horb-Rexingen produziert das Unternehmen DEGERenergie Strom für rund 800 Vier-Personen-Haushalte. Zur Freude der Verantwortlichen beim Landkreis. DEGERenergie ist Weltmarktführer im Bereich von Nachführsystemen für Solaranlagen mit Sitz in Horb am Neckar.

DEGERenergie

Die Idee ist einfach – und genial: Photovoltaik-Module, die dem Lauf der Sonne folgen, fangen deutlich mehr Energie ein als starr installierte Module. Der schwäbische Unternehmer Artur Deger hat aus dieser Idee ein Unternehmen gemacht, das heute Weltmarktführer im Bereich von Nachführsystemen für Solaranlagen ist: DEGERenergie.

66 Nachführsysteme hat DEGERenergie auf der ehemaligen Deponie am Rande des Schwarzwalds installiert. Sie gewinnen jährlich rund 300.000 Kilowattstunden Strom aus der Sonne – genügend, um rund 800 Vier-Personen-Haushalte komplett mit Energie zu versorgen.

Dabei spielt die Technologie des Artur Deger eine nicht unwesentliche Rolle. Denn durch die patentierte, sensorgesteuerte Nachführung von DEGERenergie zapfen die Solarmodule der Sonne rund 40 Prozent mehr Energie ab als starr installierte Anlagen. Oder anders: Ohne diese optimierte Nachführung würde die Ausbeute nicht für 800, sondern nur für rund 570 Haushalte reichen.

Zur Erklärung: Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) erreichen zweiachsige Nachführsysteme, die auf der Basis astronomischer Daten arbeiten, bis zu 27 Prozent mehr Ertrag als starr installierte Solarmodule. Der Mehrertrag mit den sensorgesteuerten Nachführsystemen von DEGERenergie liegt noch deutlich höher: Sie gewinnen, wie die langjährige Praxis belegt, bis zu 45 Prozent mehr Sonnenenergie als starre Systeme.   

Sensorsteuerung passt sich schwierigem Gelände an

Vor den Erfolg indes haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt. Im Falle der Rexinger Deponie hieß das vor allem, mit einem weichen Untergrund und unebenem Gelände klar zu kommen. „Wir haben deshalb überwiegend unsere kleineren einachsigen Systeme vom Typ TOPtraker 8.5 installiert und sie auf oberirdische Fundamente gesetzt“, erklärt Artur Deger, Gründer und Geschäftsführer von DEGERenergie. Vorteil: Wenn sich das Gelände im Lauf der Jahre absenkt oder ungleichmäßig setzt, lassen sich die Fundamente problemlos korrigieren.

54 TOPtraker stehen in Rexingen. Jeder von ihnen ist für bis zu 8,5 Quadratmeter Modulfläche und eine Solarleistung bis zu 1.290 Wp ausgelegt. Zusätzlich hat DEGERenergie zwölf zweiachsige Systeme vom Typ DEGERtraker 7000NT am Nordhang der Deponie installiert. „Hier brauchten wir wegen der Nordausrichtung größere Anlagen mit höheren Masten. Diese haben wir mit großflächigen Betonfundamenten zwei Meter tief im Erdreich fixiert.“ Der DEGERtraker 7000NT ist für bis zu 60 Quadratmeter Modulfläche konzipiert und bringt damit bis zu 9.000 Wp Leistung.

Vor allem zweiachsige Systeme wie der 7000NT spielen bei einem Untergrund, der sich noch setzt, den Vorteil der patentierten, intelligenten Steuerung aus. Artur Deger: „Wenn sich der Boden so verändert, dass unsere Anlagen in Schräglage kommen, dann gleicht die Sensorsteuerung dies einfach aus – wir können so eine Neigung von 20 oder sogar 30 Grad ohne irgendwelche baulichen Maßnahmen neutralisieren. Die Steuerung richtet die Modulfläche dennoch immer punktgenau aus.“ Das von Artur Deger entwickelte Steuermodul DEGERconecter wurde übrigens im Jahr 2001 mit dem Erfinderpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Hohes Interesse bei Deponie-Betreibern

Ein solch effizienter Umgang mit Energie bringt nicht nur höhere Erträge, er verkürzt auch die Amortisationszeit und sorgt für eine günstige Umwelt/Energie-Bilanz. Artur Deger: „Mit unseren Nachführsystemen hat ein Solarpark wie der in Rexingen nach rund drei Jahren so viel Energie aus der Sonne gewonnen wie für die Herstellung der gesamten Anlage – also die gesamte Infrastruktur mit Betonbauten, Stahlkonstruktionen und Verkabelung – verbraucht wurde.“

Kein Wunder, das sich immer mehr Investoren und potenzielle Betreiber bei Artur Deger melden, die sich an Rexingen ein Beispiel nehmen und Ähnliches planen. „Die Betreiber stillgelegter Deponien, in der Regel Städte, Gemeinden oder Kreise, stehen einer Nutzung des Geländes als Solarpark meist sehr aufgeschlossen gegenüber“, weiß der Firmenchef. „Schließlich überträgt man damit einem sonst kaum nutzbaren Gelände eine wirklich sinnvolle Aufgabe und nimmt vom Parkbetreiber sogar noch Pacht ein. Vom Imagegewinn ganz zu schweigen.“

Dies bestätigt auch Udo Großwendt, Technischer Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises Freudenstadt, dem Besitzer der Deponie in Rexingen: „ Die Aufstellung von Solarmodulen auf der inzwischen stillgelegten Deponie ist eine der wenigen Möglichkeiten der Flächennutzung nach Beendigung des Deponiebetriebs.“ Außerdem profitiere der Landkreis „von einem jährlichen Entgelt für die in Anspruch genommene Fläche und der Tatsache, dass für uns die landschaftsgärtnerischen Pflegearbeiten im Bereich der Module entfallen.“

Quelle: DEGERenergie

You have no rights to post comments