Hannover/Bozen, 30. November 2010, Niedersachsen schlägt eine Brücke nach Südtirol: Im Rahmen eines Gemeinschaftsevents der Standortagentur Business Location Südtirol (BLS), der Industrie- und Handelskammer Hannover und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes Niedersachsen, NGlobal, am Mittwoch, 1. Dezember, können sich Unternehmer aus Niedersachsen über Markchancen und Möglichkeiten in der Autonomen Provinz informieren.

Wer an die niedersächsische Industrie denkt, denkt an Automobil- und Maschinenbau, Stahlproduktion und Luftfahrttechnik. Weniger bekannt ist, dass zwischen Göttingen und Wilhelmshaven, Nordhorn und Uelzen inzwischen auch immer mehr Unternehmer auf das Thema Erneuerbare Energie und Energieeffizienz setzen und dass sich in der „Klimaschutzregion Hannover“ ein starkes Kompetenznetzwerk gebildet hat. Hier entsteht Branchenexpertise, die auch in Südtirol gefragt ist. Denn Italiens nördlichste Provinz ist landesweit Vorreiter für Erneuerbare Energie – und bietet Unternehmen aus Deutschland mit ihrer langjährigen Branchenerfahrung und ihrem ausgeprägten technischen Know-how beste Rahmenbedingungen, um von der Autonomen Provinz aus den italienischen Markt zu erschließen.

Deutsche Ingenieurskunst trifft italienisches Gespür für Design

„Italiens ehrgeizige Energiepläne schaffen attraktive Marktchancen für deutsche Unternehmen“, sagt Dr. Ulrich Stofner, Direktor der Business Location Südtirol. Als Mitglied der Europäischen Union hat sich Italien verpflichtet, bis 2020 17 Prozent seines gesamten Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken. Um die Zukunftsbranche Erneuerbare Energie in Südtirol weiter zu stärken, setzt Stofner auch auf die Erfahrung deutscher Branchengrößen.

„Wenn deutsche Ingenieurskunst auf das italienische Gespür für Design trifft, entstehen tolle Möglichkeiten für eine Weiterentwicklung relevanter Technologien und Anwendungen. Indem wir Unternehmen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Universitäten an einem gemeinsamen Standort bündeln, schaffen wir ein starkes Netzwerk, das über die Autonome Provinz hinaus Strahlkraft besitzt.“ Neben dem regen Austausch in einem aktiven Wirtschaftsumfeld machen hohe Unternehmensförderungen und die niedrigsten Steuern Italiens Südtirol zu einem optimalen Ausgangspunkt für das Italiengeschäft deutscher Unternehmen.

Markteinstieg ohne Sprachbarrieren

Tilman Brunner, Abteilung International der IHK Hannover, begrüßt einen engen Austausch zwischen Niedersachsens Wirtschaft und Zukunftsbranchen in Südtirol: „Die Intensivierung der Geschäftskontakte bietet Anknüpfungspunkte für eine fruchtbare Zusammenarbeit – gerade weil deutsche Unternehmer im zweisprachigen Südtirol kaum kulturelle oder sprachliche Barrieren überwinden müssen.“

Deutsch ist in Südtirol als offizielle Amtssprache anerkannt, alle Dienstleistungen und Informationen der öffentlichen Ämter sowie Veröffentlichungen und Dokumentationen stehen auch in deutscher Sprache bereit. Der Großteil der Bevölkerung ist zweisprachig und wechselt problemlos zwischen Deutsch und Italienisch.

Neue Absatzmärkte für Maschinenbauer

Auch Gerhard Gizler, Geschäftsführer NGlobal, sieht Synergien im engen Austausch der beiden Regionen: „Niedersachsens Maschinenbauindustrie kann sich mit Anlagentechnik für erneuerbare Energie neue und wachstumsstarke Geschäftsfelder und Absatzmärkte erschließen.“ So werden zum Beispiel Zahnräder nicht nur für Bagger, Kräne und andere Großmaschinen benötigt, sondern kommen auch in Windkraftanlagen zum Einsatz.

Neben den Potenzialen des italienischen Markts mit seinen 60 Millionen Konsumenten und der Schlüsselbranche Erneuerbare Energie und Energieeffizienz behandelt das Gemeinschaftsevent von BLS, IHK Hannover und NGlobal auch steuer- und handelsrechtliche Aspekte beim Markteintritt in Südtirol.

Quelle: Business Location Südtirol – Alto Adige

You have no rights to post comments