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Sydney, 10. Januar 2011, Ein Team der University of New South Wales hat den Weltrekord für das schnellste Solarauto pulverisiert. Das Elektrofahrzug "Sunswift IVy" konnte im Beisein von Guinness-Rekordwächtern eine Geschwindigkeit von über 88 km/h erreichen. Das ist gut ein Zehntel schneller als die bisherige, über 20 Jahre alte Marke. Der Motor wurde direkt mit der Energie aus den Auto-Solarzellen betrieben - das sind etwa 1.200 Watt Leistung, also in etwa so viel wie bei einem Toaster.

Der Guinness-Rekord erfordert einen direkten Solarantrieb ohne Batterien als Energiespeicher. "Wir denken, dass Teams sonst nur demonstrieren würden, wie groß ihre Akkus sind und nicht, wie effizient ein Solarauto Sonnenenergie in Bewegungsenergie umsetzt", meint dazu Sunswift-Projektmanager Daniel Friedman gegenüber pressetext. Mithilfe von Akkus erreichen Solarautos allerdings noch höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten.

Vergleichbarer Rekord

"Es geht uns vor allem um die Technologien im Fahrzeug und darum, ultra-energieeffiziente Fahrzeuge zu entwickeln", sagt Friedman. Für den Rekordversuch wurde extra der 25-Kilogramm-Akku des Sunswift IVy ausgebaut, der normalerweise von den Solarzellen aufgeladen wird. So ist klar, dass das Fahrzeug seine Geschwindigkeit beim Versuch über zwei mal 2.500 Meter einzig mit direkter Sonnenenergie erreicht. Dabei konnte die bisherige Rekordmarke von 79 km/h, die GMs "Sunraycer" schon Ende der 80er aufgestellt hatte, klar überboten werden.

Den Guinness-Rekord sieht Friedman als eine Marke, an der sich andere Teams speziell mit Blick auf die Effizienz ihrer Antriebe messen können. Solarautos mit Akku haben bereits noch beeindruckendere Geschwindigkeiten erreicht. So konnte der japanische "Tokai Challenger" im Jahr 2009 die 3.021 Kilometer der World Solar Challenge mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 100 km/h bewältigen.

Haus- statt Autodach

Die praktische Bedeutung von Solarautos liegt letztendlich darin, wie gut sich darin genutzte Technologien in herkömmlichen Hybrid- und Elektroautos umsetzen lassen. Denn dass Solarzellen auf dem Autodach zum Standard werden, ist eher unwahrscheinlich. "Wir haben festgestellt, dass es etwa sechsmal effizienter ist, die Akkus in einem Elektroauto mit Solarpanelen auf einem Hausdach zu laden, als die Solarzellen auf den Auto zu montieren", erklärt Friedman. Somit sind Solarautos eher als Vehikel zu sehen, um das öffentliche Interesse am Thema Öko-Energie für Mobilitätszwecke zu fördern.

Redakteur: Thomas Pichler

Quelle: pressetext

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