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Insolvenzen

 

Herten, 10. Februar 2012, Die H2 Herten GmbH, eine Projektgesellschaft zum Bau einer neuartigen Anlage zur Erzeugung von Synthesegas aus Biomasse und seit 2008 ein Unternehmen der insolventen Solar Millennium AG (Anteil 90 Prozent), musste in dieser Woche Insolvenz anmelden. Der vorläufige Insolvenzverwalter ist Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun, der auch die Solar Millennium AG derzeit vertritt.

Investorensuche geht weiter

Nachdem im Jahr 2010 durch Solar Millennium der Entschluss gefasst wurde, die Geschäftstätigkeit auf solarthermische Anlagen zu konzentrieren, konzentrierte man sich auf die Suche nach möglichen Investoren für die Herten GmbH. Seitdem ruhen die Bauarbeiten an der neuartigen Anlage zur Erzeugung von Synthesegas aus Biomasse infolgedessen seit rund einem Jahr.

Vor etwa neun Monaten wurden schließlich die Verhandlungen mit einem Interessenten aufgenommen. Diese kamen jedoch bis zuletzt nicht zu einem endgültigen Abschluss, da durch die Insolvenz der Solar Millennium AG zusätzliche Haftungsrisiken für einen Käufer entstanden waren. Die Geschäftsführung war daher gestern gezwungen, Insolvenz anzumelden. Durch den Insolvenzantrag ergeben sich jedoch wieder neue Möglichkeiten für eine Investorenlösung und damit zur Weiterführung des Projektes.

Projekt zu 30 Prozent fertig gestellt

Gemessen an der Investitionssumme wurde das Projekt zu 30 Prozent fertig gestellt. Nach Angaben der Geschäftsführung würde die Fertigstellung ca. weitere 18 Monate dauern. Der vorläufige Insolvenzverwalter setzt nun die Verhandlungen mit dem Kaufinteressenten fort und prüft zugleich im Sinne der Gläubiger weitere Möglichkeiten der Verwertung. Die H2 Herten GmbH ist eine reine Projektgesellschaft und beschäftigt keine Mitarbeiter.

Die H2 Herten GmbH hat rund 3,1 Mio. Euro Fördermittel vom Land NRW erhalten. Inwieweit die bereits gewährten Fördergelder zurückgefordert werden, hängt unter anderem vom Verlauf des Investorenprozesses ab. Zurzeit können dazu keine Angaben gemacht werden.

Quelle: Kanzlei Schultze & Braun

 

Nürnberg, 08. Februar 2012, Volker Böhm, der vorläufige Insolvenzverwalter der Solar Millennium AG, konnte im Verkaufsprozess des US-Projektgeschäft eine erste Schlüsselbeteiligung an die solarhybrid AG übertragen. Die solarhybrid AG hat laut Böhm die US-Beteiligungen von Solar Millennium einschließlich der 70-prozentigen Beteiligung an der Solar Trust of America LLC erworben.

Damit werden alle Kraftwerksprojekte im Südwesten der USA übertragen, darunter das „Blythe Solar Power Project". Alle Solarprojekte vereinen ein maximales Stromerzeugungspotenzial von etwa 2,25 Gigawatt. Die solarhybrid AG hat hierfür eine Vereinbarung zur Übernahme der beiden Projekt-Holdinggesellschaften Solar Millennium Capital GmbH und SM USA 2 GmbH  mit der Solar Millenium AG getroffen.

Der Kaufvertrag steht unter der aufschiebenden Bedingung, dass die solarhybrid AG bis zum 31. März 2012 Bürgschaften der Solar Millennium AG ablöst, die diese im Zusammenhang mit den US-Projekten gestellt hat. Da die betreffenden Bürgschaften durch die Solar Millennium AG mit Bargeld in Millionenhöhe abgesichert sind, würde die Ablösung zu einem erheblichen Mittelzufluss bei der Solar Millennium AG führen. Bereits mit der Vertragsunterzeichnung hat sich solarhybrid vertraglich verpflichtet, die Finanzierung des amerikanischen Geschäfts sicherzustellen.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Zahlung wurde - wie bei der Veräußerung von laufenden Projekten üblich - an das Erreichen bestimmter Zwischenziele geknüpft, insbesondere an den Abschluss von Stromlieferverträgen. Einen zusätzlichen Kaufpreis erhält die Solar Millennium AG, wenn einzelne Projekte aus der US-Kraftwerkspipeline veräußert werden.
 
„Da Solar Millennium nicht mehr wie in der Vergangenheit in der Lage war, die amerikanischen Beteiligungen zu finanzieren, war ein schneller Abschluss mit einem Investor geboten“, betonte Böhm. „Es bleibt nun abzuwarten, wie sich der Verkaufsprozess für die weiteren Teile von Solar Millennium entwickelt. Die ersten Gespräche mit möglichen Investoren haben gezeigt, dass der Kreis der wirklichen Interessenten eng begrenzt ist.

Der Aufsichtsrat der solarhybrid AG und der vorläufige Insolvenzverwalter der Solar Millenium AG haben der Vereinbarung zugestimmt.

Quelle: Solar Millennium AG / solarhybrid AG

Erlangen, 23. Dezember 2011, Am 21.12.2011 musste der Solar-Kraftwerksbauer Solar Millennium AG aus Erlangen die Eröffnung eines Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Fürth beantragen. Noch am selben Tag bestellte das Gericht Rechtsanwalt Volker Böhm (Insolvenzverwaltungskanzlei Schultze & Braun), der sich umgehend nach seiner Bestellung zum Hauptsitz des Solarunternehmens begab. Derzeit macht sich der Insolvenzverwalter ein Bild von der Lage.

Solar Millennium AG

Geprüft wird mitten im vorläufigen Insolvenzverfahren eine mögliche Fortführung des Unternehmens. Sofern dies möglich sei, wird sich Böhm um die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes bemühen, um pünktliche Lohn- und Gehaltszahlungen für die Beschäftigten der Solar Millennium AG im gesetzlichen Rahmen zu sichern. Um den Geschäftsbetrieb fortführen zu können, muss Böhm u.a. Kontakt zu den wichtigsten Projekt- und Geschäftspartnern des Unternehmens aufnehmen.

Am Nachmittag wurden die Mitarbeiter der Solar Millennium AG durch den vorläufigen Insolvenzverwalter Böhm im Rahmen einer Betriebsversammlung über die Situation sowie die nächsten Schritte informiert. Es stehen aktuell über 100 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Unterdessen wirft der DGB dem Unternehmen schwere Managementfehler vor.

Ein Auslöser der Insolvenz war der verzögerte Deal mit der solarhybrid AG, bei dem es um die Übernahme der US-Pipeline ging. Nach bekanntwerden der Verschiebung machte die Solar Millennium in einer Pressemitteilung darauf aufmerksam, dass der Vorstand des Unternehmens aus dem aktuellen Sachstand für das US-Geschäft und für die Solar Millennium Gruppe insgesamt resultierenden Konsequenzen und Optionen prüfen wird. Die Konsequenz war letztlich die Eröffnung des Insolvenzverfahrens

In letzter Zeit kam das Unternehmen wegen angeblichen Finanzskandalen und der Auseinandersetzung mit Utz Claassen nicht mehr aus den Medien. Für das einst strahlende Unternehmen hätte man sich dann doch einen schöneren Abschied gewünscht.

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

 

Berlin, 09. Januar 2012, Nur eine handvoll Investoren sind am insolventen Solarunternehmen SOLON SE interessiert. Die Suche nach einem neuen Investor nennt der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg "Due Dilligence", auf gut deutsch "Investorenprozess".

SOLON SE

Inzwischen führt Wienberg den Geschäftsbetrieb des Solarmodulherstellers fort und beruhigt SOLON-Neukunden durch zusätzliche Sicherheit bei Gewährleistung und Garantie.

"Sollte die SOLON SE zur Einhaltung ihrer gesetzlichen Gewährleistungspflichten aus den Liefervereinbarungen über Module sowie zu Erfüllung der in diesem Dokument enthaltenen Garantieversprechen für Lieferungen ab dem 01.01.2012 nicht in der Lage sein, verpflichtet sich hiermit MICROSOL International LL FZE ²), in alle diese Pflichten vollumfänglich einzutreten." Ob der Zusatz in der Produkt- und Leistungsgarantie Neukunden wirklich eine Sicherheit verspricht, wird sich bei Inanspruchnahme zeigen.

Wie Wienberg heute mitteilte, hat bereits die „Due Dilligence“ – die Prüfung der Unternehmensunterlagen durch die Interessenten – begonnen. Eine Handvoll potenzieller Investoren ist beteiligt. Die Kaufinteressenten wurden aufgefordert, ihre bindenden Angebote noch im Januar abzugeben. „Solon hat eine starke, eingeführte Marke und ein professionelles, funktionierendes Vertriebsnetz“, betonte der vorläufige Insolvenzverwalter. „Ich sehe deshalb durchaus Chancen, einen starken Partner für Solon zu finden, der bereit ist, in die Zukunft zu investieren.“

Wienberg hält den Geschäftsbetrieb der insolventen Unternehmen aufrecht. Die Mitarbeiter haben ihre Dezember-Gehälter über die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes erhalten. Auch für die Monate Januar und Februar 2012 sind die Lohn- und Gehaltzahlungen über das Insolvenzgeld gesichert. Die Insolvenzgeld-Vorfinanzierung wurde bereits vorbereitet. Entlassungen wurden nicht ausgesprochen.

„Die Belegschaft bei Solon ist verständlicherweise durch das Insolvenzverfahren beunruhigt, aber hoch motiviert, und die Zusammenarbeit ist gut“, sagte Wienberg.

Der Verkauf von Solon-Produkten läuft unverändert weiter; auch die Lieferanten liefern wieder. Endkunden, die ab dem 1. Januar 2012 Photovoltaik-Serienmodule von Solon erwerben, erhalten zudem eine zusätzliche Sicherheit: Sollte Solon nicht in der Lage sein, die gesetzlichen Gewährleistungspflichten oder zugesagten Garantieversprechen einzuhalten, hat ein internationaler Solarmodulkonzern verbindlich zugesagt, in diese Pflichten vollumfänglich einzutreten.  

Quelle: SOLON SE

 

Berlin, 14. Dezember 2011, Wie der Solarmodulhersteller SOLON SE aus Berlin aktuell mitteilt, hat das Unternehmen am gestrigen Tag einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die letzten Bemühungen um eine finanzielle Restrukturierung blieben erfolglos. Der hochverschuldete Hersteller von Solarmodulen benötigte dringend weiteres Kapital. Verhandlungen mit Investoren, den finanzierenden Banken und den Bürgen sind gescheitert. Das Solarunternehmen möchte nun die Möglichkeit zur Restrukturierung im Rahmen des Insolvenzverfahrens nutzen.

SOLON SE

Das Insolvenzverfahren betrifft ebenso die Tochtergesellschaften SOLON Photovoltaik GmbH, SOLON Nord GmbH und SOLON Investments GmbH.
 
Der massive Preisverfall der Solarmodule, die Billigkonkurrenz aus China, die allgemein andauernde Nachfrageflaute sowie vorherrschende Überkapazitäten haben dem Unternehmen bis zuletzt zu schaffen gemacht.

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler