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Politik

 

Berlin, 12. Juni 2012, Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier begrüßte die kürzlich durch die EU-Kommissiom veröffentlichte Mitteilung über eine EU-Strategie zu erneuerbaren Energien für die Zeit nach dem Jahr 2020.

Bundesumweltminister Peter Altmaier: „Mit der veröffentlichen EU-Strategie zum Ausbau der erneuerbaren Energien nach dem Jahr 2020 setzt die Europäische Kommission ein wichtiges erstes Signal, rechtzeitig für Investitionen und verlässliche Rahmenbedingungen auch über das Jahr 2020 hinaus zu sorgen.“

Altmaier betonte, dass Europa seine Klimaziele nur erreichen wird, wenn alle Mitgliedstaaten den Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich voranbringen. „Der im Dezember veröffentlichte EU Energiefahrplan bis 2050 zeigt, dass wir EU-weit einen Anteil der erneuerbaren Energien von mindestens 30 Prozent erreichen müssen, egal auf welchen Energiemix die einzelnen Mitgliedstaaten im Übrigen setzen. Damit die verschiedenen Ansätze der Energiepolitik in Europa besser ineinander greifen, sollten wir diese Zielmarke in Europa möglichst gemeinsam und abgestimmt anstreben“, so Altmaier.

Der Bundesumweltminister betonte darüber hinaus die Bedeutung des Zusammenspiels zwischen der EU-Ebene und der nationalen Fördersystemen für erneuerbare Energien. „Für das Gelingen der Energiewende in Deutschland ist es entscheidend, dass die europäische und nationale Ebene reibungslos Hand in Hand arbeiten. Deshalb ist es richtig, dass die Kommission auf eine bessere Koordinierung der Förderpolitiken der Mitgliedstaaten sowie auf eine verbesserte Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten setzen will. Dabei ist es jedoch wichtig, dass die Mitgliedstaaten die Förderung effizient an ihren jeweiligen nationalen Potentialen und Entwicklungen ausrichten können.

Das wäre bei einem harmonisierten EU-weit einheitlichen Fördersystem nicht mehr möglich“, betonte der Bundesumweltminister. Der Umbau der Energieerzeugung in Deutschland und in Europa erfordere ein kontinuierliches und schrittweises Zusammenwachsen von erneuerbaren Energien, Netzen, Speichern und flexiblen Kraftwerken. „Dafür müssen wir die Rahmenbedingungen in allen Mitgliedstaaten fortlaufend anpassen und die Marktintegration der Erneuerbaren Schritt für Schritt erhöhen. Am Ende wird es darauf ankommen, dass wir dieses Zusammenspiel im europäischen Kontext optimieren“, sagte Altmaier.

Download: EU Erneuerbaren Strategie Post-2020

Quelle: BMU

 

Berlin, 06. Juni 2012, Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Christian Ruck, ist der Auffassung, dass eine erfolgreiche Energiewende Wettbewerb benötigt. Damit hat er vollkommen recht. Wie schön wäre es, wenn die erneuerbaren Energien wirklich fair im Wettbewerb mit der konventionellen Energiewirtschaft stehen würden. Das Gegenteil ist aber der Fall, denn CDU/CDU und die FDP setzen alles daran, die großen Energiekonzerne weiter zu stärken. hier kann also nicht von einem Wettbewerb gesprochen werden, höchsten von unlauteren Wettbewerb. Mit Fairness hat diese ebenfalls nichts zur tun.

Beklagt wird von der Regierung immer die EEG-Umlage, die die Verbraucher im hohen Maße belastet. Warum spricht die Bundesregierung nie über jene Subventionen, die die konventionelle Energiewiertschaft, insbesondere die Atomwirtschaft, vom Staat erhalten? Auch hier wäre es nur dem Verbraucher fair gegenüber, dass die EEG-Umlage von allen getragen wird, nicht nur vom machtlosen Bürger.

Erfolgreiche Energiewende braucht Wettbewerb - Staat muss erforderliche Rahmenbedingungen setzen
 
Bundespräsident Joachim Gauck hat am Dienstag die Energiewende als ehrgeiziges Projekt gelobt, zugleich aber vor staatlichen Fehlsteuerungen gewarnt. Dazu erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Christian Ruck:

„Der Bundespräsident hat mit seiner Mahnung Recht: Die Energiewende wird in unserem Land nur dann erfolgreich gelingen, wenn wir bei ihrer Ausgestaltung auch auf die Kräfte von Marktwirtschaft und Wettbewerb setzen. Wer dies wie die SPD kritisiert, hat die Dimension der Herausforderung, vor der wir bei der Energiewende stehen, nicht begriffen.

Der Staat muss den Umbau unserer Energieversorgung sinnvoll flankieren und die erforderlichen Rahmenbedingungen setzen. Er darf aber nicht durch zu starkes Eingreifen innovative und kosteneffiziente Konzepte blockieren, die am besten der freie Wettbewerb hervorbringt.

Der überaus dynamische Zubau bei den erneuerbaren Energien zeigt, dass der Staat für deren Markteinführung die richtigen Weichen gestellt hat. Die damit verbundenen Kosten, die jeder Stromkunde zu bezahlen hat, verdeutlichen jedoch auch die Grenzen staatlicher Förderpolitik. Auch bei den Erneuerbaren wird in Zukunft mehr Markt erforderlich sein. Nur wenn die Energiewende bezahlbar bleibt, sichern wir dauerhaft ihre Akzeptanz in der Bevölkerung. Mit der vom Bundestag beschlossenen Korrektur der Förderung von Solarstrom entlässt die christlich- liberale Koalition die Erneuerbaren ein Stück weit mehr in den Markt. Dieser Weg ist absolut richtig und muss auch nach dem anstehenden Vermittlungsverfahren mit dem Bundesrat Bestand haben.

Auch bei der Frage einer Förderung für die künftige Vorhaltung grundlastfähiger konventioneller Kraftwerkskapazitäten müssen wir die Bezahlbarkeit im Blick haben und dürfen keine nicht gerechtfertigten neuen Subventionstatbestände schaffen. Durch einen möglichst wettbewerblichen Ansatz müssen wir einerseits die Versorgungssicherheit gewährleisten und andererseits die finanziellen Auswirkungen auf Verbraucher und Wirtschaft begrenzen.“

Der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Klaus Breil kritisiert hingegen die Äußerungen von Ulrich Kelber (SPD) und Hans Josef Fell (Bündnis 90/Die Grünen), dass die Kosten der EEG-Umlage für die Verbraucher durch Privilegien für Großverbraucher in die Höhe getrieben worden seien. Er wirft den Parteien vor, bei den EEG-Kosten wirtschaftsfern zu sein.

"Eingleisiges Denken und fehlender wirtschaftlicher Sachverstand kennzeichnen die rot-grünen Äußerungen, wenn es um die Förderung Erneuerbarer Energien geht. Die von der Regierung eingeräumte Kostendämpfung bei den Strompreisen für energieintensive Unternehmen erhalten Hunderttausende von Arbeitsplätzen am Beginn der Wertschöpfungskette in Deutschland.

Ein Verlust dieser Arbeitsplätze würde die Sozialkassen in doppelter Weise belasten: Fehlende Einnahmen bei steigenden Kosten für die Arbeitslosigkeit. Dies wäre um ein Vielfaches teurer als das aktuelle Modell.

Vielmehr gilt es nun, unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten den unverhältnismäßigen Ausbau der Photovoltaik an den dafür unentbehrlichen Ausbau der Stromleitungen anzupassen."

Quelle: CDU/CSU / FDP

 

Berlin, 04. Juni 2012, Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) möchte noch vor der Sommerpause die geplante EEG-Novelle verabschieden. Bis zum 12. Juni, ein Tag vor der Intersolar in München, soll nun ein Kompromiss zur Solarförderung vorliegen. Dies teilte Altmaier gegenüber der Wirtschaftswoche mit. Dabei sagte Altmaier auch, dass das Tempo des Ausbaus der Erneuerbaren Energien an das Konzept der Bundesregierung angepasst werden müsse. Die Bundesregierung ist in dieser Hinsicht nicht gerade schnell und der der Ausbau wird zwangsläufig dabei gedrosselt. Altmaier spricht von einem geordneten Zubau. Dabei sollen unverhältnismäßige Belastungen von Stromkunden und Privathaushalte vermieden werden. Für Altmaier selbst stellt die Photovoltaik und Windenergie das größte Potential dar. Dennoch muss laut Altmeier der hohe Zubau der Photovoltaik, wie er auch im letzten Jahr stattgefunden hat, korrigiert werden. Zwischen den beiden Technologien entscheidet sich Altmaier deshalb vorrangig für die Windenergie.

Jetzt stellt sich die Frage, wie Altmaier die Wettbewerbsfähigkeit und das Überleben der Solarindustrie sichern möchte, wenn die Photovoltaik jetzt doch weniger wichtig ist. Sein Vorgänger Norbert Röttgen hatte kurz vor seiner Entlassung noch argumentiert, dass die Schwierigkeiten vieler Solarunternehmen nicht im Zusammenhang mit der EEG-Novelle stehen. Diesen Standpunkt vertritt sein Nachfolger ebenfalls. Wie Altmaier sagt, sei die prekäre Situation der Solarbranche schon lange vor der EEG-Novelle entstanden. Nur durch ein kluges Vorgehen könne der unfaire Wettbewerb auf dem weltweiten Solarmarkt eingedämmt werden. Wie jüngst in den USA geschehen, schließt auch Altmaier die Prüfung einer Anti-Dumping-Klage nicht aus.

MdB Hans Josef Fell (Bündnis 90/Die Grünen) findet es aber unverständlich, dass die Strafzölle in den USA nur gegen die Photovoltaik verhängt wurden.

Hans Josef Fell: "Die jetzt eigeführten Strafzölle der US-Regierung von 31 Prozent gegen die chinesische Photovoltaikindustrie sind in der Solarbranche heftig umstritten. Unumstritten ist, dass China mit verschiedenen, zum Teil auch unlauteren Methoden den Export der eigenen Solarproduktion massiv unterstützt. Darunter leiden Produzenten von Solarmodulen und Solarzellen, nicht nur in den USA, sondern vor allem auch in der EU.

Zu diesen Methoden gehört vor allem, dass China seine Währung gegenüber dem Dollar künstlich abwertet und staatliche Zuschüsse an seine Fabrikanten zahlt. Die Währungsvorteile bevorteilen nicht nur die Solarfabrikanten, sondern die gesamte chinesische Exportwirtschaft. Daher ist es unverständlich, dass die Strafzölle nur gegen die Photovoltaik verhängt werden. Zudem gibt es staatliche Zuschüsse, sowie  zinsgünstige Darlehen für die Solarwirtschaft auch in den USA und der EU, wohl nicht in der Höhe wie in China, aber dennoch.

Der weitaus größte Teil der Arbeitsplätze in der Solarwirtschaft sind aber gerade in den Bereichen der Projektierer und Installateure, die heimisch sind und faktisch nicht aus China importiert werden können. So befürchtet jetzt der Verband der Solarinstallateure in den USA CASE, eine starkes Zurückgehen der Installationen. Viele Kunden orientieren sich am Preis der Module, die sich alleine wegen der Strafzölle um 31 Prozent verteuern werden. Damit könnte es einen deutlichen Einbruch auf dem US-Markt der Solarwirtschaft geben, was dann auch die heimischen Produzenten treffen würde. Leidtragende wären der Klimaschutz und der energietechnisch notwendige Ausbau der Erneuerbare Energien, die dann auch Arbeitsplatzverluste in der Branche  mit sich bringen würden. Sollte sich dies in den nächsten Monaten abzeichnen, dann wäre die EU gut beraten nicht dem Beispiel der USA mit Strafzöllen zu folgen. Viele europäische Hersteller sind auch schon deshalb dagegen, weil in den chinesischen Modulen, sogar 60 Prozent europäische Wertschöpfung steckt, so das Ergebnis einer Studie des Photovoltaikindustrieverbandes EPIA. Diese europäische Wertschöpfung beim Rückimport aus China mit Strafzöllen zu belegen macht offensichtlich keinen Sinn.

Vielmehr wäre es wichtig, für die Hersteller der EU einen fairen Zugang für die schnell wachsenden Märkte im Ausland zu sichern. Vor allem China, Indien, USA und andere werden sich in den kommenden Jahren zu den größten Märkten der Solarwirtschaft  entwickeln. Gerade in China und jetzt vor allem in den USA gibt es aber zunehmende Marktabschottungstendenzen. Genau diese Handelshemmnisse gilt es auf WTO Ebene und in bilateralen politischen Gesprächen abzubauen. Wer mit Strafzöllen eigene Handelshemmnisse aufbaut, muss sich nicht wundern, wenn dies dann erst recht als Grund für eigene Marktabschottung benutzt wird. Eine Kooperation mit China ist viel erfolgversprechender als Handelskriege. Nicht auszudenken, wenn die Chinesen nach einer europäischen Strafzolleinführung ihre Märkte dann auch für Autos und europäische Maschinentechnologien abschotten würden. Dies könnte für die europäischen Exportnationen ein herber Rückschlag werden. Leider hat es Bundeskanzlerin Merkel versäumt  beim Besuch des chinesischen Premierministers Wen Jiabao auf der Hannovermesse eine faire Handelsstrategie für die Solarwirtschaft anzusprechen. Das Angebot von Jiabao war da, aber Merkel hatte es nicht aufgegriffen. Ein sträfliches Versäumnis für den Industriestandort Deutschland. "

Für Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hingegen ist es unverständlich, dass ein Stadtstaat wie Bremen im Bundesrat sich gegen die EEG-Novelle entschieden hat. Auch kommt Rösler den mächtigen Energieversorgern durch Lockerungen bei Haftungen im Bereich Windenergie entgegen.

Philipp Rösler im Interview mit dem Weser-Kurier:

Weser-Kurier: Bei der Energiewende stockt die Reform der Solarförderung. Wie erklären Sie sich, dass auch ein Stadtstaat wie Bremen im Bundesrat gegen die Reform gestimmt hat?

Philipp Rösler: Jeder Haushalt Bremens zahlt bereits jetzt 140 Euro EEG-Umlage im Jahr, davon entfällt etwa die Hälfte auf die Förderung der Photovoltaik. Davon fließt aber per Saldo kaum etwas zurück, weil sie die Photovoltaik in den Stadtstaaten kaum haben. Deswegen hätte ich eigentlich erwartet, dass Bremen, Berlin und Hamburg uns im Bundesrat unterstützen. Gerade für Bremen wäre nun ein schneller Kompromiss im Vermittlungsausschuss gewinnbringend: Die Bremer Bürger werden entlastet, weil die sogenannten Nettoabflüsse aus der Förderung der Photovoltaik geringer ausfallen. Das ist ein Angebot auch an Bremen.

Weser-Kurier: Eine andere Baustelle der Energiewende ist die Offshore-Windenergie, die nicht so richtig in Fahrt kommt.

Philipp Rösler: Der Ausbau ist vor allem davon abhängig, dass wir die Haftungsfragen in den Griff bekommen. Dazu habe ich einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, der die Investitionsbereitschaft stärkt. Ich bin sicher, dass es gemeinsam mit Peter Altmaier gelingt, bis zur Sommerpause einen Gesetzentwurf vorzulegen. Dann kann es mit dem Ausbau losgehen - die Netzbetreiber und die Windpark-Betreiber stehen ja bereits in den Startlöchern. Ich bin überzeugt, dass die Klärung der Haftungsfragen ein ganz wichtiges Signal für den Norden ist.

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

 

Berlin, 04. Juni 2012, Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) möchte arme Menschen vor zu hohen Stromkosten schützen. Das ist generell zu begrüßen, jedoch betreffen hohe Stromkosten alle Stromverbraucher. Dazu möchte er, wie Reuters berichtet, eine Staatshilfe für Geringverdiener angeregen. Strom darf nach seiner Auffassung nach nicht zu Luxusgut werden. Diese Worte dürften auch den Autofahrern bekannt sein, nur in einer etwas anderen Form "Autofahren darf nicht zum Luxus werden".

Wie soll die Regierung, insbesondere Altmaier, es schaffen, die Strompreise auch für Arme bezahlbar zu machen. Schafft es die Bundesregierung doch noch nicht einmal, die weiter steigenden Benzinpreise in den Griff zu bekommen. Dasselbe Spiel im Oligopol, nur ein anderer Energiesektor. Der Staat sei laut Altmaier gefordert hier Hilfe anzubieten. Das zumindest sagt er gegenüber dem Spiegel. Wegen der besonderen Situation bei einkommensschwachen Haushalten wird Altmaier daher mit Wohlfahrtsverbänden reden. Nur so soll die Belastung bei den Strompreisen erträglich bleiben.

Kollege und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler unterstützt Altmaiers Initiative, das Handwerk den Mittelstand im Rahmen der Energiewende bei den Stromkosten zu entlasten. War ja klar, denn Röslers Spruch lautet nach wie vor: "Energie muss bezahlbar bleiben". Das aber eine Entlastung von Handwerk und Mittelstand durch die Umlage aus dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) wiederum die armen Leute trifft, interessiert keinen. Die Umlage ist zu zahlen, so oder so. Wenn nicht von Handwerk, Industrie und Mittelstand, dann in Form einer Umlage der Umlage auf die Übrigen Verbraucher.

Nochmal, liebe Bundesregierung: Die Strompreise belasten nicht nur Handwerk, Mittelstand und Industrie, sie belasten durch die Bank alle Verbraucher. Die Regierung ist nun in der Verantwortung, die Lügen der zu hohen Strompreise aufzudecken. Um es mit den Worten von FDP-Mann Michael Kauch zu sagen: "Die machen sich die Taschen voll".

Eine Möglichkeit, nicht nur Sprit- sondern auch Strompreise zu reduzieren, wären Steuersenkungen. Aber wie meinte Rösler schon im Interview gegenüber der "Rheinische Post" auf die Frage, ob nicht - sollten die Erneuerbaren doch teurer werden als geplant - auf die Stromsteuer von zwei Cent pro Kilowattstunde verzichtet werden könnte: "Es ist nicht sicher, dass eine Senkung der Stromsteuer auch beim Verbraucher ankommt und ihn tatsächlich entlastet. Deshalb müssen wir an die Förderung der Photovoltaik ran." Klartext: Rösler ist sich nicht sicher, dass eine Senkung der Stromsteuer auch beim Verbraucher ankommt. Aber er ist sich sicher, dass ein Eingriff bei der Solarförderung beim Verbraucher ankommt.

Der BEE-Präsident Dietmar Schütz hat es auf den Punkt gebracht:

„Es ist schlichtweg falsch, steigende Energiekosten für private Verbraucher allein den Erneuerbaren Energien anzulasten. Wahr ist: Die Bundesregierung sorgt dafür, dass die Kosten für den notwendigen Umbau unserer Energieversorgung auf immer weniger Schultern verteilt werden. Denn sie befreit weite Teile der Industrie von den Kosten der Energiewende. Immer mehr Unternehmen müssen sich weder an den Kosten für den Ausbau Erneuerbarer Energien, noch an den Kosten für den notwendigen Umbau der Stromnetze beteiligen – zu Lasten der privaten Stromkunden und der vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Hinzu kommt: Die Erneuerbaren Energien senken zum Vorteil der Industrie messbar den Strompreis an der Leipziger Strombörse. Wegen niedriger Grenzkosten verdrängt der Strom aus regenerativen Quellen an der Strombörse zunehmend den teuer erzeugten konventionellen Strom („Merit-Order-Effekt“). Gleichzeitig sorgen die preissenkenden Effekte der Erneuerbaren Energien dafür, dass der zeitweilige Einsatz teurer fossiler Kraftwerke keine Preisexplosion an der Börse auslöst. Während die deutsche Industrie allein durch diesen Effekt 2010 um rund 1,2 Milliarden Euro entlastet wurde, blieben privaten Verbrauchern auch diese Vorteile verwehrt.

Die Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben. Ihre Kosten müssen daher fair verteilt werden. Wer die Kosten der Energiewende bewusst auf immer weniger Schultern verteilt, darf nicht kritisieren, dass die Belastungen für den Einzelnen immer weiter steigen.“

Ob es der neue Bundesumweltminister genauso ernst mit der Energiewende meint wie die Bundesregierung? Mit großer Sicherheit. Die Regierung und allen Voran Peter Altmaier setzen alles daran, aus den großen Energiekonzernen und deren verpassten Energiewende einen Energiekonzern 2.0 auf die Beine zu stellen.
 
Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

 

Berlin, 31. Mai 2012, Im Moment zeichnet es sich ab, dass die Bundesregierung die Energiewende unverhältnismäßig und unnötig teuer werden lässt. Dabei wird den Bürgern laut EUROSOLAR suggeriert, dass der Bau von 4.000 km neuen Stromtrassen eine unausweichliche Notwendigkeit sei, ohne die die Energiewende nicht zu realisieren ist. EUROSOLAR widerspricht dem und kritisiert die Bundesregierung, die Bundesnetzagentur und die Übertragungsnetzbetreiber. In dieser Woche legten die Übertragungsnetzbetreiber den Netzentwicklungsplan Strom vor (Wir berichteten: Übertragungsnetzbetreiber legen legen Plan für kommendes Jahrzent vor).

eurosolar

Peter Droege, Präsident von EUROSOLAR: „Gerade der dezentrale Ausbau der Erneuerbaren Energien bietet die Chance, Strom genau dort zu erzeugen, wo er benötigt wird. Unnötig große Distanzen zwischen dem Ort der Erzeugung und dem Ort des Verbrauchs lassen sich so vermeiden und die erforderliche Länge neuer Stromtrassen deutlich reduzieren.“

Was als unvermeidbar dargestellt wird, ist in Wirklichkeit eine ganz bewusste Entscheidung, genau diejenigen Versorgungs- und Machtstrukturen zu bewahren und sogar auszubauen, die durch den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren zurückgedrängt worden sind. Aber schon der Szenariorahmen für den Netzentwicklungsplan im vergangenen Jahr war ganz auf zentralistische Strukturen ausgerichtet. Es ist sehr bedauerlich, dass schon damals berechtigte Kritik nicht aufgenommen wurde und reale Entwicklungen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien einfach übersehen wurden.

Viele Bundesländer betreiben inzwischen eine Raumordnung, die es erlaubt, die lokalen und regionalen Potenziale zur regenerativen Stromerzeugung besser und systematischer auszuschöpfen. Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, aber inzwischen auch Bayern und Baden-Württemberg machen durch ihre Ausbaupläne den Entwurf des nationalen Netzentwicklungsplans schon jetzt obsolet.

Dies gilt insbesondere für den Einsatz der Photovoltaik. In den deutschen Großstädten, Metropolregionen und Industriezentren, deren Netze große Mengen Solarstrom aufnehmen können, besteht noch ein enormer Nachholbedarf beim Ausbau der Photovoltaik, die es in nur wenigen Jahren geschafft hat, ihre Kosten deutlich zu senken und signifikante Strommengen zu liefern, wie es jüngst das Pfingstwochenende deutlich gezeigt hat.

Dies gilt aber auch für den Ausbau der Onshore-Windenergie. Moderne Windstromanlagen erbringen an vielen Standorten im Binnenland hervorragende Erträge, ihre Stromgestehungskosten sind bereits heute nicht mehr höher als die von neu errichteten Stein- und Braunkohlekraftwerken, die darüber hinaus enorme externe Kosten und Klimaschäden verursachen.

Axel Berg, Vorstandsvorsitzender der EUROSOLAR-Sektion Deutschland: „Windstrom aus dem Hunsrück, Westerwald oder Taunus in die Metropolregion Rhein-Main-Neckar, vom Niederrhein und dem Münsterland in das Ruhrgebiet oder von der Schwäbischen Alb in die Lastzentren Baden-Württembergs zu transportieren, ist eine ungleich geringere Herausforderung als gigantische Stromtrassen von der Nordsee bis in den Süden Deutschlands zu errichten und ermöglicht gleichzeitig eine breite regionale Wertschöpfung. Die vielen 100%-Erneuerbare-Energien-Regionen in Deutschland zeigen deutlich, dass man vor Ort lieber aktiver Teilhaber der Energiewende sein möchte und nicht nur Hinterland für Stromtrassen.“

Es ist auffallend, dass bei der Debatte um die Photovoltaik ständig deren angeblich so hohe Kosten ins Feld geführt werden, während hier ganz bewusst eine Richtungsentscheidung getroffen wird, die ohne Notwendigkeit zu hohen Kosten überkommene Strukturen konserviert.

Irm Scheer-Pontenagel, Geschäftsführerin von EUROSOLAR: „Der nun vorliegende Entwurf des nationalen Netzentwicklungsplans ist unter einer falschen Prämisse entstanden. Denn das Ziel ist eben nicht die Wahrung der privatwirtschaftlichen Interessen von Stromkonzernen und Übertragungsnetzbetreibern, sondern eine erfolgreiche Energiewende. Nun liegt es an den betroffenen Bundesländern, eine Revision des Netzentwicklungsplans einzufordern.“

Quelle: EUROSOLAR e.V.