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Politik

Berlin, 28. Mai 2012, Man kann es einfach nicht glauben. Es wird mittlerweile so   viel heiße Luft in der Bundesregierung produziert, das damit ganz Deutschland jahrelang mit kostenloser Wärme versorgt werden könnte. Auf der Pressekonferenz, im Anschluss des Energiegipfels, sprach Bundeskanzlerin Merkel hinsichtlich der Energiewende von einer großen Herausforderung und einem Meilenstein, man hätte sogar bereits einen konkreten Plan. Dass die Bundesregierung ganz konkret planlos ist, dürfte allen klar sein. Auch berichten die Medien davon, dass die Kanzlerin die Energiewende jetzt wohl zur Chefsache erklärt hat. Eigentlich zieht die Kanzlerin die ganze Zeit schon die Fäden und schickte (Februar 2012) - ihre noch immer hinter den Ohren grünen Männer - Rösler und Röttgen vor. Sie selbst hielt sich in den Fragen zur Energiewende immer bedeckt. Nachdem RöRö versagt haben, wurde nun offiziell die Energiewende zur Chefsache erklärt.

Der Koordinator für Energiepolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Bareiß, gibt auch wieder mal seinen Senf zum Energiegipfel ab. Eigentlich sind wir es Leid, den Schwachsinn von Bareiß zu veröffentlichen. Aber nur so kommt die Wahrheit ans Licht.

„16 Länderkonzepte, ein Bundes- und ein Europakonzept nebeneinander, das bedarf einer intensiven Koordination. Der Energiegipfel ist ein richtiger Schritt in diese Richtung. Nur wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen, kann die Energiewende gelingen. Es braucht keine Energieautarkie der Länder, sondern eine nationale Energiestrategie im europäischen Kontext, wie sie im Energiekonzept beschrieben ist. Der Ausbau der erneuerbaren Energien, Netze und Kraftwerkskapazitäten können nur im Gesamtkonzept funktionieren und nicht mit Kleinstaaterei. Das führt zu Chaos."

Bis dahin mag Bareiß fast recht behalten. Die Energiewende kann nur als ganzes gelingen. Das Problem dabei: Man wird ganz Europa nicht unter einen Hut bekommen. Die Blockade wäre so schon wieder vorprogrammiert. Besser wäre es, wenn Deutschland sich erstmal um sein eigenes Land kümmert.

"Wenn man sich beispielsweise die 16 Energiekonzepte der Bundesländer anschaut und die Ausbauziele für erneuerbare Energien zusammenzählt, kommt man auf eine zukünftige Gesamterzeugung aus erneuerbaren Energien von rund 150 Gigawatt. Das ist fast doppelt so hoch wie die gesamtdeutsche Jahreshöchstlast. Die Bundesländer sind in der Pflicht, denn auch sie haben der Energiewende im vergangenen Sommer zugestimmt. Jetzt blockieren sie aber entscheidende Projekte zum Gelingen der Energiewende, wie die steuerliche Förderung der Gebäudesanierung und die Photovoltaiknovelle. Das erhöht den Strompreis und verhindert mehr Energieeffizienz und Wachstum. Die Beschlüsse der Länder verunsichern Handwerker, Industrie, Investoren und Häuslebauer.“

Sein bestes und einziges Argument: Photovoltaik erhöht den Strompreis. Das nicht die Beschlüsse der Länder, sondern solche Politiker wie Bareiß Handwerker, Industrie, Investoren und Häuslebauer verunsichern, liegt ebenfalls auf der Hand. Der Schwachsinn geht also weiter...

Einen schönen Rekord gab es hingegen von der Photovoltaik am vergangenen Freitag zu berichten. Am 25.05.2012 produzierten in Deutschland Solarstromanlagen mit über 22 GW Gesamtleistung sauberen Solarstrom und speisten diesen in das öffentliche Stromnetz ein (siehe auch SMA zur Photovoltaikleistung in Deutschland). Das entspricht einer Leistung von etwa 20 Atomkraftwerken. Das tolle dabei, die Kosten für Strom an der Strombörse fallen auf Grund der Solarleistung in den Keller. Das schmälert die Gewinne der Energiekonzerne drastisch. Das dies bei den Energieversorgern keine Begeisterungsstürme auslöst dürfte allen bewusst sein. Es müssen neue Einnahmequellen generiert werden. Am besten über Windenergieanlagen, die Offshore betrieben werden.

Inzwischen ist Peter Altmaier (CDU) neuer Bundesumweltminister. Er und die Kanzlerin möchten noch vor der Sommerpause einen Kompromiss zur Solarförderung finden. Wir wissen, in einer Zwei-Drittel-Mehrheit stellten sich die Länder gegen die geplante EEG-Novelle. Folge, der Vermittlungsausschuss wurde angerufen. Auf jeden Fall möchte Altmaier der Solarindustrie wieder zu mehr Wettbewerbsfähigkeit verhelfen, auch gegen den Willen der FDP. Altmaier wird in absehbarer Zeit nun Kontakt zu den Ministern der Länder aufnehmen und versuchen, einen Kompromiss zur Solarkürzung finden. Spätestens dann wird sich herausstellen, auf welcher Seite Altmaier steht.

Bundeswirtschaftminister Philipp Rösler (FDP) möchte hingegen in den nächsten Wochen einen Netzentwicklungsplan vorlegen. Darin soll festgelegt werden, wann und wo welche Stromtrassen gebaut werden müssen. Es fehlen Stromleitungen, die den Strom vom Norden in den Süden transportieren sollen. Und zwar den Strom aus Offshore-Windanlagen, deren Bau größtenteils den großen Energiekonzernen vorbehalten ist. Rösler möchte auch, dass der Anschluss der Offshore-Windanlagen beschleunigt wird. Die Kosten für den Netzausbau belasten die Verbraucher zusätzlich. Der Strompreis steigt und steigt. Solange der Strommarkt in den Händen der vier großen Energieversorger verbleibt, sind auch die hohen Steuereinnahmen des Bundes gesichert. Steigende Strompreise gleich steigende Steuereinnahmen. Der Widerspruch dabei, "Energie soll bezahlbar bleiben", so Rösler. Und schon wieder schiebt die Politik steigende Strompreise in die Schuhe der erneuerbaren Energien, ohne die angeblich sowieso kein Netzausbau notwendig gewesen wäre. Auch für die Politik bleiben die Erneuerbaren der Sündenbock für steigende Strompreise. Die Bürger werden mal wieder bewusst hinter´s Licht geführt.

Erneut ist wieder von einer Brückentechnologie die Rede. So sollen laut Rainer Brüderle (FDP) weitere Anreize geschaffen werden, um Gas- und Kohlekraftwerke zu bauen. Diese sollen zur Überbrückung dienen, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten. Wie er sagt, sind mehr Kraftwerke dieser Art notwendig als vorher gedacht. Wieder ganz im Sinne der großen Energieversorger. Brüderle, ein Bruder der konventionellen Kraftwerks- und Atomindustrie.

Michael Fuchs (CDU) bringt sogar wieder eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken ins Spiel. Welches Spiel spielen wir hier eigentlich? Zum Glück, muss man sagen, steht "noch" keiner hinter dem Vorschlag von Fuchs. Wer für eine Laufzeitverlängerung von AKWs ist, sollte wegen versuchten Völkermords zur Verantwortung gezogen werden. Wer steht denn dafür gerade, wenn es zu einem Supergau kommt? Jeder atombefürwortende Politiker in der Regierung, allen voran  Michael Fuchs, sollte sein Büro nicht in Berlin, sondern in einem Atomkraftwerk neben aktiven Brennstäben haben. Wie gefährlich so eine Technologie ist wird schon dadurch ersichtlich, dass Versicherer diese Gefahr eben nicht versichern.

Stephan Grüger, Mitglied des deutschen Vorstands von EUROSOLAR e.V. zum Thema Energiewende und zur Entlassung von Norbert Röttgen: "Mit dieser Entlassung wird deutlich, dass Sonntagsreden von der Bedeutung der Energiewende noch lange nicht bedeuten, dass wesentliche Teile von CDU und FDP sich schon mit dem endgültigen Aus für die Atomenergie abgefunden haben, oder gar für eine dezentrale Energiewende sind."

In der Bundesregierung wird die Energiewende als hochkomplexes Projekt beschrieben. Soll es nun daran scheitern? War denn damals die Atomenergie nicht auch ein hochkomplexes Projekt und wo stehen wir jetzt? Gerade Deutschland sollte in derartigen Dingen führend sein und mit gutem Beispiel voRWEggehen.

Wie die Wirtschaftswoche vor wenigen Tagen berichtete, soll gerade in Bayern die Gefahr vor einen Blackout sehr groß sein. Die warnenden Hinweise kommen wieder einmal von Stephan Kohler, dem Boss der Deutschen Energie-Agentur (dena). Er dramatisiert mal wieder und sagt gegenüber der WiWo, dass wenn nicht bald etwas passiert, es dramatisch werden würde. Auch die Bundesnetzagentur und deren Präsident Jochen Homann dramatisieren. Es handle sich derzeit um eine angespannte Situation die erfordert, dass die Erhaltung der vorhandenen konventionellen Erzeugungskapazitäten erforderlich ist. In diesem Fall muss laut Homann dienStromversorgung vor dem Umweltschutz gehen.

Mit den Ängsten der Bürger spielen, das kann unsere Regierung wirklich gut. Größtenteils sind es wirklich nur Dummschwätzer, die aus den Steuergeldern der Bürger bezahlt werden.  Es ist nun die Aufgabe des neuen Bundesumweltministers Peter Altmaier, die Energiewende so schnell und kostengünstig wie nur möglich voranzutreiben. Es kann nicht sein das irgendwelche wirtschaftliche Interessen vertreten werden.

Eines ist sicher: Weder die konventionelle Kraftwerksindustrie sowie die Kerntechnik, noch der Sektor der erneuerbaren Energien benötigen einen starken und konsequenten Bundesumweltminister, sondern unsere Natur und Umwelt.

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

 

Horb a.N./Wodonga, 26. Mai 2012, Der Minister für Arbeit, Industrie, Produktion, Export und Handel im australischen Bundesstaat Victoria, Richard Dalla-Riva, hat den Kooperationspartner des Weltmarktführers DEGERenergie, Kiewa Valley Engineering KVE, in Wodonga besucht. Dalla-Riva wollte sich vor Ort über die Zusammenabeit von KVE mit DEGERenergie und über dessen Produkte für solare Nachführung zu informieren.

DEGERenergie

Der Minister war in Begleitung einer Delegation von lokalen Politikern und ließ sich erläutern, wie die Kooperation im Einzelnen funktioniert und welche Synergie-Effekte beide Unternehmen gemeinsam erzielen. Im Mittelpunkt des anschließenden Gesprächs stand das enorme Potenzial der beteiligen Unternehmen und insbesondere dessen Auswirkungen für die Region Albury/Wodonga. Im Anschluss überzeugten sich die Besucher bei einer Führung durch die Fabrikhallen von den enormen Fähigkeiten des Manufacturing Partners von DEGERenergie.

Die Delegation um Minister Dalla-Riva zeigte sich von der Stärke der Partnerschaft, den Kompetenzen von KVE und vor allem von der Technologie von DEGERenergie sehr beeindruckt.

Florian Falk Naumann, Country Manager Australien bei DEGERenergie: „Dieser hochrangige Besuch hat erneut bestätigt, dass unsere Strategie richtig ist: Produktion und Vertrieb zu lokalisieren, um näher an unseren Kunden zu sein.“

Quelle: DEGERenergie

 

Berlin, 22. Mai 2012, Nichts gegen die Windenergie, aber was sich hier unser aalglatte Thomas Bareiß, der Koordinator für Energiepolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, an Forderungen erlaubt, grenzt an Kriminalität. Im Koordinationskreis Energie der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wurde zu einem Meinungsaustausch geladen. Aber lesen Sie selbst:

Exkurs: Bareiß ist gegen die Photovoltaik, da diese erstens überfördert wird und zweitens, die Strompreise in die Höhe treibt. Zudem führt die Überförderung laut Bareiß zu einem grenzenlosen Zubau an Photovoltaikanlagen. Auch gefährdet die Photovoltaik die Versorgungssicherheit. Von möglichen Blackouts ist die ganze Zeit die Rede.

Nun möchte der Atomlobbyist Bareiß sogar rechtliche Rahmenbedingungen setzen, dass die ambitionierten Ausbauziele der Offshore-Windenergie und die damit einhergehenden hohen Investitionen gestemmt werden können.

Thomas Bareiß: "Wir bekennen uns zu den ambitionierten Ausbauzielen der Offshore-Windenergie. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien spielt die Windenergie im Meer eine zentrale Rolle. Aus diesem Grund ist es von elementarer Bedeutung, dass die richtigen rechtlichen Rahmenbedingungen gesetzt werden, um die hohen Investitionen zu stemmen. Bis zum Jahr 2030 sollen Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 25.000 MW installiert werden. Dieses Ziel werden wir nur im Dialog mit allen Beteiligten erreichen."

Wir schreiben das Jahr 2012. Auf das Jahr bis 2030 umgerechnet würden jährlich in etwa 1,29 GW an Offshore-Windenergie zugebaut. Generell zu begrüßen. D.h. aber nicht, dass das auch so ist und durchgeführt wird. Nachdem was Bareiß fordert könnte es passieren, dass innerhalb weniger Jahre über 25 GW an Offshore-Windenergie zugebaut wird. Im Grunde genommen könnten schon im Jahr 2016 bzw. 2017 über 25 GW zugebaut sein. Das würde einem jährlichen Zubau an Windenergie von 5 GW bedeuten, und das nur Offshore! Andere erneuerbare Energiequellen in diesem Zeitraum sind noch nicht mitgerechnet. Jetzt stellen wir einen möglichen Blackout und einen grenzenlosen Zubau in den Raum...

Thomas Bareiß: "Deshalb begrüßen wir, dass die Bundesregierung noch vor der Sommerpause die Einführung einer Haftungsbegrenzung für Übertragungsnetzbetreiber beschließen möchte. Bisher haften die Netzbetreiber für Ausfälle, wenn die Offshore-Windanlagen zwar Strom erzeugen, der Strom aber aufgrund eines Leitungsschadens oder einer fehlenden Anbindung an Land nicht eingespeist werden kann. Dieses nicht versicherbare Risiko führt zu Zurückhaltung bei den Investoren. Denn nur wenn eventuelle unternehmerische Risiken vorhersehbar sind, fließt auch ausreichend Kapital in die Netzanschlüsse auf See."

Man würde sich wünschen, die Bundesregierung würde sich auch um die Photovoltaik-Investoren so bemühen. Die Bundesregierung gibt in der Photovoltaik einen Dreck auf eventuelle unternehmerische Risiken und sorgt sich auch nicht um eine mögliche Zurückhaltung bei den Investoren. Warum? Weil die Investoren in diesem Fall die großen Energiekonzerne sind. Und, wenn nicht die Netzbetreiber für Ausfälle haften, wer dann?

Thomas Bareiß: "Auch wurde deutlich, dass eine bessere Planung und Koordinierung für einen schnelleren und effizienteren Offshore-Ausbau von hoher Bedeutung ist. Deshalb sollte aus unserer Sicht ein Offshore-Masterplan aufgestellt werden, der den Ausbau der Netze und der Windanlagen besser aufeinander abstimmt. Ministerien und Netzbetreiber hoben die Bedeutung des Diskussionsprozesses in der „AG Beschleunigung“ hervor. Diese Arbeitsgruppe wurde vom Bundeswirtschaftsministerium ins Leben gerufen, um die Netzanbindung von Offshore-Windparks schneller voranzubringen. Sie ist ein wichtiges Forum, um den Ausbau gezielt voranzubringen."

Wie sagt sein Kollege Rösler immer "Energie muss bezahlbar bleiben!" und dann gründet dessen Ressort, das Bundeswirtschaftsministerium, eine Arbeitsgruppe, um die Netzanbindung von Offshore-Windparks schneller voranzubringen. Planungssicherheit, auch ein Lieblingswort von Bareiß. Wann wird dieser unfähige und unsoziale Mensch endlich abgesägt? So etwas darf doch nicht auf die Menschheit losgelassen werden.

Quelle: CDU/CSU

Berlin, 25. Mai 2012, Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier möchte gemeinsam mit den Ländern nach dem Energiegipfel in dieser Woche die Arbeiten für die Energiewende beschleunigen. Respekt Herr Altmaier, da sind Sie Ihrem Vorgänger Röttgen aber weit voraus!

Drei Fragen, drei Antworten: Wind und Sonne statt Kohle und Gas

Altmaier´s Ziele:

Die Energieversorgung soll...

...sauber und ökologisch,
...zu erträglichen Preisen und
...sicher sein.

Im „3 Fragen, 3 Antworten“-Interview für den YouTube-Kanal der Bundesregierung beschreibt Altmaier die nächsten Schritte.

Die vor einem Jahr gestartete Energiewende markiert den Aufbruch ins Zeitalter der erneuerbaren Energien. In dieser Woche haben Bund und Länder vereinbart, sich dafür noch enger abzustimmen.

Bis 2050 soll die Energie überwiegend aus den erneuerbaren Energien kommen. Ohne Atomkraft. Dafür braucht unser Land neue Stromtrassen und ausgebaute Netze.

Wie es mit dem Energiekonzept der Bundesregierung im Einzelnen weiter geht, legt Bundesumweltminister Peter Altmaier im „3 Fragen, 3 Antworten“-Interview dar. Dabei geht es ums Tempo, um Kosten und um eine Frage, die für den inneren Frieden des Landes von Bedeutung ist.

Quelle: Bundesregierung

Berlin, 22. Mai 2012, "Bedauerlicherweise entscheiden die Wähler": Damit hat Dr. Norbert Röttgen, Bundesumweltminister a.D., während seines NRW-Wahlkampfes nur das öffentlich und "leider" versehentlich ausgesprochen, was 99 Prozent der Politiker denken. Ehrliche Haut, könnte man meinen. Wie ehrlich Röttgen wirklich war und ist hätte sich herausgestellt, wenn er mit Bundeskanzlerin Merkel öffentlich abgerechnet hätte. Das hat er zumindest verkündet und jetzt doch noch einen Rückzieher gemacht. Wie schön wäre es gewesen, die wahren Hintergründe der angeblichen Energiewende zu erfahren. Blöd nur, dass Röttgen sich gegen den Willen der Bundeskanzlerin nicht durchsetzen konnte. Auch Rösler dürfte in den Augen der Kanzlerin eine Niete sein, nur aussprechen will das niemand.

Inzwischen übernahm Peter Altmaier (CDU) das Amt des Bundesumweltministers. Wer jetzt glaubt, Altmaier würde sich für die Energiewende einsetzen, der irrt. Zumindest nicht, was die meisten unter einer Energiewende verstehen. Altmaier ist nur eine weitere Marionette aus Merkels Puppentheater. Die eiserne Frau zieht die Fäden und lässt ihre Puppen tanzen wie sie es möchte. Wer nicht mitzieht, wird gefeuert. Hire and Fire, wie in der üblichen Wirtschaft eben. Nur mit dem Unterschied, dass Deutschland eine miserable Bilanz aufweist. Jedes andere Unternehmen wäre schon längst pleite und bevor es soweit kommt, würde der Vorstand auf Druck der Aktionäre zum Rücktritt aufgefordert werden.

Von Bundespräsident Gauck bekam Altmaier nun die Ernennungsurkunde zum Bundesumweltminister überreicht, Röttgen die Entlassungsurkunde zum Bundesumweltminister a.D. Wie bei Röttgen auch, wurde hier erneut ein Bock zum Gärtner ernannt. Gauck hatte sich noch bei Röttgen für sein leidenschaftliches Vorantreiben der Nutzung erneuerbarer Energien bedankt. Der Witz schlechthin, denn es dürfte eher ein Leiden gewesen sein. Röttgen habe angeblich früher als alle anderen erkannt, dass es Zeit für die Energiewende ist. Dabei war es die Bundesregierung und auch Röttgen, die die Energiewende zur Energieblende gemacht haben. Röttgen hat auch nur seinen Arm gehoben, da Merkel wieder einmal am seidenen Faden gezogen hat.

Der CDU-Politiker Altmaier hingegen hat noch nicht mal die Chance, ein guter Bundesumweltminister zu werden. Einen MacGyver gibt es in der Bundesregierung nämlich nicht und selbst Altmaier kann aus Scheise keinen Haufen Gold machen Zudem steigt Altmaier mit seinem neuen Amt eine weitere Stufe der Inkompetenz hinauf. Getreu dem Peter-Prinzip und es dürfte wohl auch die letzte Stufe sein. Wie kann und soll Altmaier eine Energiewende schaffen, die überhaupt nicht gewollt ist. Der einzige, der des Amtes des Bundesumweltministers überhaupt würdig wäre, ist Hans-Josef Fell.

Thorsten Schäfer-Gümbel, Fraktionsvorsitzender und Landesvorsitzender der hessischen SPD und Mitglied des SPD-Parteivorstandes, erklärt zur heutigen Ernennung von Peter Altmaier zum Bundesumweltminister:

"Ich wünsche Peter Altmaier als Bundesumweltminister mehr Erfolg als Norbert Röttgen. Aber ich fürchte, dass sich an der verkorksten Energiepolitik der Bundesregierung nichts ändern wird. Neben all dem ideologischen Ballast, den die schwarz-gelbe Bundesregierung ohnehin mit sich herumschleppt, behindert vor allem ein völlig überflüssiger Ressortstreit die Energiewende. Wenn die Kanzlerin es ernst meinen würde mit der Energiewende, hätte sie die zwischen Wirtschafts- und Umwelt- und Bauministerium geteilten Aufgaben in einem Ressort gebündelt und den Umweltminister mit den Kompetenzen für den gesamten Energiebereich ausgestattet.

Die Kanzlerin hat eine Chance verpasst. Sie sieht den Ministerwechsel allein machttaktisch und hat deshalb Röttgen fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Ihr Gerede von der Bedeutung der Energiewende ist hohl, weil der Austausch eines Kopfes nicht geeignet ist, die schwarz-gelbe Selbstblockade zu beheben."

Die Forderungen und Reden der SPD sind auch nichts weiteres, als hohle Phrasen. Die SPD ist kein Deut besser wie die aktuelle Regierung. Sie sagen nur das, was der Bürger auch hören möchte. Erst einmal an der Macht, werden ebenfalls aus Versprechungen Lügen.

Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis90/Die Grünen, wirft Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler Versagen bei der Energiewende vor. Rösler blockiert die Energiewende und zwar mit allem was ihm zur Verfügung steht. Laut Özdemir müsste Merkel folglich auch Rösler entlassen. Özdemir erklärt gegenüber der Westfälischen Rundschau: „Entweder die Kanzlerin hat Nobert Röttgen entlassen wegen der verlorenen Landtagswahl. Dann ist dies das Eingeständnis, dass die historische Wahlniederlage sehr wohl Auswirkungen auf das Kanzleramt hat. Oder Angela Merkel hat ihren Umweltminister entlassen, weil er bei der Energiewende versagt hat. Dann muss sie aber auch Philipp Rösler den Stuhl vor die Tür stellen, denn er hat als zuständiger Wirtschaftsminister nicht nur versagt, sondern blockiert aus ideologischen Gründen ganz bewusst den Umbau unserer Energieversorgung, wo immer er nur kann.“

Rösler hingegen übt nun weiter Druck auf die Länder aus, nachdem eine Zwei- Drittel-Mehrheit die EEG-Novelle in den Vermittlungsausschuss geschickt hat. Seiner Meinung nach haben sich die Länder nicht erkenntlich beim Entgegenkommen in einigen Gesetzesabschnitten gezeigt und deshalb soll nun wieder das ursprüngliche Gesetz ins Rennen geschickt werden. Horst Seehofer (CDU) hingegen sieht das EEG als allgemein verkorkst an und fordert ein neues EEG (Wir berichteten: ShortNews - Energiewende in Gefahr - Seehofer will neues EEG).

Morgen trifft sich Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder zum Energiegipfel. Dem Handelsblatt liegt die Tagesordnung vor. So soll der Energiegipfel laut Handelsblatt das gesamte Spektrum energiepolitischer Themen umfassen. Neben dem Netzausbau, der Begrenzung des Strompreisanstiegs, die neue Umlage für die Netzanbindung von Offshore-Windparks, ist auch die Schaffung von Anreizen für den Neubau fossiler Kraftwerke auf der Agenda. Wir dürfen gespannt sein, welche nächsten Schritte unsere unfähige Bundesregierung in Angriff nimmt.

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler