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Veranstaltungen

 

Bonn, 12. Juni 2012, Die SolarWorld AG ist auch in diesem Jahr wieder auf der Intersolar vertreten und möchte sich auch diesmal wieder vom Wettbewerb abheben. Dazu stellt der Solarmodulhersteller eine breite Produktpalette vom Solarmodul bis hin zum Solarenergiespeicher vor.

SolarWorld AG

Die Wirkungsgrade der poly- und monokristallinen Solarmodule „Made in Germany“ und „Made in USA“ erhöhen sich um durchschnittlich fünf bis zehn Prozent. Die neuen Hochleistungs-Module werden in der zweiten Jahreshälfte in den neuen Leistungsklassen verfügbar sein.

Dr.-Ing. E. h. Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG: "Es ist unseren Forschern gelungen, verschiedene neue Technologien in unsere automatisierte Solarzellenproduktion einzuführen und so zu kombinieren, dass am Ende ein besseres Modul herauskommt und trotzdem die Kosten sinken."

Drei Aspekte spielten bei der Verbesserung der Prozesse eine Rolle

Zum einen ist es SolarWorld als einem der ersten Hersteller weltweit gelungen, die Breite der elektrischen Leiterbahnen auf den Solarzellen mit Hilfe einer eigenen Technologie nahezu zu halbieren. Der Wert liegt nun deutlich unter dem Industriestandard, den der Branchenverband SEMI derzeit mit 80 bis 90 Mikrometern angibt. Zum anderen setzt SolarWorld auf der Zellvorderseite einen selektiven Emitter ein, der mehr Licht für die Umwandlung in Strom nutzbar macht. Schließlich wurde die Rückseite der monokristallinen Zelle so verändert, dass sich die elektrische Leitfähigkeit erhöht.

Die hohe Effizienz und Qualität der Photovoltaikmodule sind auch maßgebend für die Anforderungen an die weiteren Elemente, die eine SolarWorld-Solaranlage ergänzen. Neben Gestelltechnik stehen in diesem Jahr Solarstromspeicher im Mittelpunkt des Besucherinteresses. Die SolarWorld AG, die als erster Hersteller weltweit und bereits seit Anfang 2011 ein komplettes Batteriesystem  im Programm hat, zeigt, wohin die Reise geht: Das neue SunPac K 10.9 integriert erstmalig die Lade- und Entladefunktion in einem dreiphasigen Speicher-Wechselrichter. Ein zusätzlicher Laderegler wird nicht mehr benötigt, der Wirkungsgrad erhöht sich. Mit diesem flexiblen System ist es möglich, die Solarstromanlage mit oder ohne Speicher in Betrieb zu nehmen und bei Bedarf eine Batterie der ersten oder zweiten Generation nachzurüsten.

Großes Besucherinteresse ist einem ganz besonderen Gast am Messestand sicher: Der Solarwagen SolarWorld GT macht pünktlich zur Intersolar Zwischenstopp in München. Studenten der FH Bochum entwickelten den „Gran Turismo“ mit Unterstützung von SolarWorld und brachen im vergangenen Jahr in Australien zu einer Umrundung der Welt auf. Ziel ist es, im November zurück in Australien zu sein und sich den Weltrekord zu sichern: Einmal rund um die Welt – allein mit der Kraft der Sonne.

SolarWorld GT

Quelle: SolarWorld AG

 

Lund/München, 12. Juni 2012, Wenn der Solarwirt zum Spanner wird, dann hat er vermutlich das Videoüberwachungssystem von Axis im Einsatz. Zum ersten Mal stellt der Marktführer im Bereich Netzwerk-Video Axis seine Videoüberwachungslösungen für Solarstromanlagen auf der Intersolar vor.

AXIS Solar - Videoüberwachung

Axis Communications zeigt innovative Videoüberwachungsmöglichkeiten aus dem Bereich Perimeter Protection (Geländeüberwachung), die speziell für solare Groß- und Kleinanlagen geeignet sind. Der Videoüberwachung kommen laut Unternehmen vor allem zwei Aufgaben zu: Zum einen helfen sie Einbrüche, Diebstahl und Vandalismus zu verhindern. Hierfür eignen sich vor allem hochwertige Outdoorkameras wie beispielsweise die „Lightfinder“ Netzwerk-Kamera AXIS Q1602-E, oder die Q1604-E mit dynamischer Bilderfassung. Diese Kameratypen liefern Überwachungsbilder auch bei extrem schlechten Lichtverhältnissen.

Unterstützung bei Sicherheit und Wartung

Zum anderen unterstützen die Netzwerkkameras die Betreiber von Solarparks auch bei Wartung und Instandhaltung ihrer Photovoltaikanlagen. Beispielsweise verleihen Thermalkameras wie die AXIS Q1922-E Wärmebild-Netzwerk-Kamera der Perimeter Protection neue Dimensionen. Sie erhöhen Wirksamkeit, Erkennungsrate und Effizienz und eignen sich besonders für die 24h-Überwachung von Solarparks. Mit IP-Wärmebildkameras werden Bilder auf Grundlage der von Objekten, Fahrzeugen oder Personen ausgehenden Wärmestrahlung erzeugt und ermöglichen dadurch auch in vollkommener Dunkelheit eine gute Sicht. So werden Bilder bereitgestellt, auf denen das Wachpersonal verdächtige Aktivitäten erkennen und darauf reagieren kann.

Die Solarparks in Bitterfeld beispielsweise haben für diesen Zweck momentan circa 40 AXIS Thermalkameras im Einsatz. „Die Betreiber der Solarparks wollen eine intelligente Videoüberwachungslösung, die vor allem auch bei Dunkelheit volle Leistung bringt. Denn Diebe suchen besonders in der Nacht ihren Weg und zur anschließenden Aufklärung ist es wichtig, der Polizei und der Versicherung gute und brauchbare Bilder zu liefern. Dabei ist es auch extrem wichtig, Fehlalarme zu minimieren. Die Thermalkameras von Axis sind die besten, die momentan auf dem Markt sind“, erläutert Jens Kothhuber, Vertriebsleiter der VST GmbH.   

Ein Pluspunkt der Netzwerk-Kameras ist auch ihre Softwareunterstützung: Dank des offenen Entwickler-Frameworks AXIS Camera Application Platform können Drittanbieter auf den Axis Modellen spezielle Anwendungen entwickeln, die auf die besonderen Bedürfnisse der Branche zugeschnitten sind.

Edwin Roobol, Regional Director Middle Europe: „Nachhaltig erzeugte Energie ist ein Gut, das heute permanent an Wert gewinnt – eine Entwicklung, die auch den Sicherheitsbedarf steigen lässt. Innovative Netzwerk-Technologie kann dieses Gut schützen helfen und verhilft den Erzeugern zugleich, Kosten zu sparen.“    

Quelle: Axis

München, 11. Juni 2012, Das detaillierte Konferenzprogramm der 27th European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition (27th EU PVSEC), die vom 24. bis 28. September 2012 in Frankfurt stattfindet, ist online. Das internationale wissenschaftliche Komitee, bestehend aus renommierten Vertretern der weltweiten PV Community, hat die Rekordanzahl von 1.843 zur Präsentation eingereichten Fachbeiträgen begutachtet.

Unter der Leitung von Conference General Chairman Dr. Stefan Nowak, Vorstand des Photovoltaikprogramms der Internationalen Energie Agentur (IEA PVPS), und koordiniert vom Technical Programme Chairman Dr. Arnulf Jäger-Waldau, DG Joint Research Centre der Europäischen Kommission, wurde das Konferenzprogramm finalisiert: Das Programm dieser weltweit führenden PV Fachkonferenz umfasst 86 Conference Sessions, 333 Keynote-, Plenar-, Fachvorträge und über 1.300 Posterpräsentationen.

Dr. Stefan Nowak kommentiert: „Die europäische und die weltweite PV Community kommt zusammen, um die aktuellen wissenschaftlichen Fortschritte, technologische Erfolge, industrielle Entwicklungen, Kostenreduktionen, wirtschaftliche und politische Fragen sowie die aktuelle Marktentwicklung zu thematisieren und zu diskutieren.“

Das Konferenzprogramm der 27th EU PVSEC deckt das gesamte Themenspektrum des PV Solarsektors ab. Themenschwerpunkte sind:

  • Neue Materialien, Solarzellen, -module, Konzepte, Systeme, Ultra-Hochleistungszellen
  • Siliziumwafer-basierte Solarzellen, alle Aspekte
  • Dünnschicht-Solarzellen, alle Aspekte
  • Entwicklung von innovativen Komponenten für PV-Systeme 
  • PV-Systeme: PV-Großflächen-Anlagen, Netzeinbindung, netzferne Anwendungen, PV und Architektur 
  • Photovoltaik – deren maßgebliche Rolle in der Strombereitstellung: PV-Märkte, PV im Strommix, Nachhaltigkeitsaspekte, politische Rahmenbedingungen, PV Globalisierung

Dr. Arnulf Jäger-Waldau: „Die Keynote- und Plenarvorträge bieten einen allgemeinen Überblick über die jüngsten Forschungsergebnisse, den industriellen Fortschritt sowie die politischen Rahmenbedingungen. Technische Details zu spezifischen Themengebieten stehen in den fachlich spezialisierten Sessions im Mittelpunkt.“ 

Dr. Nowak fasst zusammen: „Die EU PVSEC Konferenz stellt einen ‚Schmelztiegel‘ dar, der alle ‚heißen‘ Themen rund um die Photovoltaik anspricht.“

Ergänzend zu diesem umfangreichen Konferenzprogramm findet eine Vielzahl von Parallel Events statt, die einen vertiefenden Einblick in spezifische Themen bieten und die aktuellen Trends aus Wissenschaft, Technologie, Handel, Industrie und den PV Märkten behandeln. Detaillierte Informationen zu den EU PVSEC Parallel Events werden in Kürze veröffentlicht.

Quelle: EU PVSEC

 

Schweinfurt/München, 11. Juni 2012, Egal ob in der Solarthermie oder der Photovoltaik, Solaranlagen arbeiten dann besonders effizient, wenn die Spiegel und Photovoltaik-Module der Sonne nachgeführt werden. Je genauer und störungsfreier, desto effizienter und wirtschaftlicher. Wälz- und Gleitlager sowie Lineareinheiten der Marken INA, FAG und ELGES leisten hierfür einen entscheidenden Beitrag. Sie weisen ein hohes Maß an Steifigkeit und Tragfähigkeit auf und ermöglichen auch unter extremen Einsatzbedingungen einen zuverlässigen Betrieb.

Mit seinem umfassenden Produktportfolio und speziellen Know-how für Werkstoffe, Beschichtungen und Dichtungen ist Schaeffler wichtiger Entwicklungspartner und Zulieferer, u. a. in Projekten für Parabolrinnen-, Solarturm-, Dish-Stirling- und Fresnel-Kraftwerke. Neben Standardprodukten werden auch individuelle Lösungen für spezifische Kundenanforderungen angeboten. Je nach Kraftwerkstyp und individueller Konstruktion eignen sich Drehverbindungen, Schrägrollenlager, Kugelgewindetriebe, Gehäuseeinheiten und Spannlager mit Kugellagern sowie Laufrollen als Wälzlager-Lösungen. Aber auch Gleitbuchsen, Gelenklager und Linearführungen werden eingesetzt.

Gleitlager für einachsige Nachführsysteme

Schaeffler hat sein Portfolio an Gleitlagerlösungen systematisch ausgebaut. Neben den seit vielen Jahren bewährten wartungsfreien Gleitlagern mit ELGOGLIDE umfasst das Produktprogramm auch Metall-Polymer-Verbundgleitlager sowie Gleitlager mit ELGOTEX.

ELGOGLIDE steht für eine Gleitschicht, die in erster Linie aus einem technischen Gewebe, bestehend aus Stütz- und Teflonfasern, und einer Kunstharzmatrix aufgebaut ist. Die Vorteile dieser Lager liegen in ihrer absoluten Wartungsfreiheit und sehr hohen Belastbarkeit, insbesondere bei höchsten einseitigen Lasten und Schwenkbewegung.

Die besonderen Eigenschaften der Metall-Polymer-Verbundgleitlager ergeben sich aus der Werkstoffkombination von Kunststoff und Metall. Die Materialverbindung ermöglicht verschleißarme Gleiteigenschaften bei gleichzeitig hoher Tragfähigkeit und Wärmeleitfähigkeit. Die hervorragende Verformbarkeit des Materials erlaubt darüber hinaus die Gestaltung kundenspezifischer Bauteile für verschiedene Rotativ-, Linear-, und Schwenkbewegungen.

Die verwendete Materialpaarung bei Lagern mit ELGOTEX macht diese beständig gegen korrosive Medien und ermöglicht einen gleichbleibend niedrigen Reibwert bei geringem Verschleiß und absoluter Wartungsfreiheit. Das Material besteht aus zwei Schichten, die aufeinander gewickelt werden. Kunstfasern und PTFE-Fasern bilden die innen liegende Gleitschicht, die mit Füll- und Festschmierstoffen in einer Harzmatrix eingebettet ist. Die äußere Schicht besteht aus durchgehenden Glasfasern (Glasfilament) in Epoxidharz. Ein spezifischer Wickelwinkel der Glasfasern stabilisiert die Schicht, was die Festigkeit der Buchse deutlich erhöht.

AXS-Schrägrollenlager für zweiachsige Nachführsysteme

Wälzlager, etwa AXS-Schrägrollenlager, kommen zum Beispiel in Zweiachsnachführungen von solarthermischen Anlagen wie Solarturm- und Dish-Stirling-Kraftwerken bei der Spielgelverstellung zum Einsatz. Hohe Tragfähigkeit und Steifigkeit sowie exakte Führungsgenauigkeit sind auch hier von entscheidender Bedeutung. Diese Eigenschaften sind Voraussetzung für eine sichere, ruhige und schwingungsarme Lagerung der Solarspiegel. Auch in diesem Fall müssen die Lager hohe Kräfte und Momente aufnehmen, die etwa durch Windstöße hervorgerufen werden. Die Lagerungen sind somit entscheidend für die Zuverlässigkeit und die Wirtschaftlichkeit der Anlagen.

AXS-Schrägrollenlager können in vorhandene und neue Konstruktionen integriert werden. Sie lassen sich sehr einfach und sicher montieren. Durch die geometrisch identischen Lagerringe ist eine Verwechselung bei der Montage ausgeschlossen. Einfache, gedrehte Lagersitze sind zur Aufnahme der spanlos hergestellten Lagerringe ausreichend. Der Einsatz speziell geeigneter Schmierstoffe - hier sind sowohl Fette als auch Öle möglich - macht die Lagerungen zudem besonders wartungsarm.

Modulares Baukastensystem für Automatisierungsaufgaben

Als Systemlieferant bietet der Geschäftsbereich Lineartechnik, sowohl für die Herstellung von Solarkollektoren und Photovoltaikmodulen als auch für die Solarnachführung selbst, neben einem breiten Standardprogramm angetriebener, einbaufertiger Lineareinheiten auch kundenspezifisch ausgelegte Linearmodule in Komplettausstattung.

Basierend auf eloxierten Aluminiumprofilen sind die Lineareinheiten (Module und Tische) nach dem Baukastenprinzip konzipiert und lassen sich, entsprechend der jeweiligen Anforderung, optimal ausrüsten. Die stabile und steife Grundkörper-Konstruktion erübrigt in vielen Fällen aufwendige Gestelle. Die kompakte Ausführung erleichtert die Integration und den Aufbau in Handling- und Produktionsanlagen für die Herstellung von Solarpanels.

Die Lineareinheiten gibt es als Profilschienenführungen oder Wellenführungen. Der Antrieb erfolgt mittels Kugelgewindetrieb, Zahnriemenantrieb oder Direktantrieb. Darüber hinaus bietet Schaeffler auch die komplette Palette Antriebstechnik-Zubehör und liefert die angetriebenen Lineareinheiten inklusive der Steuerung als montage- und betriebsfertige Komplettsysteme.

Dichtung und Beschichtung sind oft unverzichtbar

Die Umweltbedingungen stellen besonders hohe Anforderungen an Entwicklung und Auslegung von Lagerungen für Solarkraftwerke. Die Umgebung - zum Teil Wüsten oder wüstenähnliche Regionen - ist meist von Trockenheit, Sand, hohen Temperaturen und erheblichen Temperaturschwankungen geprägt. Daher sind zuverlässige Dichtungen erforderlich, die das Eindringen von Partikeln in das Lager verhindern und das hochwertige Lagerfett im Lagerinneren halten. Besondere Materialien und Beschichtungen müssen darüber hinaus das Lager vor Korrosion schützen. Mit der Anwendung unterschiedlicher Dichtprinzipien, der Auswahl verschiedener Dichtsysteme, der Anordnung von Dichtelementen und deren Kombination untereinander verfügt Schaeffler über einen modularen Dichtungsbaukasten.

Das Oberflächentechnikum von Schaeffler ermöglicht dabei sowohl die Entwicklungsarbeit im Labormaßstab als auch die sichere Überführung in den Produktionsprozess der Großserienfertigung. Als Korrosionsschutz werden in erster Linie Zink und seine Legierungen eingesetzt. Schaeffler hat unter dem Namen Corrotect® unterschiedliche Beschichtungen auf den Markt gebracht, zum Beispiel Zink (Corrotect® ZK), Zink-Eisen (Corrotect® ZI) oder Zink-Nickel (Corrotect® ZN).

Ebenfalls zum Korrosionsschutz, aber auch zur Unterstützung der Gleitfunktion von Gleit- und Gelenklagern, kann der Gleitpartner (Welle/Bolzen) mit Chrom-Mischoxid (LC-Schicht) auf einer kolumnaren Chromschicht (Durotect® CK+) versehen werden. Diese Kombination aus Basisschicht und weicher Gleitbeschichtung verbessert sowohl das Einlaufverhalten als auch das Reibungs- und Verschleißverhalten.

Langlebigkeit und Korrosionsfestigkeit sind oftmals unterschätzte, aber entscheidende Kriterien für hohe Zuverlässigkeit und Lebensdauer bei geringem Wartungsaufwand und hoher Wirtschaftlichkeit. So bietet Schaeffler langlebige Lagerlösungen mit einer Lebensdauer von bis zu 20 Jahren.

Quelle: Schaeffler Gruppe

 

Berlin, 11. Juni 2012, Die Anfang 2012 angestoßene EEG-Novelle führt in der Solarbranche zu tiefgreifenden Umbrüchen. Bei den Workshops „Die Zukunft des deutschen Marktes nach der EEG-Novelle April 2012“ und „PV-Strom selbst nutzen und vermarkten“, die am 30. und 31. Mai 2012 in Berlin stattfanden, wurde nun angesichts der unklaren politischen Lage über sinnvolle Weiterentwicklungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) diskutiert. Ziel der Veranstaltungen war es, den knapp 100 Teilnehmern in diesen unsicheren Zeiten einen umfassenden Überblick über die aktuellen Änderungen des EEG und die daraus resultierenden Auswirkungen für die gesamte Wertschöpfungskette zu bieten. „Die Energiewende ist politisch gewollt und klar beschlossen. Nun muss die Politik auch den Mut haben, diese umzusetzen“, forderte Karl-Heinz Remmers, Vorstandvorsitzender des Veranstalters Solarpraxis AG in seinem Eröffnungsvortrag.

Solarpraxis - Publikum beim EEG-Workshop

Solarstrom werde in der Öffentlichkeit als Preistreiber gesehen, erklärte Remmers weiter. Es sei in der Vergangenheit nicht gelungen, zu vermitteln, dass durch den Anstieg der Solarstromproduktion bereits Milliarden von Euro an der Strombörse eingespart werden. Der Grund dafür ist, dass Strom aus Photovoltaikanlagen genau dann produziert wird, wenn der Strombedarf am größten ist und den teuer in konventionellen Kraftwerken produzierten Strom vom Markt verdrängt. „Von den Einsparungen im Stromgroßhandel profitieren zurzeit aber die Falschen – nämlich die Industrie und nicht die Verbraucher“, so Remmers. Vor allem die energieintensiven Industriebetriebe erhalten deutlich günstigere Preise, weil sie am Spotmarkt einkaufen und somit direkt vom preissenkenden Effekt der Photovoltaik profitieren. Dieser Effekt werde von den Stromanbietern aber nicht an die privaten Verbraucher weitergegeben, erklärte der Vorstandsvorsitzende. Gleichzeitig seien die energieintensiven Industriebetriebe von der EEG-Umlage befreit. Würde man die preissenkende Wirkung der Photovoltaik bei der Berechnung der EEG-Umlage mit einbeziehen, würden die Stromtarife für die Verbraucher um etwa 0,15 Cent pro Kilowattstunde sinken. Grundsätzlich käme es bei der Umsetzung der Energiewende darauf an, diese auch sozial verträglich zu gestalten, unterstrich er.

Viele Teilnehmer rechnen im Nachgang der letzten Jahre auch in diesem Jahr mit einem starken Zubau der Photovoltaik in Deutschland. Götz Fischbeck von Smart Solar Consulting war sich in seinem Vortrag „Sind auch in 2012 wieder 7 GW in Deutschland vorstellbar?“ jedoch nicht sicher, ob man sich zweistellige Zubau-Zahlen in Deutschland wünschen solle. Dies würde die Regierung voraussichtlich dazu bringen, die Solarförderung noch radikaler zusammenzustreichen und so den Markt gänzlich zum Erliegen zu bringen, prognostizierte er.

Eberhard Holstein von der Grundgrün Energie GmbH betonte, dass der deutsche Stromhandel in Zukunft radikalen Änderungen unterworfen werden müsse. Es käme in Zukunft darauf, dass die Solarbranche vermehrt Verantwortung übernähme. „Für die erneuerbaren Energien gilt es, in die Rolle als Systemträger des Strommarktes hineinzuwachsen“, erklärte er.

Wichtig ist für die Solarbranche außerdem, sich internationaler aufzustellen und neue Märkte für sich zu erschließen. „Es wird höchste Zeit, dass man auch in neuen Märkten ohne Förderung agiert“, hob u. a. Karl-Heinz Remmers in der Abschlussdiskussion des ersten Tages hervor. Ansgar Diekmann vom Projektierer ET Solutions AG führte an, dass entscheidend sei „Synergieeffekte durch Internationalisierung zu nutzen“. Da „dramatische Kostensenkungspotenziale der Vergangenheit angehören“, sieht er die Chancen für die PV zum einen in einer Verbesserung des Wirkungsgrades und einer Optimierung des PV-Systems und zum anderen in steigenden Strompreisen.

Dr. Thomas Hillig von IST Innotech Solar stellte anschaulich dar, dass es für Modulhersteller zukünftig verstärkt darauf ankomme, „besser zu sein als der Wettbewerb“. Die Stellschrauben dafür seien die Qualität und der Preis der Module sowie die Zeit, in der die Module geliefert werden können. Wichtig sei es außerdem, „dem Kunden glaubhaft machen zu können, dass ich auch in 4, 5 oder 6 Jahren noch da bin“, so Hillig.       

Die Veränderungen durch die Gesetzesnovelle erfassen alle Teile der Wertschöpfungskette, darauf stellt sich auch der Fachgroßhändler AS Solar ein. Michael Walkling sah die Chance des Fachgroßhandels u. a. darin, dass die Produkte und Sachverhalte zunehmend erklärungsbedürftiger und komplexer werden. „Viele Installateure und Handwerker tun sich damit schwer“, fügte er hinzu. Außerdem setze AS Solar auf neue Produkte wie Speichersysteme, für die es bereits eine rege Nachfrage gebe, sowie auf die Erschließung neuer Märkte.

Viele Fragen konnten im Rahmen der Workshops geklärt werden, doch ebenso viele Fragen sind durch die EEG-Novelle offen geblieben, so das Fazit der beiden Veranstaltungen. Es bleibt die Hoffnung, dass das Vermittlungsverfahren am 6. Juli 2012 vor der Sommerpause zu einem einigermaßen vernünftigen Abschluss kommt, damit wieder Rechts- und Planungssicherheit herrscht. Unter dem Motto „Alles ist anders“ werde man sich im Herbst beim Forum Solarpraxis am 22. und 23. November 2012 in Berlin wiedertreffen, um die neuesten Änderungen zu besprechen, schloss Karl-Heinz Remmers die Veranstaltung.

Quelle: Solarpraxis AG