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La Tour-de-Salvagny, 26. Januar 2011, Der Solarenergieanbieter Tenesol, der den beiden Energiekonzernen TOTAL und EDF angegliedert ist, hat ein riesiges Dachsolarsystem fertiggestellt. Die Kosten für das System, das sich auf 188 landwirtschaftliche Gebäude von 109 unterschiedlichen Besitzern verteilt, belaufen sich auf 34 Millionen Euro.

Die schlüsselfertig gelieferte Solaranlage in der französischen Agrarregion Ségala-Limargue zeigt, dass sowohl die Gebäudeeigentümer als auch die ganze Region von den wirtschaftlichen Vorteilen der Solarenergie profitieren können. Das Solarsystem ist das Ergebnis der 18-monatigen Zusammenarbeit zwischen der landwirtschaftlichen Interessengemeinschaft Sicaseli und dem Unternehmen Tenesol. Mit einer Kapazität von 6,9 MWp ist es eins der größten Systeme zur kollektiven Energieerzeugung in Frankreich.

Das System bedeckt eine Dachfläche von insgesamt 52.500 qm. Es wurden 31.000 Photovoltaik-Module verbaut, die aus der Fertigung des Tenesol-Werks im nahen Toulouse stammen. Die jährlich produzierte Gesamtstrommenge beläuft sich auf 7,2 MWh – das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 2.000 Haushalten – und soll innerhalb der nächsten 20 Jahre für erwartete Durchschnittseinnahmen von 1,2 Millionen Euro sorgen.

„Dieses Projekt hat signifikante ökonomische Auswirkungen für die Landwirte wie für die Region“, erklärt Laurent Causse, Leiter der Abteilung Energie bei Sicaseli. „Die Landwirte können mit wichtigen Einnahmen aus ihrer zusätzlichen Rolle als Energieproduzent rechnen. Durch die Investitionen und die wirtschaftliche Entwicklung, die mit dem Nettogewinn realisiert werden können, zahlt sich das für die ganze Region aus. Dieses Projekt ist ein fabelhaftes Beispiel dafür, wie die Verbindung von landwirtschaftlichen Gemeinden und erneuerbaren Energien zum Nutzen aller funktionieren kann.“

Bei der Einweihung des Projekts Ende Oktober 2010 waren Benoît Rolland, Geschäftsführer von Tenesol, Pierre Lafragette, CEO von Sicaseli, und Martin Malvy, Präsident der Region Midi-Pyrénées, anwesend. Der Veranstaltung wohnten außerdem zahlreiche lokale Vertreter aus Politik und Interessengruppen sowie viele der beteiligten Landwirte bei.

Ernten mit der Sonne

Die Interessengemeinschaft Sicaseli hat ihren Sitz im Département Lot im Südwesten Frankreichs. Die mehr als 560 Mitglieder starke Organisation hat sich die ländliche Entwicklung und die Bewahrung der lokalen Landschaft auf die Fahnen geschrieben. Die Installation einer Großanlage zur Erzeugung von Solarenergie passte ideal zu den Zielen des Verbands. Laurent Causse erklärt: „Wir haben nach Wegen gesucht, wie wir Landwirtschaft und Umweltschutz zum Nutzen einer nachhaltigen Entwicklung miteinander verbinden können.“

Über einen Zeitraum von 10 Monaten arbeitete Sicaseli eine Machbarkeitsstudie zur Solarenergie aus und holte Angebote von 10 Anbietern der Branche ein. Tenesol erhielt dank der Unternehmensgröße und -geschichte, der weitreichenden Erfahrung sowie der hohen Qualität und gleichzeitig niedrigen Kosten seiner Solarmodule den Zuschlag für das Projekt. Dabei spielte auch die Tatsache eine Rolle, dass Tenesol der größte Solarhersteller Frankreichs ist, denn die kurzen Transportwege der Solarmodule tragen dazu bei, die Umweltbelastungen gering zu halten.

Sorgfältige Prüfung und Planung

Nach der erfolgreichen Teilnahme am Vergabeverfahren bewertete Tenesol das PV-Potenzial der Region Ségala-Limargue und präsentierte den Mitgliedern von Sicaseli die Ergebnisse der Untersuchung, die begeistert aufgenommen wurden. Rund 270 Landwirte unterstützten die Pläne. Es wurde geprüft, welche Gebäude für eine PV-Anlage geeignet wären, und 109 der Interessierten unterzeichneten schließlich einen Teilnahmevertrag.

Nachdem alle technischen, rechtlichen, finanziellen und städtebaulichen Vorgaben erfüllt waren, erhielt Tenesol grünes Licht für den Bau. Das Unternehmen führte zunächst eine technische Machbarkeitsprüfung für jedes der 188 Gebäude durch, um dessen Eignung für das Projekt sicherzustellen und die passenden Materialien für jede einzelne PV-Anlage zu bestimmen. Im September 2009 wurde mit dem Bau der Anlage begonnen.

Durchführung der Bauarbeiten

Jedes der 188 Gebäude ist anders, jedes hatte daher seine eigenen, ganz spezifischen Anforderungen. Bei den meisten Gebäuden wurde vor der Installation der Anlage die bestehende Dachabdeckung entfernt und der Unterbau verstärkt. Die durchschnittliche Bauzeit einer 300-m2-Anlage betrug eine Woche. Die Arbeiten wurden von einem gemischten Team aus Tenesol- und Sicaseli-Mitarbeitern jeweils an rund 25 Gebäuden gleichzeitig ausgeführt. Durch eine sorgfältige Planung der Anlagen wurde gewährleistet, dass sie sich harmonisch in die lokale Umgebung und in die natürliche Schönheit der Region Midi-Pyrénées einfügen. Die erste Anlage wurde im Dezember 2009 an das örtliche Stromnetz angeschlossen.

Im Einklang mit den Werten von Tenesol und Sicaseli wurden verschiedene Tätigkeiten wie Asbest-Entfernung oder Zimmer- und Schlosserarbeiten an lokale und regionale Auftragnehmer vergeben. Alle Fremdunternehmen wurden nach ein bis zwei Pilotprojekten bewertet. So wurde sichergestellt, dass die hohen Qualitätsanforderungen von Tenesol eingehalten wurden.

Finanzielle Aspekte

Zur Projektfinanzierung und gemeinsamen Vertretung der 109 Landwirte wurde eine eigene Aktiengesellschaft gegründet: die SAES (Ségala Agriculture et Energie Solaire). Sie ermöglichte die Kooperation der Landwirte und gewährleistete das vorteilhafteste Finanzierungspaket. Die erforderlichen 34 Millionen Euro für das Projekt wurden schließlich von einem Pool aus sechs verschiedenen Geldinstituten aufgebracht.

Um einen maximalen finanziellen Ertrag zu realisieren, war es den Landwirten wichtig, die Verantwortung über die Anlagenwartung zu behalten. Tenesol wird eine unterstützende Rolle übernehmen und alle Fragen beantworten, während die Durchführung der Wartungsarbeiten in den alleinigen Zuständigkeitsbereich von Sicaseli fällt.

Benoît Rolland, der Geschäftsführer von Tenesol, zieht folgendes Fazit: „Unser gemeinsames Projekt mit Sicaseli ist ein Musterbeispiel dafür, wie eine landwirtschaftliche Gemeinde durch kollektives Handeln eine PV-Großanlage bauen kann, die nicht nur den Beteiligten selbst, sondern der ganzen Region Nutzen bringt.“

Quelle: Tenesol

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