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Hamburg, 26. November 2010, Dem schwer angeschlagenen deutschen Solar-Unternehmen Conergy steht eine Übernahme durch seine eigenen Gläubiger bevor. Wie die Financial Times Deutschland heute, Freitag, berichtet, haben sich diese bereits darauf verständigt, ihre Kredite in Aktien zu tauschen. Die Lage ist ernst. Denn einige Banken hatten zuletzt Kredite, die Conergy derzeit in Anspruch nimmt, an Hedge Fonds verkauft - allen voran York Capital und Sophic Capital.

"Dass Conergy hochverschuldet ist, ist kein Geheimnis. Fakt ist, dass Conergy zum Überleben eine stärkere Eigenkapitalbasis braucht. Denn gerade das Projektgeschäft ist mit einem hohen Zwischenfinanzierungsbedarf verbunden. Aber selbst wenn Conergy mit seinen Gläubigern eine tragfähige Lösung finden sollte, bleibt offen, ob das Unternehmen nicht doch noch Opfer des sich verschärfenden Wettbewerbs wird", unterstreicht Sven Diermeier, Analyst bei Independent Research, gegenüber pressetext.

Fonds halten 25 Prozent Schulden

Es wird darüber gemutmaßt, dass die beiden als äußerst aggressiv geltenden Investoren bereits mindestens ein Viertel der Verbindlichkeiten von Conergy halten. Ein Teil davon soll über die Deutsche Bank in London finanziert sein. Obwohl das Tauschen von Schulden in Wertpapiere für Investoren wegen der wegfallenden Zinsen nicht interessant ist und Aktien bei einer Pleite Conergys nicht besichert sind, entstünde bei der Umsetzung der Aktion eine heikle Situation.

Denn indirekt würde die Bundesregierung mit den Fonds an einem Tisch sitzen und sich über die Zukunft des Unternehmens einigen müssen. Denn Berlin kontrolliert wegen Finanzhilfen faktisch die Commerzbank, die wiederum mit knapp 30 Prozent größter Conergy-Aktionär ist. Das Solarunternehmen kämpft ums Überleben. Die Nettoverschuldung nach neun Monaten liegt bei 261,7 Mio. Euro. Das Verhältnis zum Eigenkapital kletterte bereits auf 239 Prozent.

Altgläubiger wollen Einfluss sichern

Der anvisierte Tausch der Schulden in Aktien bringt Vorteile für die Hedge Fonds. Denn über einen späteren Verkauf Conergys könnten die Investoren bei einem entsprechenden Aufschlag auf den Aktienkurs satte Gewinne kassieren. Die Lage ist kompliziert. Es muss eine Einigung gefunden werden, für welchen Kreditanteil die Gläubiger wie viele Anteile bekommen. Daran könnte der Deal scheitern. Die Altgläubiger wollen den Einfluss der Hedge Fonds reduzieren.

Erst im Juli dieses Jahres hatte sich Conergy mit mehreren Krediten in der Höhe von 250 Mio. Euro und Bürgschaften im Volumen von 200 Mio. Euro eingedeckt. Die Vereinbarung stand jedoch unter dem Vorbehalt, dass der Finanzbedarf des Konzern damit gesichert ist. Laut der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers braucht Conergy jedoch dringend neues Geld. Damit können die Banken die Sommer-Kredite am 21. Dezember fällig stellen.

Redakteur: Florian Fügemann

Quelle: pressetext.redaktion

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