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Saarbrücken, 20. Oktober 2010, Die Gewinne der drei beherrschenden deutschen Stromgiganten E.ON, RWE und EnBW sprudeln dank des nach wie vor unzureichenden Wettbewerbs weiter. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Erhebung der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, die im Auftrag der Grünen Bundestagsfraktion erstellt wurde. Danach fuhren die drei Konzerne allein 2009 zusammen mehr als 23 Mrd. Euro Profit ein.

Renditen unangemessen

Wenig optimistisch fällt das Fazit und der Ausblick von Co-Studienautor Andy Junker aus. "An der derzeitigen Lage auf dem deutschen Strommarkt wird sich aufgrund des fehlenden Wettbewerbs auch langfristig nichts ändern", meint der Experte gegenüber pressetext. Auch sind die horrenden Renditen der Energieunternehmen insbesondere angesichts der niedrigen Risiken unangemessen, so Junker. Kleine Stromanbieter hätten es in diesem Umfeld schwer.

Die Zahlen sprechen für sich. Seit 2002 wurden über 100 Mrd. Euro Gewinn erzielt. Einem Bericht der Frankfurter Rundschau nach stellt der Betrag eine Versiebenfachung der Erträge dar. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital beträgt bei RWE rund 26,6 Prozent - ähnliche Summen werden auch bei E.ON und EnBW vermutet. Im Vergleich zu anderen Dax-Riesen, die sich in wettbewerbsintensiveren Branchen bewegen, sind nur neun Prozent angemessen.

Trotz längerer AKW-Laufzeiten noch teurer

"Obwohl sich bei den Ökostromanbietern in den vergangenen Jahren einiges getan hat, wird sich zeigen, ob die Macht wechselwilliger Stromkunden langfristig Druck auf die Konzerne ausübt", sagt Junker im pressetext-Gespräch. Fest steht, dass die Gewinne zu hoch ausfallen: Laut Studie um 2,3 Mrd. Euro in Deutschland zu hoch. Allein RWE verdient pro abgesetzter Kilowattstunde 1,1 Cent zu viel. Die Grünen sprechen von "astronomischen Kapitalrenditen".

Ungeachtet der Äußerungen des Chefs der Monopolkommission, Justus Haucap, zufolge, der Deutschland bei der Energieerzeugung "keinen funktionierenden Wettbewerb" attestiert, soll sich die Preissituation für die Verbraucher künftig sogar noch verschärfen - und das trotz der von der schwarz-gelben Koalition beschlossen Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke in Deutschland.

Redakteur: Florian Fügemann

Quelle: pressetext

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