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Berlin, 18. Januar 2012, In Berlin ist richtig was los. Nicht nur kulturell ist einiges geboten, sondern bekanntermaßen auch politisch. Nachdem durch die Bundesnetzagentur vorläufige Photovoltaik-Zubauzahlen aus dem vergangenen Jahr veröffentlicht wurden (Wir berichteten: Photovoltaik - Neues Rekordjahr - Boom ohne Ende?), laufen wieder einige Politiker zu Hochtouren auf und fordern eine drastische Kürzung der Einspeisevergütung, ja sogar die Abschaffung des EEGs (Erneuerbare-Energien-Gesetz) ist angedacht.

Philipp Rösler - Unsere Prinzessin auf der Erbse

So sagte kürzlich Prinzessin und Vizekanzler Philipp Rösler (FDP), dass die Photovoltaik gerade mal 3 Prozent des deutschen Stroms ausmache, aber 50 Prozent der Förderkosten verursache. Auf der anderen Seite ist es doch so, dass die Umfragewerte der FDP (Forsa-Erhebung) auf 2 Prozent gesunken sind und die FDP dem Steuerzahler auf Grund falscher politischer Entscheidungen viele Milliarden mehr kostet. Wo ist hier das Verhältnis und wo liegt der meiste Nutzen?

Letztendlich ist die Solarindustrie für Rösler nichts anderes, als eine Erbse unter seinen vielen Matratzen. Schon klar, dass eine Erbse einer Prinzessin den Schlaf rauben kann. Zumal Rösler immer mehr Matratzen genommen werden und er zum Schluss wohl auf der Erbse schlafen muss.

Präsident des Bundeskartellamts fordert Neuordnung

Wie der Kartellamtspräsident Andreas Mundt gegenüber dem Handelsblatt mitgeteilt hat, ist dieser für eine Neuordnung des Fördersystems für erneuerbare Energien. Mundt möchte genauso wie Rösler wegen der zu hohen Solarstrom-Vergütung ein Quotenmodell.

Hans-Josef Fell zum vorgeschlagenen Quotenmodell

"Rösler will offensichtlich keine Energiewende. Durch seine Forderung, das EEG durch ein Quotensystem zu ersetzen, gefährdet er hunderttausende Arbeitsplätze in der Erneuerbare-Energien-Branche."

"Minister Rösler ignoriert dabei sämtliche Erfahrungen, die international mit Quotensystemen gemacht wurden: Quotensysteme sind aufgrund von Mitnahmeeffekten deutlich teurer als Einspeisungssysteme und führen zu einem deutlich langsameren Ausbau der erneuerbaren Energien. Quotensysteme bedeuten eine Deckelung des Ausbaus erneuerbarer Energien auf einen vorgegebenen Maximalwert, zudem führen sie zu einer Monopolisierung des Ausbaus. In Ländern mit Quotensystemen läuft der langsame und viel teurere Ausbau der erneuerbaren Energien nur über die Energiekonzerne. Diese machen das Geschäft unter sich aus. Bürgerwindparks haben in solchen Systemen ebenso wenig Platz wie neue Technologien. Solarenergie gäbe es keine mehr."

"Nachdem Rösler einen Photovoltaik-Deckel gefordert hat, fordert er nun einen Erneuerbaren-Energien-Deckel. Der Ausbau der erneuerbaren Energien findet deutlich schneller statt, als in den alten Ausbauzielen der schwarz-gelben Bundesregierung angedacht. Diese stammen noch aus der Vor-Fukushima-Zeit. Die Bundesländer sind längst an der Bundesregierung vorbei gezogen. Minister Rösler versucht, das Rad zurück zu drehen. Ganz nebenbei bricht Rösler, aktuell amtierender Parteivorsitzender der FDP, auch noch ein Wahlversprechen. Im letzten Wahlprogramm hatte sich die FDP für den Erhalt des EEGs ausgesprochen."

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) möchte aber weiterhin am bisherigen System festhalten. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin hingegen wirft Rösler vor, dass dieser nur die Interessen der Energieriesen vertreten würde. Auch Verbraucherschützer Holger Krawinkel (Bundesverband der Verbraucherzentralen) ist für eine drastische Kürzung der Einspeisevergütung.

Im Gegensatz zur FDP wird die Photovoltaik die 5 Prozent-Hürde auf jeden Fall knacken.

Quelle: photovoltaik-guide.de - Michael Ziegler

Kommentare   

-1 #6 Sybille 2012-01-20 13:29
Übrigens:

Wie bekommen man Rösler´s Hirn auf Erbensgröße?

Man pumt es auf!
+1 #5 Sybille 2012-01-20 13:04
Bleibt zu hoffen, dass er zum Schluß noch nicht mal eine Erbse hat, auf der er schlafen kann. Man kann das Land auch weiter herunterwirtschaften.
+6 #4 Sonnenprinz 2012-01-20 12:31
hat sich denn schon einmal jemand in der Politik Gedanken gemacht, wie viele Menschen mittlerweile in der PV arbeiten? Diese Arbeitsplätze sind alle erst in den vergangenen Jahren entstanden! Die jährliche Absenkung der EEG-Vergütung ist schon ein Kampf ums Überleben für viele Unternehmen in der PV-Branche. Ob Hersteller, Handel oder letztlich auch der Installateur. Alle hängen an diesem Faden und jeder handelt schließlich im Sinne unseres ökologischen Wandels. Tue Gutes und rede darüber kennt jeder. Menschen, die diesen Grundsatz auch leben, kämpfen dafür. Andere, die keine Anhnung von der Materie haben (unsere Prinzessin auf der Erbse) spricht zwar auch drüber, tut aber nichts Gutes. Wo soll das noch hinführen? Wer trägt die Verantwortung für den Abbau der Arbeitsplätze? Deutschland ist Vorreiter in der PV und soll es auch bleiben! In solchen Fällen hält Deutschland seine Stellung sicher nicht mehr lange. Herr Rösler, Sie machen uns das Licht aus und liegen selbst in der Sonne!
+2 #3 Alexander 2012-01-19 20:47
Also ich hätte ein einfachen Vorschlag (wobei einfache Vorschläge in der Politik nicht gerne gesehen sind):
per 01.02. werden je Kwp maximal auf max. 20 Jahre 15.000 KwH ergütet. Die Vergütung bleibt so wie sie ist. Und in den nächsten wird es durch die Inflation eh immer günstiger, da feste Vergütung.

Gruß
Alexander
+6 #2 andrzej 2012-01-19 09:11
Interessant finde ich die Stellung vom Verbraucherschützer Holger Krawinkel. In dem er eine drastische Kürzung der Einspeisevergütung fordert, öffnet er die Tore für Ausbau der Atom und Kohleindustrie. Wenn er uns Verbraucher schützen will, soll er lieber nichts sagen. Es reicht schon wenn die Politiker die Energie-Lobby vertreten!

Minister Rösler vertritt ca. 2% des Volkes und was sind die 98%?
+5 #1 Susanne 2012-01-18 12:12
Ich kann den Rösler nicht mehr sehen geschweige denn hören. Schlimmer kann man Deutschland nicht mehr zu Grunde richten. Einzelne Branche werden systematisch abgeschafft. Wetten, dass Rösler nach seiner Zeit in der Politik bei einer der großen Energiekonzerne im Aufsichtsrat sitzt?

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